Scythe Musashi – Grafikkartenkühler
CP product expert: Guido Munkert, GMC5, 45525 Hattingen, info@gmxc5.com
Hersteller und Name des Testgeräts: Scythe Musashi (zur Produktseite)
Testzeitraum: 10. bis 26. Oktober 2008
UVP: 34,90 Euro
HEK: Angabe nur in der CP-Printausgabe oder im e-Paper
Distributoren: Alcasa Elektronik, Caseking, Devil, Kosatec, Wave
Scythe Musashi, ein wirklich genialer Grafikkartenkühler?
Erster Eindruck / Haptik
Der erste Eindruck der Verpackung war schon sehr lustig: Viele asiatische Schriftzeichen umgeben von ein paar Grafiken und englischem Text. Aber auf der Rückseite befindet sich immerhin eine lange Tabelle mit kompatiblen Grafikkarten.
Beim genaueren Hinsehen fiel sofort die Grafik von diesem gigantischen Grafikkartenkühler auf, der beim Auspacken schon sehr viel von seinem Leistungsumfang offenbart. Zwei große 100mm Lüfter, angeschlossen an einer mitgelieferten Lüftersteuerung, sitzen auf einem großen, langen Aluminiumkühler mit Heatpipe-Technologie.
Dieses Ding wirkt einfach gigantisch (Maße: 104mm x 250mm x 35mm; Gewicht ca. 375g) und sofort kommt einem der Gedanke: „Passt dieser Kühler überhaupt in mein Gehäuse?“ (Note: 2)
Einbau
Die Montage dieses Kühlers ist dank der Einbauanleitung in vielen Sprachen kinderleicht und in circa fünf Minuten erledigt, sofern der Original-Kühler entfernt ist. Die vielen mitgelieferten passiven Kühlkörper in unterschiedlichen Größen lassen sich schnell auf die Speicherbausteine und Spannungswandler kleben, wobei die Speicher- und Spannungswandleroberflächen auf jeden Fall gereinigt werden sollten, da der verwendete Kleber auf den Kühlkörpern sonst nicht optimal hält. Die mitgelieferte Wärmeleitpaste auf Silberbasis ist schnell und problemlos auf der GPU verteilt. Für ungeschützte GPUs ist auch noch eine Kupferplatte beigelegt, die problemlos aufgesetzt werden kann. Danach muss man lediglich die richtigen Bohrlöcher für seine Grafikkarte durch Anhalten der Rückplatte ausfindig machen und am Kühlerboden die langen Montagestifte einschrauben. Nun wird der Musashi-Kühler einfach auf die GPU aufgesetzt und die Gewindestifte durch die Montagelöcher der Grafikplatine gefädelt, die Grafikkarte herumgedreht, die Rückplatte auf die Gewindestifte gesetzt und mit Hilfe der vier Rändelmuttern stramm fixiert. Dieses geht komplett ohne Werkzeug über die Bühne und sehr einfach von der Hand.
Nach dem Einbau zeigt sich dann die wahre Größe des Zusammenbaus. Dadurch, dass der Kühler sehr lang ist und dann auch noch über die meisten Grafikkarten hinausragt, wird es sehr schwierig dieses Konstrukt in normale Gehäuse unterzubringen. Damit die Testkarte Sapphire „1950XT“, die von Hause aus schon sehr lang ist, mit dem Kühler ins Gehäuse passt, musste ein Festplattenkäfig aus dem Gehäuse weichen. Die gleiche Prozedur mussten wir auch für die Nvidia „9800GT“ Karte durchmachen. Auch hier ging ohne Gehäuseumbau nichts.
Dieses bedeutet für viele Anwender von günstigen Einstiegsgehäusen, dass diese Konfiguration gar nicht passt und sie gleichzeitig ein neues Gehäuse brauchen. Hier hätte Scythe wirklich mehr darauf achten können, dass der Kühler etwas kürzer wird, wobei wirklich nur die Gesamtlänge zu kritisieren ist. Ansonsten verdeckt dieses Konstrukt nur einen weiteren Steckplatz durch Einsatz der nur 10mm breiten Lüfter. (Note: 2)
Verkaufsargumente und Marge
Für Kunden und Händler, die sich mit dieser Materie auskennen, ist die Kühllösung wirklich gelungen und sehr einfach einzubauen und kann somit ohne Bedenken empfohlen werden. Es darf aber auf keinen Fall der Hinweis fehlen, dass das Gehäuse genügend Raum braucht, um diese Lösung unterzubringen. Aber damit kann der Kunde auch an die Grenzen der Grafikkarte gehen und wie bei unseren Testsystemen stundenlang im Volllastbetrieb arbeiten und gleichzeitig die Lautstärke enorm reduzieren.
Der Marktpreis bei E-Tailern liegt bei circa 31,- EUR, die UVP bei 34,90 und ist für diese Kühllösung absolut im grünen Bereich. Die Marge mit zehn Prozent zum UVP ist auch noch ok, da ja teilweise noch ein Gehäuse mit an den Kunden verkauft werden kann. (Note: 2)
Vorteile für den Kunden
Dieser Kühler kühlt die Grafikkarte aufgrund seiner Bauart und Größe wirklich optimal und ist zusätzlich durch den Vorteil, dass der Luftstrom auch direkt auf die Platine und die passiven Kühlkörper geleitet wird, eine tolle Lösung. Gleichzeitig reduziert der Lüfter die GPU-Temperatur im Vergleich zum Originalkühler um etliche Grad und senkt die Geräuschkulisse erheblich. Vom Empfinden her war die Geräuschkulisse im Vergleich zum Originallüfter halb so laut, wobei das Betriebsgeräusch über die Drehzahl der Lüfter individuell reduziert werden kann. Bei unserem Testsystem war mit der geringsten Drehzahl von 800 U/Min die Temperatur nur vier Grad höher als bei der höchsten Drehzahl von 2.000 U/Min.
Wer also eine super Kühllösung für seine Grafikkarte sucht, ist mit diesem Kühler auf dem richtigen Weg, wobei leider wirklich viel Platz für die lange Kühllösung gebraucht wird. (Note: 2)
Packungs-Zubehör
Ein komplett vormontierter VGA-Kühler inklusive Doppelbelüftung und Potentiometerblende (Lüftersteuerung) mit einer überdurchschnittlichen reichhaltigen Sammlung an passiven Speicher- und Chipkühlern sowie Kühlern für die Spannungswandler.
Dazu gibt es noch ein 4-Pin-Stromanschlussadapter für die beiden Lüfter, das übliche Montagematerial nebst einer mehrsprachigen Installationsanleitung mit deutschem Sprachteil, ein Tüte Wärmeleitpaste auf Silberoxidbasis sowie ein Kupfer-Schutzplättchen für GPUs ohne Heatspreader. (Note: 1)
Fazit mit Empfehlung
Der Kühler ist bis auf die etwas lange Ausführung und die damit auftretenden Probleme beim Einbauen in diverse Gehäuse wirklich sehr gelungen und meiner Meinung nach eine der besten Lösungen am Markt. Sehr wichtig ist aber, dass der Kunde vorab über das Einbaumaß informiert wird, womit auch die Möglichkeit besteht, ein größeres Gehäuse mit anzubieten.
Ansonsten erhält der Kunde ein wirklich exzellentes Produkt.
Wertung:
Durchschnittsnote (Schulnotensystem): 2, entspricht 4 ChannelPoints



