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  #1 (permalink)  
Alt 17.11.2006, 00:54
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Richard befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Die neue Wahrheit

Sucht man bei Google nach "Handlauf", empfiehlt sich Wikipedia auf Pos. 1

Handlauf - WikipediaEin Handlauf ist eine Festhalte- und Führungsmöglichkeit für die Hände ... Der Handlauf kann der obere Anschluss eines Geländers oder einer Brüstung sein. ...
de.wikipedia.org/wiki/Handlauf - 11k - Im Cache - Ähnliche Seiten

Wikipedia versteht wirklich von allem etwas oder gar alles. Für manche ist es die Wahrheit schlechthin, was aber widerum Wikipedia zu einer Wissensmaschine macht, die ihre Schattenseiten dahingehend wirft, daß es nicht eine eindeutig definierbare Wahrheit gibt, zum Glück!

Gruß Richard
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  #2 (permalink)  
Alt 17.11.2006, 11:06
Benutzerbild von Alexander Roth
CP-Autor
 
Registriert seit: 26.09.2006
Beiträge: 44
Alexander Roth befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Wikipedia:
Zitat:
Zitat von Richard Beitrag anzeigen
Für manche ist es die Wahrheit schlechthin, was aber widerum Wikipedia zu einer Wissensmaschine macht, die ihre Schattenseiten dahingehend wirft, daß es nicht eine eindeutig definierbare Wahrheit gibt, zum Glück!

Gruß Richard
Den Kausalzusammenhang habe ich nicht erwischt:

Da "Wikipedia" die Wahrheit schlechthin ist für manche, wird dadurch das Phänomen "Wikipedia" zu einer Wissenmaschine, die den Nachteil hat, dass es glücklicherweise keine einzige Wahrheit gibt?

Ich tue mich schwer, die Aussage zu verstehen!

Vielleicht drücken Sie das nochmal in anderen Worten aus?

Aus meiner Sicht ist Wikipedia sehr praktisch aber auch gefährlich, da es keinen direkten Wettbewerber gibt: Immer mehr Menschen verlassen sich auf eine einzige Quelle, wenn sie sich eine Information einholen.
Vielleicht würde Wikipedia starke Konkurrenz nicht schaden, da der der Wettbewerb den Online-Lexika Ansporn geben könnte, jeweils die am besten recherchierteste Information zu bringen. Der Nutzer hätte den Vorteil, auf zwei unabhängige Quellen zurückgreifen zu können, um sich ein gutes Bild über die Bedeutung des gesuchten Begriffs zu machen.
Dazu kommt ein politisches Problem: Wikipedia lässt sich leicht zur Meinungsmanipulation einsetzen, was mündigen Internetnutzern bekannt sein dürfte.

Mit freundlichen Grüßen,

Alexander Roth

Geändert von Alexander Roth (17.11.2006 um 12:57 Uhr).
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  #3 (permalink)  
Alt 29.11.2006, 00:30
Erfahrenes CP Forums-Mitglied
 
Registriert seit: 22.10.2006
Beiträge: 30
Richard befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Lieber Herr Roth,

vielen Dank für Ihr Feedback. Vielleicht habe ich mich etwas zu kurz mitgeteilt, aber ich finde, daß Sie den Kausalzusammenhang voll erfaßt haben. Ihr Kommentar jedenfalls paßt 100%ig zu meinem Fazit über Wikipedia.

Ich sehe da Paralellen zum ODP bzw. dmoz.org, eine gut gemeinte und eigentlich tolle Initiative, die jedoch von manchen oder vielen oder gar den meisten Editoren als Instrument für eigene Zwecke mißbraucht wird.

Das anfangs aufgeführte Beispiel mit dem "Handlauf" war nur der Auslöser, daß ich meine spontane Meinung in dieses Forum gepostet habe, denn Pos.1 bei Google unter "Handlauf" war mir irgendwie zu aufdringlich.

Gruß Richard
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  #4 (permalink)  
Alt 29.11.2006, 10:32
Benutzerbild von Alexander Roth
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Registriert seit: 26.09.2006
Beiträge: 44
Alexander Roth befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo Richard,

danke für Ihre Stellungnahme. In der Tat bei manchen Begriffen ärgerlich, dass Wikipedia immer häufiger Platz eins einnimmt bei der Google-Suche nach einem Stichwort. Ich denke, so lange es um reine Begrifflichkeiten geht, hält sich die daraus resultierende Gefahr in Grenzen, aber man stelle sich vor, man sucht beispielsweise nach politischen Begriffen wie einem Parteinamen, der "Golfkrise" oder "Irakkrieg" oder ähnlichem - und dann erscheint immer Wikipedia als Nummer eins und erklärt uns Ihren Inhalt...

Auf der anderen Seite: Jede Autor, der diese Begriffe erklärt, wird einen politischen Hintergrund haben, egal ob der Artikel auf Wikipedia erscheint oder woanders.

Wichtiger ist es, beim Lesen gewarnt zu sein und sich lieber nochmal bei einer zweiten Quelle zu erkundigen, bevor man sich seine Meinung bildet.
Und das sollte man bereits bei der Erziehung oder in der Schule lernen, doch kann ich mich nicht erinnern, von meinem Geschichtslehrer beispielsweise vor möglicher Manipulation durch (Bildungs-)Medien und ihrer Sprache, gewarnt worden zu sein.

Ein Beispiel von Sprachmanipulation:

In seinem Buch "In eisigen höhen", das das 1996er Drama mit vielen Toten am Mount Everest beschreibt, beschuldigt der vor Ort gewesene Autor Jon Krakauer den russischen Bergführer Boukreev wegen nicht geleisteter Hilfestellung. Da Krakauer als Journalist eindringlich und plausibel schreibt, und sein Buch dadurch weltweit bekannt und beliebt wurde, gilt Boukreev (1997 verstorben) der gängigen Meinung nach als der große Buhmann des Dramas.
Boukreevs Gegendarstellung: "Der Gipfel. Tragödie am Mount Everest" ist dagegen kaum bekannt, legt aber sehr plausibel eine Gegenposition zu Krakauer dar. Hat man beide Bücher gelesen, merkt man, dass die Wahrheit zwischen beiden Versionen liegen MUSS, wenn nicht eher sogar Boukreev Recht hat, was aber seinem Ruf (aufgrund seiner kleinen Leserschaft - der Mann war ein guter Bergsteiger, kein guter Schriftsteller) bis an sein Lebensende nicht mehr bereinigt hat, und das, obwohl Krakauer später einige Fehler in seinem Bericht eingestand.

Die Masse las Krakauers "in eisigen Höhen" und glaubte ihm aufgrund seiner guten Sprache. Boukreevs Gegendarstellung fand aufgrund seiner kleineren Lobby und schlechteren Beziehungen in die Verlagswelt kaum Gehör.

Geändert von Alexander Roth (29.11.2006 um 12:33 Uhr).
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  #5 (permalink)  
Alt 29.11.2006, 14:11
Erfahrenes CP Forums-Mitglied
 
Registriert seit: 22.10.2006
Beiträge: 30
Richard befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo Alexander,

Sie sagen es mit einem treffenden Beispiel. Es ist alles eine Frage des Standpunktes und des damit verbundenen Blickwinkels. Und gerade bei historischen und politischen Darstellungen sind wir für eine persönliche Einschätzung auf mehrere Aspekte angewiesen, wenn wir nicht nur nachplappern wollen und uns dabei einbilden, irgendetwas sei unsere Meinung zu einem Thema.

Welchen enormen, teilweise erschreckenden Einfluß Berichterstattung in Medien hat, haben wir nach dem 11.09. und durch die letzte Fußball WM zu spüren bekommen. Beispiel: "Die Welt ist traumatisiert." Es wurde solange in den Medien den Konsumenten eingehämmert, bis sie tatsächlich traumatisiert waren ( ...als wenn die Welt nur aus Amerikanern bestehen würde ). Andersrum ließ sich das Volk bei der WM in einen euphorischen Zustand versetzen. Mir jedenfalls kam die WM vor wie ein Test, wie man Massen bewegen kann. Es machte auch deutlich, daß sich Geschichte wiederholt und die Menschheit nicht klüger geworden ist, auch wenn sie sich klüger und aufgeklärter als je zuvor vorkommt.

Ich will aber nochmal festhalten, daß ich Wikipedia an sich gut finde. Doch es kommt daher wie eine universale Wissensmaschine, die durch ihre Monopolisierung (durch die User selbst!) einen strengen Beigeschmack bekommt.

Gruß Richard
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