Nokia Communicator E90
CP product expert: Horst Ulrich Köther, H.U.K.-PC-Services huk@huk-pc-services.de
Hersteller und Name des Testgeräts: Nokia E90, Produktseite: http://www.nokia.de/link?cid=PLAIN_TEXT_1017556, technische Daten: http://www.nokia.de/produkte/mobilte…tor/funktionen
Testzeitraum: 02.12.-14.12.08
UVP: 739 Euro (inkl. MwSt., ohne Vertrag) bei Vodafone
HEK: Angabe nur in der CP-Printausgabe oder im ePaper
Distributoren: Magirus, Komsa, …
Business-Gerät mit Schwächen
Der Communicator will eigentlich sofort gefallen, wie vor neun Jahren der 9110 auch. Die SIM-Karte, wie der Akku sind schnell eingebaut. Jeder Technikinteressierte wird dafür keinen Blick ins Handbuch werfen. Die Powertaste schaltet das gesamte Gerät ein wie aus und bietet den Zugriff auf Profil.
Erster Eindruck
Die Verpackung ist Nokia-typisch ein Karton mit Presskartoneinlagen, in die das Gerät sowie das Zubehör verrutschsicher eingelegt sind. Leider war das Gerät schon ein Vorführgerät, so daß das Auspackgefühl etwas geschmälert war. Das E90 ist vom groben Aufbau her noch genau wie der 9000/9110 gestaltet, nur das nun ein Doppelgelenk das Aufklappen bis 180 Grad ermöglicht. Das Design weist das E90 sofort als Business-Gerät aus. Prinzipiell ist der erste Eindruck sehr gut, wenn da nicht das Knarzen der Scharniere wäre. Leider ist der Rastpunkt völlig unsinnig gewählt, bei 100 Grad; 140° wären deutlich besser. Da das Scharnier aber schwergängig genug ist, läßt sich dann jeder Winkel einstellen, je nach belieben.
(Note: 1,9; Gewichtung 10 Prozent)
Arbeiten mit dem Smartphone
Die Software installieren und die Outlook-Daten abgleichen ist eigentlich ein Kinderspiel. Schritt für Schritt geht man vorwärts, schon sind die in Outlook vorhandenen Kontakte und Termine auf dem Gerät (bei mir etwa 850 Kontakte). Das ganze dauert fünf bis zehn Minuten. Bei Windows-Mobilegeräten ist die Synchronisation zwar noch einfacher, aber der Vorgang dauert dafür deutlich länger.
Schön, WLAN ist integriert, mein Access-Point wird gefunden, mein Key eingegeben, Meldung: Verbindungspunkt definiert, fein! Die Funktion „Mit dem Browsen beginnen“ sticht förmlich ins Auge. Gibt man jedoch eine Webseitenadresse ein oder wählt einen Link aus, baut das Gerät eine Verbindung über web.vodafone.de auf (ich hatte eine Vodafone-Karte eingelegt). Weder die mir bekannten Windows CE-Geräte, noch das iPhone bauen eine zusätzliche GPRS/UMTS-Verbindung auf, wenn das Gerät über WLAN verbunden ist. So entstehen unnötige Gebühren. Ein Blick ins Handbuch hätte das Problem zwar verhindert, dennoch halte ich dieses Verhalten für einen Herstellerfehler.
Im normalen Einsatz tut das Gerät seinen Dienst, mit guter Sprachqualität beim Telefonieren, das SAP-Profil funktioniert mit meinem Autoeinbausatz problemlos. Leider ist der Empfang deutlich schlechter als mit meinen bisherigen Geräten. Ich wohne auf dem Land, wo ich die Sparmaßnahmen verdamme, die die Sende- und Empfangsleistung der Geräte einschränken. Eine ausziehbare Antenne wäre bei dem E90 notwendig, oder das Gerät müsste die Spezifikationen (2Watt) voll ausschöpfen. Aber 98 Prozent der Bevölkerung haben doch keine Probleme, ist die lapidare Antwort der Netzbetreiber. Die Akkulaufzeit ist in Ordnung. Der Akku hält acht Tage durch, auch wenn zeitweise WLAN angeschaltet ist. Die Funktionsvielfalt ist extrem. Um das Gerät wirklich auszureizen, benötigt man viel Zeit und muss das Handbuch intensiv studieren.
Nachsatz: Dem Hersteller ist es wichtig, darauf hinzuweisen, wie man einen „Nicht-Original-Nokia-Akku“ erkennt, vergisst aber zu erwähnen, wie man das Gerät komplett zurücksetzt.
(Note: 1,7; Gewichtung 60 Prozent)
Verkaufsargumente und Marge
Bei einem Gerät dieser Art sollte die Marge groß genug sein, daß ein lohnender Verkauf gegeben wäre, allerdings ist die Zielgruppe erstens klein, dann aber auch nicht ernstlich an diesem Gerät interessiert. Siehe unten.
(Note: 1,9; Gewichtung 30 Prozent)
Fazit mit Empfehlung
Das Nokia E90 ist ein tolles Gerät, aber es erschließt sich nicht von selbst – nicht einmal einem Technikfreak wie mir. Es ist total überfrachtet mit Funktionen. Leider wurden diese nicht durchdacht umgesetzt, so dass der Endkunde noch vieles einstellen muss. Genau hierfür hat der Geschäftsmann aber keine Zeit. Wer eine bidirektionale Kontakt-, Termin- und Aufgabenverwaltung braucht, kommt um ein Windows-Mobile-Smartphone nicht herum. Das Nokia E90 ist hier leider keine ernstzunehmende Alternative.
Durchschnittsnote: 1,9
ChannelPoints: 4
5 ChannelPoints: Herausragendes Produkt. Händler sollten dieses Smartphone in jedem Fall in ihr Sortiment aufnehmen.
4 ChannelPoints: Gutes Produkt. Händler sollten dieses Smartphone in ihr Sortiment aufnehmen.
3 ChannelPoints: Durchschnittliches Produkt. Händler können dieses Smartphone in ihr Sortiment aufnehmen.
2 ChannelPoints: Produkt mit einigen Mängeln. Für die meisten Händler ist die Aufnahme ins Sortiment nicht ratsam.
1 ChannelPoint: Produkt mit starken Mängeln. Eignet sich kaum zum Verkauf.
0 ChannelPoints: Ungenügendes Produkt. Eignet sich nicht zum Verkauf.



