08.04.2008 | 10:27 Uhr

Fraunhofer Ökostudie

Thin Clients schlagen PCs auf ganzer Linie

In deutschen Unternehmen und Behörden liegt ein enormes Potenzial zum Klimaschutz brach. Zu diesem Ergebnis gelangt eine von IGEL Technology in Auftrag gegebene Studie des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT.

Laut der Studie des Fraunhofer-Instituts UMSICHT belasten Desktop-PCs Umwelt und Klima doppelt so stark wie funktionell ebenbürtige Thin Clients. PC-Arbeitsplätze besitzen demnach eine doppelt so hohe Treibhausgasrelevanz. In punkto Herstellung, Betrieb und Entsorgung bilden Thin Clients somit nachweislich die umweltfreundlichere und zugleich ökonomischere Alternative.

Die 2008er Untersuchung stellt moderne Desktop-PCs und IGEL Thin Clients erstmals in einer ausführlichen, insbesondere die Produktion einbeziehenden Lebenszyklusbetrachtung gegenüber und bewertet neben diversen anderen umweltrelevanten Stoffen deren Treibhausgasrelevanz mittels des GWP-Wertes (Global Warming Potential).

Die Einheit kg CO2eq steht für Kilogramm CO2-Äquivalent und führt diverse Treibhausgase in einem Wert zusammen. Während einer typischen Nutzungsdauer von fünf Jahren beträgt das GWP eines Desktop-PCs inklusive Produktion, Betrieb und Entsorgung 1.211 kg CO2eq. Der Thin Client kommt inklusive Serveranteil lediglich auf 554 kg CO2eq. Das sind 54 Prozent weniger GWP-Emissionen als beim PC oder anders ausgedrückt, das Global Warming Potential eines PCs beträgt rund 200 Prozent einer Thin Client-Lösung.

Funktion statt Material

In Europa wächst die Menge an Elektroschrott dreimal schneller als andere Abfälle. Die Wiederverwertung findet oftmals in weniger entwickelten Ländern unter niedrigen Umweltstandards und gesundheitsgefährdenden Bedingungen statt.

Der neue Ökologievergleich von Fraunhofer UMSICHT berücksichtigt deshalb erstmals neben Energieverbrauchsmessungen auch die Stoffströme bei der Produktion und Entsorgung. Der ökologische Fußabdruck der Desktop-Geräte beinhaltet neben den öko-toxikologischen Auswirkungen der eingesetzten Stoffe auch die während des Lebenszyklus auftretenden Emissionen sowie die Materialintensität erneuerbarer und endlicher Rohstoffe.

Unter der Annahme, dass diese ökologischen Faktoren für Unternehmen und Behörden zukünftig stark an Bedeutung gewinnen werden, empfiehlt die Studie von Fraunhofer UMSICHT, alternative, umweltfreundlichere IT-Systeme aufzubauen. Die Maßgabe hierfür ist, bei deutlich verringerten Umweltbelastungen die gleichen Funktionen in der gleichen Qualität zu erfüllen.

Diesbezüglich bescheinigt die Studie dem Server Based Computing mit Thin Clients eine hohe Ökoeffizienz, verbunden mit einem großen Potenzial zur Dematerialisierung der Informationstechnologie.

Beispielrechnungen für 300 und 10.000 Arbeitsplätze

Geht man davon aus, dass 75 Prozent der Arbeitsplätze in einem Unternehmen auf Thin Clients umgestellt werden können, verhindern mittelständische Unternehmen mit 300 Arbeitsplätzen durch den Einsatz von Thin Clients während einer fünfjährigen Nutzungsphase 148 t CO2eq. Dieser Wert entspricht den Emissionen eines VW Golf TDI auf einer Distanz von knapp 1,1 Mio. km oder 27 Erdumrundungen.

Noch eindeutiger fällt das Einsparpotenzial eines großen Unternehmens mit 10.000 Arbeitsplätzen aus: Mehr als 4.923 t CO2eq ließen sich über eine fünfjährige Nutzungsdauer einsparen. Dies entspricht den CO2-Emissionen einer Flotte von 364 Fahrzeugen desselben Typs, die jeweils jährlich eine Strecke von 20.000 km zurücklegen.

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Viele Unternehmen verschwenden Geld und Ressourcen: Nicht zuletzt wegen ökonomischer Begleitfaktoren wie geringeren Strom-, Administrations- und Supportkosten wächst der Markt für betrieblich eingesetzte Thin Clients inzwischen deutlich schneller als der PC-Markt.
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