Testbericht Navigon 2110 max Europe
Sollte der nur etwa backsteingroße Karton Navigons gutgemeinter Beitrag zum Umweltschutz sein ? Immerhin, mit nur ca. einem Viertel des üblichen Volumens hilft er sicherlich Transport- und Lagerkosten sparen.
Der zweite Gedanke beim Öffnen der Box ist wahrscheinlich: da kann nicht viel Zubehör dabei sein. Es stellt sich jedoch heraus, daß darin alles Platz findet, was zu einem Fahrzeugnavigationsgerät gehört. Neben dem Navi, befindet sich in der Verpackung die neue “schlanke“ Saugfußhalterung, Ladekabel, USB-Kabel Kurzbedienungsanleitung, Zubehörkatalog und ein Gutschein mit dem man für den Aktionspreis von €19,95 für den Zeitraum von 24 Monaten alle 3 Monate neues Kartenmaterial für Gesamt-Europa erhält. Außerdem gehören zum Lieferumfang noch zwei Aufkleber mit denen man am Fahrzeug auf den Passwortschutz des Navis hinweisen kann.
Das Navi selbst überzeugt sofort duch sein elegantes Design in Klavierlackoptik. Der Ein- / Aus-Schalter befindet sich oben und gleich daneben liegt der Anschluß für eine externe Satellitenantenne. An der Unterseite findet man die USB-Ladebuchse mit Ladekontrollanzeige und den verborgen angebrachten Resettaster. Der SD-Kartensteckplatz ist von der rechten Seite zugänglich. Den TMC-Antennenanschluß sucht man vergeblich, denn der Hersteller hat gegenüber früheren Modellen auf die separate TMC-Antenne verzichtet und die Antenne in das Ladekabel integriert. Der Ärger mit dem Draht an der Frontscheibe und den Saugnäpfen gehört nun endlich der Vergangenheit an. Bei unserem Testgerät funktionierte der TMC-Empfang sogar im reinen Akkubetrieb ohne Ladekabel. Eine ebenso lobenswerte Weiterenwicklung kann man auch bei dem großen Display erkennen. Die Entspiegelung wurde erheblich verbessert und auch bei sonnigen Lichverhältnissen ist die Darstellung jetzt gut erkennbar. Die neue Saugfußhalterung hat das 2110 sicher und vibrationsfrei im Griff, obwohl sie wesentlich zierlicher ist als ihre Vorgänger.
Routenneuberechnung nur auf Kommando
Die Bedienung erfolgt dank der Navigon Software intuitiv. Alle während der Navigation benötigten Funktionen sind direkt erreichbar oder liegen in der ersten Stufe unter der Oberfläche. Den “geht’s auch ohne Handbuch Test“ hat das 2110 nur haarscharf verfehlt. Gibt es den Namen des Zielorts mehrfach, ist es nicht ganz so offensichtlich, wie’s weitergeht. Aber auch hier gilt wie so oft: kaum macht man’s richtig, schon geht’s.
Da das 2110 automatisch eine Routenübersicht anzeigt bevor man die Navigation startet, kann man sich noch vergewissern, daß man nicht in einem anderem Rothenburg, als dem angepeilten landet.
Eine neue sinnvolle Funktion der Navigon Software ist der Fahrspurassistent. Immer wenn es durch die Erweiterung auf mehrere Fahrspuren unübersichtlich werden könnte, blendet sich rechts im Display der Fahrspurassistent ein und zeigt mit Richtungspfeilen welche der Fahrspuren benutzt werden sollten. Zur schnellen Erfassung der Bildschirmanzeige trägt außerdem die wirklichkeitsnahe Darstellung der Richtungswegweiser bei.
So richtig gut hat uns der Umgang mit den TMC Meldungen gefallen. Zunächst hat der Benutzer die Möglichkeit in den TMC-Grundeinstellungen festzulegen ob bei einer relevanten Verkehrsstörung automatisch eine neue Routenberechnung erfolgen soll oder ob er sein O.K. vor einer Neuberechnung geben muß. Wird die zweite Variante gewählt, erscheint bei einer Beeinträchtigung auf der Strecke ein Popup, in dem detaillierte Informationen zum Geschehen angezeigt werden. Jetzt kann man zwischen ’neurouten’ und ’ignorieren’ entscheiden.
Wenn’s im Auto mal lauter wird
Das 2110 bietet verschiedene Nutzungsprofile an. Zur Auswahl stehen: PKW, schnell, normal und langsam, Motorrad, Fahrrad und Fußgänger. Bei der Routenführung hat der Benutzer die Wahl zwischen optimaler, schneller, kürzester oder schönster Route. Für unsere Fahrt ins Bayrische Voralpenland wählten wir die Option ’schönste Route’ und wurden nicht enttäuscht. Richtig überrascht hat uns, daß das Navi sogar im Petueltunnel in München die Abzweigung auf die Autobahn zeitgerecht ansagen und anzeigen konnte. Bei den Ansagen hat sich auch die sehr gut funktionierende geräuschabhängige Lautstärkeregelung bewährt. Die Dynamik der Regelung läßt sich über einen Menüpunkt den Verhältnissen im jeweiligen Fahrzeug anpassen,
Als Zusatzfunktionen stehen auf dem 2110 ein Bildbetrachter und ein Fahrtenbuch zur Verfügung. Der Bildbetrachter überzeugt auf dem großen Display mit guten Ergebnissen. Das Fahrtenbuch fragt, wenn es aktiviert ist, vor Beginn der Navigation den Grund der Reise (dienstlich / privat) und den Kilometerstand ab und schreibt diese Informationen zusammen mit der Fahrzeit, den gefahrenen Kilometern etc. in eine Excel-Tabelle, auf die über die USB-Verbindung zugegriffen werden kann.
Es gibt natürlich auch immer Raum für Verbesserungen. Muß man von der berechneten Route abweichen, fordet das 2110 viel zu lange zum Wenden auf. So ist es uns passiert, daß es uns mit einem großen Umweg zurück auf die Autobahn, die vermeintlich schnellste Route, leiten wollte, obwohl unser Ziel über die Landstraße in wenigen Kilometern und kürzerer Zeit zu erreichen war.
Laut Aussage der Werbeagentur konzentriert sich Navigon im Moment auf Marketing und Werbung im WEB. Diese Aussage wird durch die wirklich gut gemachten Clips über das 2110 max auf der Navigon Website bestätigt. Im hauseigenen WEBshop können die Geräte dann auch gleich bestellt werden.
Zu beziehen ist das 2110max von den folgenden Distributoren:
Pilot, KOMSA, Ingram Micro, NTPlus, Actebis Peacock, Duttenhofer, Ifrec (Schweiz), Sacom (Schweiz)
Fazit: Ein Navigationsgerät, das sich, im Gegensatz zu vielen anderen auf dem Markt befindlichen, auf die Navigation konzentriert und sich dadurch auch positiv abhebt.
Besonders bei Verwendung des Gutscheins für die Karten-Updates liegt das 2110 auch beim Preis-Leistungsverhältnis vorn.



Hallo,
nachdem die neuen Navigon Geräte schon da sind, würde ich mich über einen Test freuen.
Kann mich nicht zwischen diesen neuen Geräten entscheiden.