SONY VAIO VGN-TZ31WN G4 Everywair
Ein kleines schwarzes mit Ecken und Kanten
Ich hatte die Gelegenheit das Sony VAIO VGN-TZ31WN eine Woche zu testen. Um es vorn weg zu sagen, ich weiß noch immer nicht recht, was ich von diesem Subnotebook halten soll. Teils bin ich richtig begeistert, es scheint das ultimative Traveler-Book zu sein, und teils bin ich enttäuscht.
Zum Einen lässt der stolze Preis von 2499 € (UVP) einiges an Erwartungen entstehen. Und tatsächlich macht das VAIO VGN-TZ31WN einen sehr guten ersten Eindruck. Das Gerät ist ultra leicht mit einem hervorragenden Display, verbindungsfreudig dank integriertem G3 WWAN Modem (UMTS), WLAN sowie mit weiteren Futures und umfangreicher Softwareausstattung versehen.
Auf der anderen Seite schlagen einige Punkte negativ zu Buche, welche einem den Gebrauch nicht gerade versüßen.
Aber nun der Reihe nach
Augenschein
Nach dem Auspacken hält man ein Gerät in den Händen, welches dem Anwender ein haptisches und optisches Erlebnis beschert. Etwa 1,2 Kg ist das Gerät inklusive integriertem DVD-Brenner und eingelegtem Akku leicht. Das schwarze Karbongehäuse (natural black) wirkt sehr hochwertig und macht bei aller Leichtigkeit einen stabilen Eindruck. Es wirkt sauber verarbeitet und ist mit einer ganzen Reihe von Anschlüssen versehen.
Augenfällig sind einige originelle und sinnhafte Details. So befindet sich der Einschaltknopf seitlich am Displaygelenk und auf der gegenüberliegenden Seite die gefederte Buchse für den Netzadapter. Hinter einer Abdeckung auf der linken Seite sind die Anschlüsse für Modem, Netzwerk, FireWire zu finden. Expresskartenslot, 3x USB, VGA-Anschluss und eine 0,3 Mio. Pixel Webcam bieten optimale Anschlussbedingungen. Ein Fingerprintsensor, TPM-Modul und umfangreiche gedruckte Beigaben runden den guten Eindruck ab. Zu letzteren gehören: T-Mobile „Die neue Freiheit“, VAIO Zubehörkatalog, Norton 360 All-in-One Security, Fehlerbehebung und Wiederherstellungshandbuch, Instand Mode (Abspielen von CD oder DVD ohne Windows zu Starten).
Ein an der Frontseite angebrachter Schiebeschalter für Funkverbindungen (Bluetooth, WLAN, WWAN -Modul) ist sehr gut zu erreichen, so lässt sich der „Funkverkehr“ ganz bequem zu- oder abschalten. Weiterhin befindet sich an der Frontseite die Multimedia-Steuerung für das DVD-Laufwerk. Diese ermöglicht es, den DVD-Player auch ohne laufendem Betriebssystem komfortabel zu betreiben.
Unter einem wenige Millimeter dünnen Displaydeckel verbirgt sich das antireflexive 11,1″-WXGA-LC-Display mit der etwas unrunden 1.366 x 768 Auflösung in X-black und LED-Technologie. Dieses Display vereint die Brillanz des glänzenden Bildschirms ohne dessen Nachteile der Spiegelung in Kauf zu nehmen. Es ist sehr kontrastreich mit hoher Farbbrillanz und sehr leuchtstark. Diese Leuchtkraft ist so stark, dass beim Arbeiten alles andere in den Hintergrund verschwindet. Das mag für das Betrachten von Videos angenehm sein, nur bei ungünstigen Lichtverhältnissen bekommt man Probleme bei der Tastaturnutzung, denn die Tastaturbeschriftung ist dann kaum zu erkennen. Eine zu schaltbare Tastaturbeleuchtung oder kontraststärkere Tastaturbeschriftung wäre prima.
Erstinstallation
Als Betriebssystem ist Vista Business vorinstalliert. Einige gedruckte Anleitungen und Hinweise liegen dem Paket bei, jedoch kein OEM oder Recovery-Datenträger zur Wiederherstellung des Systems. Diese muss man nach der Installation selbst erstellen.
Für die Ersteinrichtung den Notebooks sollten Sie dann auch ordentlich Zeit mitbringen. Die vielen mitgelieferten Programme, welche wenig aufeinander abgestimmt wirken, wollen erst einmal richtig installiert, aktiviert und konfiguriert werden.
Nach dem Einschalten erfolgt die übliche Anmeldungsprozedur von Vista. Echt nervig ist, dass nach der üblichen Installationsroutine erst mal zirka 320 MB Updates aus dem Internet geladen und installiert werden müssen. Wohl dem, der hierfür noch nicht das UMTS Modem nutzen muss.
Wichtig sind hier die Hinweise aus dem Handbüchlein „Fehlerbehebung und Wiederherstellungshandbuch“. Besonders der Tip: Wiederherstellungsdisk erstellen. Dies ist nicht nur ein Tipp, sondern ein Muss, da kein Vista – Datenträger mitgeliefert wird.
Konnektivität
Der Karteneinschub hinter dem Akku ist gut zu erreichen und die sogenannte WWAN – Technologie für UMTS Netze ist zwar vorbereitet, auch liegt dem gleich eine Daten- Testkarte bei, allerdings kann das UMTS-Netz nur mit T-Mobile genutzt werden. Als Trost dafür wurde auch gleich ein neuer Begriff eingeführt: „Everywair“. Was wohl soviel wie „immer und überall on air“ heißen soll. Doch haben die Götter vor dem Erfolg den Schweiß gesetzt, denn die Installation ist alles andere easy. Das seitens Sony mitgelieferte und vorinstallierte Softwaretool von T-Online beharkt sich mit der ebenfalls Vorinstallierten Internet-Suite Norton 360. Letzteres musste von uns deinstalliert werden, da in vertretbarer Zeit keine Lösung gefunden werden konnte um eine Verbindung ins Internet herzustellen. Nach zirka 20 Minuten in der Warteschlange der T-Home Hotline wurde das Übel klassifiziert. Man empfahl den Norton gänzlich zu deinstallieren und siehe da, die Verbindung klappt, und dies wirklich gut.
Im Einsatz
Das VAIO VGN-TZ31WN verrichtet alle Office-Arbeiten recht flott und zuverlässig. Die Verbindung über WLAN und UMTS, nachdem man die Hürden (s.O.) der Installation überwunden hat, funktionieren tadellos. Der Bildschirm macht einen hervorragenden Eindruck, vor allem bei der Wiedergabe von Bildern oder Videos. Ein echter Augenschmaus.
Naturgemäß müssen bei einem solch kleinen Gerät mit hinreichend großen Tasten, einige von diesen für mehrere Funktionen herhalten. So sind Steuertasten wie POS1 und Ende über die Tastenkombination FN + Richtungstasten erreichbar. Auch sind die Maustasten ganz weit vorn an der Kante angebracht. Nach etwas Einarbeitung kommt man damit auch einigermaßen klar.
Richtig unangenehm wird es aber, wenn man längere Texte schreibt. Da, ebenfalls der geringen Abmaße Rechnung tragend, die Hände beim Schreiben auf den Kanten der der Gehäuseecken aufliegen, wird es nach kurzer Zeit schmerzhaft. Denn hier treten im Gegensatz zu dem ansonsten hervorragend verarbeiteten Gerät unangenehme scharfe Kanten auf. Entweder man beißt die Zähne aufeinander oder versucht eine andere, wenig ergonomische Handhaltung. Ich hoffe sehr, dass dies nur bei diesem Testgerät der Fall war.
Störend wurde auch der ständig laufende Lüfter empfunden, welcher zwar nicht sehr laut, dennoch stetig mit lief. Selbst im reinen Office-Betrieb. Auch sollte man immer eine gerade Fläche als Ablage verwenden. Denn eben so mal auf den Knien schreiben kann unangenehm warm werden.
Die angegebene Akkulaufzeit von bis zu sechs Stunden erreicht das Gerät nicht ganz, dennoch sind die gut fünf Stunden im Office-Betrieb recht ordentlich. Ermöglicht wird dies durch eine Reihe sehr sinnvoller Maßnahmen, so der beispielhaften automatischen Abschaltung des DVD Laufwerkes während des Akkubetriebs, einer Stromspar-CPU.
Hin und Zurück – ein Abenteuer beim Systemwechsel zu XP oder und zurück zu VISTA
Möchte oder muss man mit XP arbeiten, so gibt es eine gedruckte Anleitung von Sony mit vielen mehr oder wenige verständliche Hinweisen. Die Treiber und Programme muss man einzeln aus dem Internet herunter laden, logischerweise bevor man an das Installieren geht. Schön wäre hier eine Image-CD als Download. Die Installation von XP ist recht umständlich. Gleiches gilt dann auch für Vista. Selbst eine Komplettwiederherstellung mit der neu erstellten Wiederherstellungsdisk benötigt einige Stunden, ist nervig und mit mehreren Neustarts verbunden. Diese Recovery-Funktion ist so ziemlich das umständlichste, was mir bisher begegnet ist. Dass es besser geht, beweisen andere Hersteller.
Fazit
Das Gerät ist ein echter Hingucker. Elegant, Leicht und sehr gut ausgestattet. Das Display ist von einer Helligkeit und Leuchtkraft, welche man bei einem solchen Winzling mit so langer Akkulaufzeit nicht vermuten würde. Also ein idealer Reisebegleiter fürs anspruchsvolle Business und Unterhaltung zwischendurch. Die Kompromisse zwischen Funktionsverteilung und Handling sind gut gelöst. Dennoch finde ich, dass Sony besser daran getan hätte, das Gerät mehr auf die Zielgruppe auszurichten; Business oder mobiles Unterhaltungszentrum und dazu die Software in ein vernünftiges Softwarekonzept einzubetten. So ist das VAIO nicht Fisch – noch Fleisch. Die Software ist für ein zuverlässiges Businessgerät zu unabgestimmt, hakelig und umständlich.
Für einen mobilen Entertainer bietet es zu wenig Grafikleistung. Ein portabler DVD-Player ist da schon für den Bruchteil des Preises erhältlich, allerdings nicht in so edler Verpackung.
Des Händlers Plus?
Ob dieses Sony Vaio Subnotebook ein typisches Fachhändlerprodukt ist, vermag ich nicht zu entscheiden. Der Händler wird sicher „Beistand“ bei der Installation und Konfiguration leisten können oder auch müssen. Die Hardware ist Top – Software ist eher ein Flop, trotz vieler Zugaben.
Dieses Gerät ist erklärungsbedürftig, man kann es toll präsentieren und über die UMTS-Schiene kann man sicher auch etwas Umsatz generieren. Über den reinen Verkauf wird man wohl kaum Punkten, da selbst renommierte Onlinehändler dieses Produkt um einiges unter dem Händler EK anbieten.
Ich frage mich, warum ich ein solches Notebook kaufen beziehungsweise verkaufen sollte. Wenn ja, dann sicher mehr aus emotionalen und weniger aus logischen Gründen. Zumal die Unterstützung für den Fachhändler seitens Sony einem elitären statischem Partnerprogramm namens SONY1 unterliegt.
Die Partnerbetreuung für Händler mit dem Schwerpunkt B2B gibt es in drei Stufen. Für Umsätze bis 10.000 EUR p.a. kann man per Email oder bei den Distributionen nachfragen, ab 100.000 EUR p.a. greift dann das Partnerprogramm mit Demogeräten, mit direktem Ansprechpartner für Service und breiterer Unterstützung. Die Stufe drei beginnt dann ab 250.000 EUR.
Nun gut, so wird wohl Sony die Unterstützung den großen auf Sony spezialisierten Fachhändlern bzw. „Fachhandelsketten“ zukommen lassen. Kleine Händler dagegen, noch gibt es welche, werden da wohl weniger motiviert Sony zu verkaufen.
Produktlink: VAIO VGN-TZ31WN
Partnerlink: www.sony1.de



