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Alt 24.10.2011, 13:24
Administrator
 
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Von Passwörtern, Identitäten und Existenzen

Passend zur CP-Umfrage "Mal Hand aufs Herz: Wie sicher sind Ihre Passwörter?" (--> Umfrageergebnis ansehen) hat sich auch unser "schreibender Fachhändler", der "CP-Querschläger", seine Gedanken gemacht:

Ein sicheres Passwort ist einmalig, nicht reproduzierbar und ohne logischen Hintergrund. Doch nicht einmal Profis halten sich daran – weil es einfach nervt, nach jedem neuen Anmelden am System ein neues Passwort zu generieren. Und selbst diese Methode hat einen Algorithmus, der bestimmte Abläufe zu bestimmten Zeiten an bestimmten IP-Adressen zeigt.

Jedes Sicherheitssystem ist nur temporär. Es ist also eine Frage der Zeit, bis es geknackt ist. Biometrische Systeme, die eine hohe Sicherheit versprechen, haben zumeist eine Hintertür, die per Zugangscode funktioniert. Ich möchte kein Geheimnisträger sein, der sich biometrisch identifizieren muss: Finger können abhanden kommen!

Zufallsgeneratoren sind normalerweise auch nicht wirklich zufällig. Gegen Keylogging und eine optische, akustische oder elektrische Ausspähung helfen selbst komplexe Zeichenfolgen nur bedingt. Und Chipkarten oder USB-Sticks können gestohlen werden. Anders ausgedrückt: Nichts ist hundertprozentig sicher.

Das Problem der Identifikation kann sich allerdings auch zu einem Problem der Identität wandeln. Was, wenn Signaturen, Chipkarten oder Passwörter nicht mehr funktionieren? Solange es sich um das Kundenkonto eines Direktversenders handelt, ist das im schlimmsten Fall ärgerlich.

Was ist aber, wenn jemand unsere Existenz bei der Sozialversicherung, der Krankenkasse, der Bank oder der Meldebehörde hackt? Oder Pornos auf unsere Facebook-Seite stellt, Straftaten im Polizeicomputer vortäuscht oder unsere Kreditwürdigkeit bei der Schufa herabsetzt? Im Extremfall kann schon heute ein Leben zerstört werden, indem an ein paar Stellen wichtige Daten manipuliert werden. Nur wenige wissen, ob das nicht schon längst passiert.

Ich für meinen Teil habe ein Codebuch angelegt, mit dessen Hilfe die wichtigsten Zugänge gesperrt, gelöscht oder genutzt werden können. Damit wenigstens jemand an meine Daten kommt, wenn ich es nicht mehr kann.

Mein Fazit: Das sichere Kennwort bleibt eine Illusion. So wie private E-Mails und sichere Systeme.
Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)
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