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Alt 17.12.2009, 14:09
Erfahrenes CP-forum-Mitglied
 
Registriert seit: 12.06.2009
Beiträge: 149
Dyna befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Bandsicherung

Hallo Profis,

ich als Anfänger sichere eigentlich immer auf externe Festpatten und z.B. mit Acronis oder Storagecraft Software.
In Servern findet man ja oft Bandlaufwerke. Verwendet man die heutzutage immernoch? Was sind die Vor- /Nachteile aus eurer Erfahrung? Was für Hersteller würdet ihr empfehlen?

Vielen Dank.
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  #2 (permalink)  
Alt 17.12.2009, 14:30
Moderator von CHIC
 
Registriert seit: 13.10.2006
Beiträge: 272
Ronny befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Aber sicher sichert man noch auf Band! DAT-Bänder z.B. haben den unschlagbaren Preisvorteil. Nirgendwo kriege ich mehr GB für so wenig EUR.

Außerdem gibt es Bandrotationsgeräte, die automatisch jeden Tag ein anderes Band zum Sichern hernehmen usw. usw.

Naja, und recht fix sind moderne Bandsicherungen natürlich auch - und auch das ist ein entscheidendes Kriterium, da bei vielen Installationen mit steigendem Datenaufkommen die Zeitfenster für die Sicherung immer enger werden.

Es gibt also eine ganze Menge Argumente pro Band (das sind nur einige). Wir nehmen für Bandsicherung ausschließlich HP-Geräte. Die sind zwar nicht unbedingt besser als andere, haben aber ordentlichen Support und wir kennen halt deren "Macken"...
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  #3 (permalink)  
Alt 17.12.2009, 22:03
MCB MCB ist offline
Erfahrenes CP Forums-Mitglied
 
Registriert seit: 20.11.2009
Beiträge: 59
MCB ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Zitat:
Zitat von Dyna Beitrag anzeigen
Bandlaufwerke. Verwendet man die heutzutage immernoch? Was sind die Vor- /Nachteile aus eurer Erfahrung?.
Datensicherung ist ein komplexes Thema. Ein Konzept dafür sollte an erster Stelle stehen. Bandlaufwerke haben sicherlich in klar abgegrenzten Scenarien ihre Berechtigung. Eine umfangreiche Darstellung findet sich zum Beispiel beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI. Siehe z. Bsp.

https://www.bsi.bund.de/cln_165/Cont...02/m02137.html

Wir setzen Bandlaufwerke in erster Linie dort ein, wo Daten der Unternehmung zur sicheren Aufbewahrung an einen anderen Ort verbracht werden müssen. Dies dient in erster Linie dem Schutz vor Verlust durch Diebstahl, Brand, Wasserschaden u.ä.

Ein Datenband ist leicht transportabel, fasst nach den derzeitigen am Markt befindlichen Systemen auch große Datenmengen und kann eben fernab der Entstehungsorte sicher aufbewahrt werden.

In der Praxis bestehen aber sehr wohl Probleme. Einerseits mit der Disziplin des Users (wer nimmt welches Band wann mit). Das führt in vielen Fällen dazu, dass die Bänder letztendlich neben dem Server liegen und den oben beschriebenen Gefahren ausgesetzt sind. Andererseits sind die Medien empfindlich hinsichtlich elektromagnetischer Strahlung, Verschmutzung und Hitze. Ein weiterer Schwachpunkt sind die oftmals nicht genutzten / vorhandenen Optionen für die Benachrichtigung des Users über zu meldende Fehler.

Eine Kundin hatte z.Bsp. das Band immer in ihrer Tasche zusammen mit dem großen Schlüsselbund. Beim Restoreversuch stellte sich das Band als beschädigt und unbrauchbar heraus. Ein anderer Kunde hatte das Band ständig im Handschuhfach des Autos abgelegt. Ob durch Hitzeeinwirkung oder weil das Band direkt unter dem Lautsprecher im Armaturenbrett abgelegt war: Es war unbrauchbar beim Restore. Oftmals sind Kunden auch nicht darüber informiert, ob die Sicherung ordnungsgemäß abgelaufen war. So werden Bänder zum Teil gar nicht oder zu spät ausgetauscht. Sie unterliegen aufgrund der höheren mechanischen Beanspruchung einem besonderen Verschleiss. Der Wartungsaufwand ist nach meiner Erfahrung eben hoch, kostenintensiv und zum Teil umständlich.

Andere Medien, wie z.Bsp. die angesprochenen Festplatten, Sticks oder DVD haben auch Schwachstellen, die es zu beachten gilt.

Ähnlich wie du gehe ich mittlerweile verstärkt zur Sicherung der Daten auf Festplattenlaufwerke über. Sie haben den Vorteil, dass beim Restore für das Lesen der Daten weit weniger Zeit benötigt wird als beim Wiederherstellen von Band. Zudem bieten die Verwendung von RAID Leveln verstärkte Sicherheit gegen Ausfall. Sofern ein Image des gesamten Systems abgelegt werden kann, besteht zusätzlich der Vorteil der schnellen Wiederherstellung auch auf geänderter Hardware.

Bei Firmenkunden setze ich Terra- oder Buffalo Station im RAID 5 Verbund ein. Die Geräte werden in einem sicheren Brandabschnitt oder möglichst in anderen, entfernt liegenden Gebäudeteilen aufgestellt. Wesentlicher Vorteil ist zum einen die Stufe der Ausfallsicherheit und die Größe der Datenmenge, die gesichert werden kann. Andererseits können nahezu alle Strategien des Backups (z.Bsp. Vollsicherung pro Tag mit anschließender inkrementeller Sicherung) genutzt werden. Und das nicht nur für den Server, sondern auch für die Workstation.

Ausfallsicherheit und Datensicherheit sind Anforderungen, die je nach Stufe mehr oder weniger Geld kostet. Gerade kleine Unternehmungen erkennen aber neben der geschaffenen Bequemlichkeit auch zusätzliche Optionen der Sicherung auf NAS Systemen.

Für größere IT Systeme bieten sich unter den genannten Aspekten SAN Systeme und redundante Visualisierungsmechanismen an. Da wird dann ohnehin kein Band für die Datensicherung der Gesamtstruktur mehr eingesetzt. Aber auch hier haben Bänder für spezielle, klar umgrenzte Bereiche noch die Daseinsberechtigung.

Bandlaufwerke werden bei meinen Kunden im Quartals- oder Halbjahresintervall überprüft und gewartet; die Bänder spätestens nach einem Jahr ausgetauscht. Die eingesetzte Backup Software meldet Fehler oder/und Erfolg der Sicherung per PopUp Window oder per Mail.
Damit habe ich aktuell die besten Erfahrungen gemacht.

Hab gerade nachgeschaut: Mein letztes DAT40 habe ich vor zwei Jahren verkauft. Als Austauschgerät. Seit dem haben alle Kunden für neue Datensicherungen NAS und SAN Geräte bekommen. Deine Frage nach der heutigen Verwendung ist durchaus berechtigt

Geändert von MCB (17.12.2009 um 22:16 Uhr). Grund: Nachtrag
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  #4 (permalink)  
Alt 17.12.2009, 23:49
Benutzerbild von McLord
Moderator von CHIC
 
Registriert seit: 12.06.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 346
McLord befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Wir setzen bei fast allen Kunden Streamerbänder als 3nd-Level-Backup ein.
Natürlich LTO oder DLT, auf keinen Fall mehr DAT. DAT ist zu empfindlich und fehleranfällig.

3nd-Level bedeutet dabei den dritten Schritt einer dreistufigen Backup-Strategie.

Kurzfristige Filerestores kommen bei uns aus Shadowcopys. Das Feature ist Gold wert! Selten kann man Kunden so einfach so glücklich machen. Ein Mausklick und die versehentlich überschriebene Datei ist wieder da!

Im 2nd Level erfolgt ein Backup-2-Disk auf einen separaten Backupserver, der nach Möglichkeit in einem ganz anderen Büro- / Gebäudeteil untergebracht ist (wegen der von MCB erwähnten Gefahren Brand, Wasser, Diebstahl). Das Backup-2-Disk läuft nachts.

Tagsüber kommt dann Schritt Nr.3, das Sichern der Daten auf Streamertape oder Library. Es ist in unserem Servicevertrag schriftlich (!) geregelt, wer für den Bandwechsel zuständig ist, inkl. Vertretungsregelung. Die Bänder kommen dann meist in einen feuer+wassersicheren Tresor.

Wichtig dabei ist eine ausreichende Anzahl von Bändern. Eine Wochenrotation von 5 Bändern ist ziemlicher Humbug und verfehlt das Ziel einer Backupstrategie völlig. Wir empfehlen unseren Kunden 20 Bänder, je eins für jeden Wochentag, eines als Wochensicherung, eines als Monatssicherung. So haben wir flexible Sicherungshorizonte von 1 Tag bis 1 Jahr!

Von einer alleinigen Sicherung auf ein NAS (wie Buffalo Terastation) rate ich jedem Kunden ab. Zum Teil komme ich bei Neukunden (Rechtsanwälte, Ärzte, Steuerberater) ins Büro und sehe auf dem Schreibtisch der Sekretärin so einen Würfel. "Was ist denn das?" frage ich dann... "Unsere Datensicherung!". "Aha ... damit jemand, der Ihre Mandanten/Patientendaten haben möchte, einfach nur zugreifen braucht - mundgerecht verpackt sozusagen?" "Öhhh... tja... also...." Verschlüsselung der Daten? Pfff.... Abgesehen davon sind gerade diese Buffalo-Dinger ziemlich langsam. Dritter Grund gegen NAS ist die Möglichkeit, dass Viren/Trojaner im Prinzip die Möglichkeit haben, auch ein NAS zu infiltrieren und damit alle Backups unbrauchbar zu machen. (Ist mir noch nie passiert, aber möglich wärs). Vierter Grund: Diese Billig-NAS sterben mir zu häufig. Ich hatte bereits 2 Buffalo Teras mit Elektronikfehler, wo Buffalo die Segel gestreckt hat, jemals wieder an die Daten ranzukommen. Selbst der Umbau der Platten in ein an sich baugleiches Modell hat nicht geklappt.

Fast immer kommt das Argument "wer soll das bezahlen"? Aber sorry, wer am Backup spart, spart definitiv am falschesten aller möglichen Enden. Dann lieber einen etwas langsameren Server oder nicht das allerschickste Notebook, dafür aber eine Datensicherung, die das Wörtchen "Sicherung" auch verdient. Datenverlust ist für fast jede Firma existenzbedrohend, ein langsamerer Server nicht.

Datenbänder müssen regelmäßig getauscht werden. Wir haben für alle Kunden eine Wiedervorlage eingerichtet - d.h. der Kunden kriegt jedes Jahr sein Angebot. Leicht verdientes Geld!

Ausserdem setzen wir Tools ein, die uns sofort benachrichtigen, wenn beim Backup was schief geht. Früher haben wir uns die Sicherungsprotokolle per Mail schicken lassen, dann saß ein Mitarbeiter den halben Vormittag da und hat die Protokolle gesichtet... Kunde A: OK, Kunde B: OK .... jeden Tag. So eine idiotische Beschäftigungstherapie! Inzwischen setzen wir Serverüberwachungstools ein, d.h. wir kriegen nur dann eine Meldung (bis auf unsere Blackberries), wenn eine Sicherung NICHT OK war. Wir nehmen für die Kontrolle das gleiche Geld wie früher, wir haben nur keine Arbeit mehr damit. Wieder leicht verdientes Geld!
__________________

----------------
Zusammenkunft ist ein Anfang.
Zusammenhalt ist ein Fortschritt.
Zusammenarbeit ist der Erfolg!


Henry Ford I.
amerikan. Automobilindustrieller, Gründer der 'Ford Motor Company'
1863 - 1947
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  #5 (permalink)  
Alt 18.12.2009, 09:17
Erfahrenes CP-forum-Mitglied
 
Registriert seit: 12.06.2009
Beiträge: 149
Dyna befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

Wollte hier eigentlich garnichts mehr schreiben, aber hab ich Gottseidank doch gemacht...
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  #6 (permalink)  
Alt 19.12.2009, 15:26
Moderator von CHIC
 
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Ort: Neutraubling/Regensburg
Beiträge: 307
ccs_bk befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von Dyna Beitrag anzeigen
Wollte hier eigentlich garnichts mehr schreiben, aber hab ich Gottseidank doch gemacht...
Warum das denn?

Also zum BackUp - entscheidend ist die Strategie! Bei den Medien scheiden sich die Geister.
Wir haben früher in Server- Umgebungen nur Bänder (AIT/DLT) verwendet, heute fast ausschliesslich SATA- Festplatten im Wechselrahmen. 1TB auf Band ist teurer als auf SATA
HDD. Zudem mussten wir immer wieder mal feststellen, dass der Austausch eines Bandlaufwerks nicht immer unproblematisch ist. Alte Bänder werden plötzlich nicht mehr erkannt, da die Schreib/Leseköpfe des alten Laufwerks dejustiert waren. Was solange nicht störte solange das Laufwerk seinen Namen noch Ehre machte. Ein Bandlaufwerk sollte auch regelmäßig gereinigt werden.

Auf die Idee ein NAS als Sicherung zu verwenden sind wir wegen der unterschiedlichen Clients (MAC/WIN) noch nie gekommen. Es gab schon so genügend Probleme mit Sonderzeichen.
Bei gemischten Betriebsystemen kann ich auch nur zu Retrospect raten. Alle anderen BackUp- Applikationen haben immer wieder Probleme mit
" / \ . " und was sonst noch gerne als Verzeichnis- Trenner bevorzugt wird.
__________________
b.kroenauer
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  #7 (permalink)  
Alt 23.07.2010, 16:34
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Beiträge: 149
Dyna befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Möchte mir vielleicht jemand ne konkrete Empfehlung für eine Bandsicherung in Verbindung mit einem Wortmann Terra Server geben?

Welche Software setzt ihr zur Überwachung ein?

Vielen Dank

Geändert von Dyna (28.07.2010 um 11:28 Uhr).
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  #8 (permalink)  
Alt 28.05.2011, 15:06
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Beiträge: 1
ansaoei befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Bandlaufwerke fndet man noch. Jedoch investiert nicht jede Firma sofort in eine Technik
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  #9 (permalink)  
Alt 22.09.2011, 14:39
Neues CP-forum-Mitglied
 
Registriert seit: 22.09.2011
Beiträge: 2
Starwolke befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Bandlaufwerke sind mittlerweile Schnee von Gestern. Externe Festplatte im Netz einbinden und Ordner samt Unterordner synchronisieren. Fertig ist die Datensicherung.
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  #10 (permalink)  
Alt 23.09.2011, 22:26
Erfahrenes CP-forum-Mitglied
 
Registriert seit: 08.07.2009
Beiträge: 81
unibeta befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Das ist keine vollständige Sicherung!

Eine korrekte Sicherung muß zusätzlich außerhalb des Netzwerks sicher aufbewahrt werden.

Da sind Streamer nach wie vor eine gute Wahl, da hier Tages, Wochen und Monatssicherungen auf bezahlbaren Medien aufbewahrt werden können.

LTO ist hier das Stichwort. Gruß unibeta
__________________
Gruß unibeta
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