Testbericht: Magellan RoadMate 6000T Europa
Die Verpackung macht einen soliden Eindruck. Auf einem Aufkleber auf der Innenseite des Deckels wird auf die kostenlose Supporthotline von Magellan hingewiesen.
Nach dem Aufklappen präsentiert sich das Gerät in der Mitte liegend unter einem Klarsichtschutz.
Nimmt man das Gerät und die Kunststoffschale heraus, findet man das übrige Zubehör, das irgendwie hineingeworfen wirkt. (Nach dem Test hatte ich auch etwas Probleme, alles wieder so reinzupacken, daß der Deckel des Kartons zuging.)
Die erste Inbetriebnahme wurde zunächst dadurch erschwert, da der Akku komplett entladen war. Leider gehört ein Netzteil nicht zum Lieferumfang. Auch das USB-Kabel, mit dem das Navigationsgerät mit dem PC verbunden wird, lädt den Akku nicht. (Dafür meldet sich der 6000T nach Anschluß des USB-Kabels mit der Bemerkung: Bitte versorgen Sie den Magellan RoadMate über das mitgelieferte Netzteil mit Strom, um Stromausfälle während der Dateiübertragung zu vermeiden.)
Damit blieb nichts anders übrig, als die Inbetriebnahme direkt im Fahrzeug vorzunehmen. Das Kabel zum Zigarettenanzünder ist erfreulich lang und damit auch für Transporter u. ä. geeignet. Sehr gut gelöst: die Stromversorgung und die TMC-Wurfantenne wird an der stabilen Halterung, die vibrationsfrei an der Windschutzscheibe hängt, angeschlossen. Damit kann das Gerät mit einem Knopfdruck entnommen werden und die Halterung verbleibt im Fahrzeug. Zum schnellen Einstieg, läßt sich ein Tutorial anzeigen. Während die Grundlegende Bedienung in der Art einer Powerpoint-Präsentation abläuft, bleibt der Bildschirm bei deutscher Spracheinstellung für das Lernprogramm Wie gebe ich einen Ort ein dunkel. In Englisch ist es verfügbar.
Eine Besonderheit des Gerätes ist die Bluetooth-Schnittstelle, die ich in Verbindung mit meinem MDA Compact II getestet habe. Die Kopplung läßt sich problemlos einstellen und die Telefonfunktion läßt sich dann über das 6000T, das als Freispechanlage dient, bedienen.
Die Empfangsleistung des 20-Kanal GPS-Empfängers sind sehr gut. Selbst bei einem Test in einem Wohnmobil mit Alkoven, der die freie “Sicht” der integrierte Antenne nach oben hin einschränkt und einem Weg, der auf einer schmalen Nebenstraße durch ein Waldgebiet führte, waren keine Einschränkungen zu erkennen. Der Empfangslevel war stets im hohen Bereich. Es dürfte die absolute Ausnahme sein, wenn der Anschluß einer externen Antenne notwendig wäre. Das Kartenmaterial ist mit 27 europäischen Ländern sehr umfangreich. Für die Navigation kommt das Gerät ohne zusätzliche SD-Karte aus, die deshalb auch nicht im Lieferumfang enthalten ist. Der seitlich integrierte Kartenleser, der durch eine Kunststoffabdeckung vor Staub geschützt ist, wird nur für die Audio- oder Bildwiedergabe benötigt. Diese Dateien lassen sich über das auf CD mitgelieferte Tool verwalten. Das Kartenmaterial des Testgeräts hatte den Stand Q3/2005.
Die akustischen und optischen Hinweise zur Navigation sind klar und deutlich und kommen auch rechtzeitig. Hier hilft auch ein zusätzlich eingeblendetes Pop-Up mit dem jeweiligen Kreuzungstyp, die sog. TrueView-Ansicht. Ebenfalls hilfreich, ein Fortschrittsbalken, wie weit es noch bis zum Abbiegevorgang ist. Insgesamt wirkt der 3,5 ” Bildschirm aufgeräumt und die dargestellten Informationen sind gut zu erfassen.
Überhaupt hat das Magellan sehr umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten, bis hin, die Frauenstimme, durch einen Mann zu ersetzen.
Dass eine Navigationsanweisung falsch war, kam nur einmal im Stadtverkehr vor. Hier kam überraschend die Anweisung rechts abzubiegen, obwohl die Zielstraße an der nächsten Kreuzung links war. Die Neuberechnung von Routen geht sehr schnell. Während einer laufenden Navigation genügt ein Tip auf den Bildschirm und über die ENTER-Taste kann dann zum Beispiel ein Sonderziel, wie eine Tankstelle gesucht werden. Läuft keine Navigation, kommt zwar der gleiche Hinweis (ENTER = neues Ziel), die Taste wird aber ignoriert. Hier kommt man nur mittels ESCAPE zum übergeordneten Menue um eine neue Adresse einzugeben. Bei der Eingabe von Adressen ist es recht hilfreich, daß die Tastatur nur noch die Buchstaben aufweist, die für die Städte- oder Straßennamen benutzt werden können.
Sonderziele, wie Restaurants, Tankstellen etc. werden direkt in den Karten angezeigt. Durch Antippen werden dann die vollständigen Informationen ausgegeben. Laut Datenblatt sind mehr als 1 Million Sonderziele gespeichert, die aber recht unterschiedlich auf die einzelnen Länder verteilt sind. Während zum Beispiel für Deutschland eine sehr umfangreiche Datenbank existiert, die aber trotz allem auch lückenhaft ist, weist sie in Tschechien nur sehr wenige Ziele aus.
TMC ist standardmäßig vorhanden. Für Frankreich und Großbritannien kann zusätzlich ein Abonnement für Premiumverkehrsmeldungen abgeschlossen werden, das nach einer Probezeit kostenpflichtig wird.
Die Internetseite von Magellan weist für die Händlersuche aus: Magellan-GPS-Produkte sind in vielen Elektronik-, Outdoor- und Marinegeschäften sowie online erhältlich. Fragen Sie Ihren Händler danach. Der im Magellan-eigenen Shop ist mit 699 € recht utopisch. Laut Distributor liegt die UVP bei 499,00 € brutto, um den sich auch die meisten Angebote, die zu finden sind drehen, wobei ein Ausbrecher nach unten zu finden ist.
Sinnvolles Zubehör, das mit verkauft werden kann, wäre sicher eine Tasche (irgendeine Taste drückt man bei dem Gerät immer, wenn man es anfaßt!) und ein 220 V Ladekabel – wobei das bei einem Gerät in der Preisklasse schon zur Standardausstattung gehören sollte.
Ach ja, sollte der Kunde tatsächlich auf die Magellan-Seite gehen und sich ein Ladekabel bestellen wollen, passiert momentan noch folgender Effekt:
Universal-Ladekabel mit EU-Stecker in den Warenkorb legen: ok
Warenkorb ansehen: Wir haben einen Artikel entfernt, da er nicht in der EU lieferbar ist.
Spätestens dann sollte der Käufer doch seinen Händler und nicht Magellan direkt anrufen.
Die ausführliche Benotung der einzelnen Testkriterien können Sie dem angehängten PDF-Dokument entnehmen.



