|
||||
|
Shoppen, bis der Preisbock kommt
![]() Dr. T. - vom Preisbock getreten. Foto: Beate Wöhe Im Fernsehen habe ich etwas über "Live Shopping" im Internet gesehen. Das soll ja ganz toll sein. Muss ich mir Sorgen machen, Dr. T., dass meine Kunden in Zukunft lieber "live shoppen", als in meinen Laden zu kommen? Wenn ich mal so richtig live shoppen will, ziehe ich meinen Kampfanzug an, packe die Machete ein und stürme am Samstagvormittag den voll besetzten Münchener Marienplatz. Sechs Stunden, mehrere blaue Flecken, diverse Erstickungsanfälle und Panikattacken später kehre ich voller Stolz und um einige hundert Euro leichter nach Hause zurück. Den Rest des Wochenendes verbringe ich dann damit, die gekauften Sachen bei eBay einzustellen, weil ich angesichts der Finanzkrise und des geplünderten Kreditkartenkontos kalte Füße bekomme. Wie, bitte schön, soll Live Shopping im Internet diesem existenziellen Elementarereignis auch nur annähernd das Wasser reichen, fragte ich mich - bis ich Preisbock.de, die Mutter aller Live-Shopping-Portale, entdeckte. Großartiges Konzept, muss ich sagen! Auf die Idee, jeden Tag einen anderen Ramsch - Verzeihung: ein anderes Produkt - anzubieten, muss man erst mal kommen. Auch der Name ist sorgfältig gewählt und weckt sofort die besten Assoziationen. "Ich habe keinen Preisbock mehr" gehört mittlerweile ebenso zu meinem Standard-Sprachwortschatz wie "Da hast du aber einen Preisbock geschossen" oder "Wer hat hier schon wieder den Preisbock zum Gärtner gemacht?" Auch das Sprichwort "Es friert im dicksten Winterrock der Säufer und der Preisbock" bekommt neue Aktualität, auch wenn, zugegebenermaßen, das Reimmaß unter der im Vergleich zum Original um eine Silbe zu kurz geratenen Metrik leidet. Fehlt eigentlich nur noch eine tägliche TV-Show mit dem Titel "Zum blauen Preisbock". Vielleicht lässt sich ja Bock-Idol Heinz Schenk zu neuen Preisbocksprüngen bewegen, wenn wir ihn mit dem jeweiligen Tagesbock von Preisbock.de verbocken. Alternativ könnte man auch Harry, the Ram, Weinfurt reaktivieren und ihn mit "Der Bock ist heiß" neue TV-Erfolge feiern lassen. Das wäre doch bockscha(r)f, oder? Ein wenig depressiv werde ich allerdings, wenn ich auf Preisbock.de sehe, was ich schon alles verpasst habe. Die Kontaktlinsen "Halloween" vom 02.10. hätte ich ebenso gern besessen wie das Feuerzangenbowlen-Set "Heinz Rühmann (03.10.), die "Mini Pigs Design-Sparschweine" vom 28.09. oder den Alleswisser-Spongebob, den ich am 20.09. mit großartigen 68 Prozent Rabatt hätte bocken - Verzeihung: kaufen - können. Doch es gibt Hoffnung, denn manche Produkte wie das Kissen-plus-Vierjahreszeiten-Steppdecken-Sparset wurden schon mehrfach verbockt. Abwarten und Gras fressen, heißt also die Devise. In der Zwischenzeit kann ich ja mal Ihre Frage beantworten: Wenn Sie jeden Tag nur ein Produkt im Angebot haben, aber dafür neben ERP-Software und Mainframes auch Rheumadecken und Kontaktlinsen verkaufen, dann sollten Sie sich Sorgen machen. Falls nicht, einfach weiterbocken, rät Ihr Dr. T. Dr. T.´s Preisbocksprünge finden Sie alle 14 Tage in ChannelPartner und online im CP forum. Haben auch Sie keinen Preisbock mehr? Dann senden Sie Ihren Preisbockmist an sprechstunde@channelpartner.de |
![]() |
| Lesezeichen |
| Themen-Optionen | |
| Ansicht | |
|
|














Linear-Darstellung
