|
UMTS: Verloren im Abkürzungsdschungel
Ein paar Fragen vornweg: Welcher Netzbetreiber bietet in welchen Städten UMTS an? Wo ist HSDPA verfügbar, wie schnell ist das wirklich und was kostet es? (und was ist das überhaupt?) Welche Endgeräte unterstützen HSDPA, wann kommt HSUPA (was ist das schon wieder?) und welcher Tarif ist der beste? Ist EDGE eine sinnvolle Alternative zu UMTS? Soll ich lieber ein UMTS-Notebook kaufen oder auf eine PCMCIA-Karte setzen?
Können Sie alle diese Frage beantworten? Herzlichen Glückwunsch, dann sind Sie wahrscheinlich einer der wenigen Top-Händler, die sich bei so genannten 3G-Netzen, zu denen auch UMTS gehört, aus dem Effeff auskennen. Den meisten wird es jedoch so gehen wie mir: UMTS ist ein Dschungel aus Abkürzungen und Tarifen geworden, den kaum einer durchschaut. Die Komplexität und Erklärungsbedürftigkeit prädestinieren das Thema eigentlich für den Fachhandel – doch Marge und Unterstützung der Mobilfunkanbieter entsprechen nicht dem Aufwand, den ein Händler betreiben muss, wenn er 3G-Produkte verkaufen will.
Dabei hat die Technologie durchaus Potenzial: Rund 117 Millionen UMTS-Nutzer gibt es derzeit weltweit – bei insgesamt 2,6 Milliarden Mobilfunkteilnehmern. Weitere Marktanteile kann 3G jedoch nur dann erringen, wenn Netzbetreiber und Gerätehersteller Mehrwertdienste anbieten, die dem Kunden einen offensichtlichen Nutzen bringen. Angesichts sinkender Minutenpreise, Flatrates und Discounter-Angeboten in den GSM-Netzen wird die Sprachtelefonie nämlich kaum einen nennenswerten Beitrag zur Refinanzierung der 50 Milliarden Euro teuren 3G-Netze leisten
Damit UMTS ein Massenmarkt wird, müssen die Netzbetreiber noch einmal kräftig investieren: In einen raschen Netzausbau mit der Breitband-Technologie HSPA – eines der wichtigsten Kriterien für den Erfolg wie die Studie "Mobile Business 2011" zeigt, die Sie in der kommenden ChannelPartner-Ausgabe (23/07) lesen; in einfachere und transparentere Tarife, in Mehrwertdienste, die den Umstieg auf UMTS attraktiv machen, in den Handel, damit dieser die Produkte aggressiver in den Markt bringen kann.
Den Netzbetreibern bleibt dafür nicht mehr viel Zeit – neue Breitbandtechnologien wie Wimax stehen bereits in den Startlöchern und werden UMTS schon bald kräftig Konkurrenz machen.
Geändert von Dr. T. (06.06.2007 um 08:23 Uhr).
Grund: Korrektur
|