|
|||
|
Notebooks - ab in die Tonne !?
Ich erinnere mich noch gut...wie lange ist es nun her. Ich meine
es war im Jahre 2000: Die ersten Notebooks unterboten die magische 3000 DM Grenze. Die Ausstattung war mager, die Marke wohl eher nur symbolisch auf dem Gerät geklebt. Aber egal, die Geräte wurden erschwinglich, wir hielten dies für günstig weil diese mal 5000 DM kosteten. Nun: Gerade schaue ich einmal in mein WaWi-System und suche mir ein paar der ersten Geschäftsfälle. Aus Ende 2005 z.B. ein Fujitsu Notebook der einfachsten Sorte mit Linux. Für 699 Euro ein Highlight. Noch vor einem halben Jahr, Oktober 2010 dachte ich, naja jetzt is langsam ein Tiefpunkt erreicht. Allround Notebooks mit i5 und guter Grafikkarte für 666.- EURO. Nundenn: All das scheint höchstens noch für eine betagte Oma neu zu scheinen. Denn "alles wird ja teurer". Einige Faktoren gibt es aber dann doch, die neu sind. Der Markt konsolidiert sich gewaltig. Gab es vor 15 Jahren den Preisverfall in allen Bereichen war dies nicht so schlimm. Es kam immer neues nach was auch immer für Begeisterung sorgte. Großflächemärkte erweiterten Ihre PC Abteilung und es gab Zubehör ohne Ende - und dies wurde auch gekauft. Nun fasst sich der Markt in mehrerlei Hinsicht zusammen. Die beteiligten: Der Hersteller, die Großhändler und Distris, die Vertriebswege und Händler und den "mündigen Verbraucher". Dass hier nicht mehr jeder gleich am "Verkauf" beteiligt ist, sei mal dahingestellt. Der Distri/Großhändler: Der schlaue Distri der sich auf die neuen Gegebenheiten eingestellt hat, lebt meiner Meinung derzeitig noch gut. Damit dies vorerst auch so bleibt fungiert er auch aus Fullfillment und Komplettdienstleister und baut seine Marktstellung z.B. durch Zusammenschluss weiter aus. Letztendlich geht es ja auch darum bei wem der Hersteller seine Ware zum verramschen und "abwickeln" ins Lager stellt. Die Märchen es sei kein Spielraum drin, glaubt keiner mehr. Spätestens wenn nahezu ausnahmslos die Ware der großen seriösen Etailer lt. Aufklebern von den Distris stammt. Wenn der Markt der Etailer sich natürlich weiter konsolidiert, kommt vielleicht der Hersteller auch einmal darauf die Versandetiketten gleich für die "richtige" Adresse auszudrucken. Der Vertriebsweg / Händler: Dies ist eigentlich der für mich wichtigste Punkt meines Beitrages mit den aktuellsten Veränderungen. Hier merkt man am besten was sich geändert hat. Neben den klassischen Vertriebswegen über Etailer, Retailer und Fachhändler kommt seit 2011 ein weiterer großer Punkt hinzu. Die Hersteller merken langsam. Hoppla, im Internet erreiche ich meinen Kunden ja direkt. Und Hoppla, warum sollte ich Ihn auf meiner Firmenseite nicht nur die Produkte vorstellen, um diesen anschliessend mit "Mond-UVPs" wieder zu vergraulen. Schliesslich kann ich als Hersteller doch noch immer den besten Preis machen und meine Marionetten verschicken schliesslich brav für mich, welche andere Wahl hätten Sie auch. Loyalität zählt spätestens dann nichts mehr und der eigentliche Sinn eines Vertrages kommt dann voll zur Geltung und wird ausgenutzt. Langfristiges Denken (über ein Quartalsende hinaus) würde zwar etwas bringen, aber der Manager würde spätestens das 3. Quartal nicht mehr vollumfänglich miterleben. Also kam man bereits Ende 2010 auf die glorreiche Idee: Wir möbeln unsere betagten Herstellershops etwas auf und promoten diese ganz unverblümt direkt an unseren Endverbracher. Da die Sättigung längst da ist (siehe "Der Verbraucher") wird die Ware direkt in den Markt reingedrückt. Dies geht auch erst einmal gut, aber spätestens nach solchen Cashback Aktionen ist das Produkt oft nur noch verramscht. Egal wird es doch bald durch ein "neues" Produkt oder zumindest ein anderes Gehäuse und Modellbezeichnung ersetzt. Nur wenigen Produkten würde es gelingen nach einer Cashback Aktion unbeschadet den Werteverfall zu überstehen. Meist sind das die Produkte die der Verbraucher in jedem Falle haben möchte. Die meisten anderen Produkte sind aber ersetzbar. Der Verbraucher: Der Verbraucher braucht gefühlt immer weniger. Eine 2TB Festplatte für ein paar Euro und die gesammelten 10 USB Sticks reichen, Webcam,Cardreader uvw sind sowieso für wenige Dollar in jedem Notebook verbaut. Dem Verbraucher wird zwar in den abendlichen Berichten im TV vorgekaut was denn neu und innovativ sei (gerade wenn die Cebit läuft), er wird auch sagen "nett", aber wirklich brauchen wird er es nicht. Wenn die Kaufsucht dann doch zu groß ist und man es vielleicht doch brauchen könnte, kann man es ja für 0% finanzieren. Da kann daher auch schonmal das 999 € gekauft werden (das mittlerweile alles drin hat) anstatt das einfache das man sich eigentlich leisten kann. Darüber hinaus gibt es jedoch natürlich noch die Verbraucher dem das alles "zum dumm" wird und der gerade deshalb zu einem ehrlichen Fachhändler geht. Genau mit denen arbeiten wir nach Möglichkeit, dies sei angemerkt. Dem Verbraucher ist es fast egal von welchem "Markenhersteller" das Produkt nun kommt. In gewissen Preisbereichen nimmt sich das letztendlich sowieso nichts. Wer Wert auf mehr legt dem kann der Händler gerne höherwertigere Produkte anbieten, meine Hand für selbige möchte ich für manches Businessnotebook aber auch heute nicht mehr ins Feuer dafür legen. Ich könnte hier noch Stunden weiterschreiben, jedoch bringt das wenig. Angemerkt sei aber dass viele Verbraucher durchaus aus manchen negativen Erfahrungen auch durch das Internet gelernt haben. Wer wenig von PCs versteht und dennoch immer einen Ansprechpartner braucht, merkt dass er mit dem Internetschnäppchen beim Fachhändler ums Eck "mit mal eben ner schnellen kostenlosen Frage" auf Erwiderung oder Antwort stößt. Die Autoindustrie wirbt hier auch stetig mit Rabatten. Hier glaube ich brauche ich nicht zu sagen dass die meisten Autos völlig überteuert in DE angeboten werden. Aber selbst wenn sich der Kunde für einen 9900 Euro Kleinwagen entscheidet. Das Auto ist dem Kunden lieb und teuer, siehe auch aktuelle E10 Diskussion, hier wird er keine Kompromisse oder Risiken eingehen wollen. Gleich wichtig oder für viele wichtiger als manches Auto ist heute der PC oder das Laptop geworden. Nicht wenige leben mit oder durch den Computer, aber für das Notebook will man dann ungern mehr als 500 Euro (oder weil man so gütig is und es schätzt is man bereit sogar 100 !! Euro mehr auszugeben...) ausgeben. Täglich erlebe ich tickende Zeitbomben, gerade was das Thema Datensicherheit angeht. Wenn das Gerät kaputt is, gilt den Daten noch das größte Interesse...ansonsten wird es weggeschmissen. Eine Reparatur für 100 Euro...."lohnt ja nicht mehr", wo ein neues Modell doch 400 Euro kostet. (Anmerkung: Hätte der Kunde jedoch einen Auffahrunfall mit seinem Auto und die Reparatur würde 3500 bei einem Zeitwert von 10000 Euro kosten....die meisten würden das Auto jetzt nicht wegwerfen. Auch lasse ich dann das Argument nicht mehr gelten, ja man würde auch gleich neuere Technik mit erwerben. Vielleicht ist das "Unfallauto" auch unlängst kürzlich durch neuere Modelle mit mehr Spielereien ersetzt worden. Dies is dann aber nicht so wichtig..) Man kann also schon sagen dass die Verbraucher bereit sind für Service durchaus Geld auszugeben. Die absoluten Schnäppchenjäger werde ich nicht mehr bekehren. Die Zeit investiere ich lieber in meine Stammkunden. Sinnvoller finde ich für mich die Situation zu erkennen. Gerade beim Thema Direktvertrieb drehen die Hersteller in den letzten 3 Monaten massiv auf und Ware wird "koste es was es wolle" in den Markt gedrückt. ICH SELBST: Selbst spiele ich das Spiel in geteilter Form mit. Ich kaufe ab und an als Fachhändler meine Produkte selbst tagesabhängige Gutscheinaktionen usw beim Etailer, aber auch...und das ist neu, seit 2011 gern mal beim Hersteller selbst als "Endverbraucher". Wenn der Preis dann, ein gewisses Gespür vorausgesetzt, wieder steigt kann ich gut kassieren. Steigt der Preis nicht, weiss ich zumindest ich habe momentan nicht zu teuer gekauft und kriege die Ware in der Regel ohne Verlust wieder los. Ungern möchte ich dieses Verhalten aber zur Regel werden lassen, denn Nachhaltig ist das auf Dauer nicht. Sogesehen geht es mir als Fachhändler derzeitig noch relativ gut. Ich nutze die Gegebenheiten des Marktes mit dem Unterschied dass ich die Ware anschliessend ( da ich noch keinen echten Druck habe) nicht an meine Endverbraucher verramsche. Auch das ist Teil dessen dass ich nicht als regionaler Ramscher gelten möchte, sondern als Fachhändler. Ich verkaufe Sie preiswert mit dem nötigen Service und der nötigen Marge und so mancher günstig erworbene Posten landet bei Ebay und Co wo ich am Prozess der Kaufentscheidung nur unwesentlich beteiligt bin. Sorge bereitet mir eher der Gedanke dass ich derzeitig noch viele Notebookreparaturen habe. Auch der "Software Service" an Notebooks spielt hierbei eine wichtige Rolle, bezieht der Laie Fehler an der Software doch gerne auch auf das ganze Notebook...und eine "Reparatur" dieser "Softwarefehler" scheint dann nicht mehr sooo lukrativ. Momentan landen die Geräte in der Regel von 2004-2009 bei mir. Die Verkaufspreise im Schnitt 500-1000 Euro mit starker Tendenz Richtung 1000 Euro. Was gerade derzeitig am Notebookmarkt, und damit meine ich die letzten 2-3 Monate abgeht, ist jedoch nicht mehr normal. Auch dank Direktvertrieb und Umsatzdruck wurde eine weitere Preisgrenze gesprengt und Allroundnotebooks gelten nun wie Quartal 3/4 2010 für 699 nicht mehr als günstig, sondern für 499 Euro. Gerade zu lachhaft finde ich dann die GreenIT Argumente der Hersteller, denn die Herstellung eines dann zum absoluten Wegwerfprodukt gewordenen Gerätes kostet mutmaßlich ein vielFaches was der Kunde in den 2 Jahren Lebenszyklus des Gerätes einsparen kann. Ich werde bald sehen ob und wieviel Notebooks in ca 1-2 Jahren noch vorbeigebracht werden zur Reparatur. Dienstleistung ist schliesslich wichtig und zumindest bei Endverbrauchern geht nicht nur alles über reine Software-Dienstleistung. Auch wenn in meinem Beitrag für euch Profis nicht viel neues stehen mag, so wollte ich gerne auch für mich die aktuelle Situation, besonders in den Bezug auf den zunehmenden Direktvertrieb schildern. Als Fazit möchte ich betonen dass es mir derzeitig dahingehend gut geht und dies keinesfalls als "Frustbeitrag" zu verstehen ist. Ich passe mich dem Markt stetig an, entwickle auch neue Möglichkeiten und sehe es auch als Herausforderung. Einen schönen Sonntag noch. Geändert von thepc (27.03.2011 um 15:00 Uhr). |
|
|||
|
Ich melde mich hier mal mit der Erfahrung eines Käufers. Habe selbst vor zwei Jahren einen sehr günstigen Laptop (499€) bei einem der großen Anbieter (Name wird nicht genannt, aber ich war damals nicht blöd
) gekauft und bin auch zufrieden damit, aber ein Problem ist der Service. Klar war es für mich super als Student damals eine 0%-Finanzierung zu bekommen und gemütlich in Raten abzuzahlen, aber die Serviceleistung beim kleinen Händler ist einfach besser. Kenne es z.B. aus meiner kleinen Heimatstadt, dass der Computerfachmann abends nach der Arbeit noch vorbei kam und Probleme behoben hat. Das hat man nun mal bei einem Großhändler nicht, da wird der Laptop dann gleich umständlich eingeschickt etc., was für viele Menschen einfach nicht geht. Darum werde ich bei meinem nächsten Kauf wieder auf den Anbieter und weniger auf den Preis achten. Jetzt kann ich das ja sagen, das Studium ist ja jetzt vorbei. Viele Leute müssen aber leider extrem auf den Preis schauen. |
|
|||
|
Dass die Sättigung unaufhaltsam voranschreitet kann man ganz gut an den ersten Quartalszahlen eines großen Herstellers sehen.
Dieser Trend wird sich denke ich auch fortsetzen.... auch wenn ich z.B. gestern gleich einige Notebooks "nacheinander" verkauft habe. Trotz dass ich die Geräte individuell meinen Kunden anbiete, hat es bereits etwas von verramschen. 700 € ist nun so die Obergrenze für viele, alles spielt sich zwischen 300 und 700 Euro ab...mit Tendenz zu 300-500€...denn wenn ich manches "Tageshighlight" anschaue, werden im Netz jetzt schon i5 Notebooks in Masse für teils 400 € verramscht. |
|
|||
|
Aus den letzten 4 Wochen bleibt die Erkenntniss dass der Preisverfall weitergeht.....auch wenn kaum noch Spielraum scheint....
Auch mancher Hersteller hat seine Cashback Aktionen weiter verlängert..selbst ohne Cashback gibts nun bereits DualCore mit 4GB RAM und Win7 für teils 300 Euro oder weniger.... |
|
||||
|
Apropo Notebookreparaturen… Da würde mich mal interessieren, was bei euch so am häufigsten an Reparaturen anfallen und wie ihr diese abrechnet?
Bei uns die Top5: 1. Netzbuchse abgebrochen (berechnen wir mit ca. 60 – 100 Euro inkl. Buchse, je nach Zeitaufwand) 2. Displayschaden (berechnen wir ca. 3AE also 37,50 Euro zzgl. 59 Euro für gebr. Display oder neuen ca. 100 – 150Euro) 3. Grafikkarte nachlöten und Kühlsystem optimieren (berechnen wir mit ca. 70 – 120 Euro inkl. Teile, je nach Aufwand, wir weisen aber drauf hin, das diese Reparatur sehr riskant ist und auch nur kurzzeitig anhalten oder gar erfolglos verlaufen kann und das wir die investierte Zeit auf jeden Fall berechnen werden) 4. Tastatur tauschen (nur das Tauschen wird mit ca. 1 – 3AE also 12,50 – 37,50Euro zzgl. Tastatur ca. 50 Euro berechnet) 5. Festplatte defekt (ca. 37,50 – 50 Euro zzgl. Festplatte)
__________________
Mit freundlichem Gruß, Christian Ressel Inh. EDV-Crew |
|
|||
|
Hu, also ich muss sagen...im Quartal 4 dachte ich noch..jetzt gehts in Sachen Notebookreparaturen ab. Gebrochene Displays, Scharniere, HDDs, usw usw...
...jetzt im Quartal 1/2011 bzw. so seit Februar ist das ganze wieder hinfällig.... wenige "echte" Notebookreparaturen..meist Notebooks mit Softwarefehlern und HDD defekt.... vielleicht erste Auswirkungen vom weiteren Preisverfall?! Wenn man es überhaupt danach ordnen kann: 1. Notebook HDD Defekte (HDD + jenachdem Arbeitszeit, meist mit Windows Neuinstallation...daher HDD ca. 50 Euro + 45-90 Euro Arbeitszeit) 2. TFT Austausch , ca. 100-160 Euro für neue TFTs + ca. 45-60 Euro Arbeitszeit. 3. Tastaturen Tauschen 4. Grafik nachlöten usw haben wir aufgegeben, zuviel Ärger, bei den immer gleichen "Volksnotebooks mit GeForce 8600 usw) Was Netzteilbuchsen angeht, kann ich eigentlich von einem Phänomen sprechen.2007 und 2008 war dies weit verbreitet. Lockere Buchsen habe ich scho lange nicht mehr gesehen bzw. zur Reparatur bekommen. Ansonsten je nach Aufwand ca. 120 Euro. |
|
||||
|
Was mir auch grad noch einfällt, wir haben hier vorort eine nette "iI GmbH" im Ort, die in den regionalen Zeitungen eine Reparaturpauschale für Notebook oder PC von 35 Euro + Teile anbietet. Das ist sone Hütte, die eigentlich für größere Hersteller die Garantiereparaturen ausführt, aber mittlerweile macht sie auch noch den regionalen Markt mit "Dumpungreparaturangeboten" kaputt. Bis vor wenigen Jahren hatten wir sogar noch einen anderen kleinen "Schrauberladen, der ebenfalls mit "Festpreisreparaturen von 25, dann 30 und zum Schluss mit 35 Euro geworben hat. Ich werde ganz sicher nicht für 35 Euro eine Netzbuchse tauschen... Habt ihr auch solche "Spezialisten" am Ort?
__________________
Mit freundlichem Gruß, Christian Ressel Inh. EDV-Crew |
![]() |
| Lesezeichen |
| Themen-Optionen | |
| Ansicht | |
|
|





) gekauft und bin auch zufrieden damit, aber ein Problem ist der Service. Klar war es für mich super als Student damals eine 0%-Finanzierung zu bekommen und gemütlich in Raten abzuzahlen, aber die Serviceleistung beim kleinen Händler ist einfach besser. Kenne es z.B. aus meiner kleinen Heimatstadt, dass der Computerfachmann abends nach der Arbeit noch vorbei kam und Probleme behoben hat. Das hat man nun mal bei einem Großhändler nicht, da wird der Laptop dann gleich umständlich eingeschickt etc., was für viele Menschen einfach nicht geht. Darum werde ich bei meinem nächsten Kauf wieder auf den Anbieter und weniger auf den Preis achten. Jetzt kann ich das ja sagen, das Studium ist ja jetzt vorbei. Viele Leute müssen aber leider extrem auf den Preis schauen.







Linear-Darstellung
