Testbericht: Navman F50

Es begann sehr vielversprechend. Auf unserer Testfahrt, die uns in mehreren Etappen von München nach Hamburg und zurück führte, sollte uns das Navman F50 lotsen. In der gut aufgemachten Umverpackung befinden sich das Navigationsgerät mit Verbindungskabel für die Autosteckdose, Saugfußhalterung, TMC-Antenne und Dokumentation und in einem separaten Karton die Freisprechanlage mit eigener Bedienungsanleitung.

Rechts neben dem 3,5“ Display befinden sich 4 Tasten; mit beiden oberen lassen sich Hotels und Tankstellen in die Bildschirmdarstellung einblenden, drückt man die Taste darunter, gelangt man direkt ins Hauptmenu. Mit der unteren Taste wählt man die gewünschte Routendarstellung. Auf der Geräterückseite befindet sich ein Anschluß für eine externe GPS-Antenne und an der Unterseite gibt es neben der Anschlußleiste für die Freisprecheinrichtung noch einen “versenkten“ Reset-Taster. Die Freisprecheinrichtung ist schnell und einfach in die kleine aber doch stabile Saugfußhalterung eingesteckt und rastet sicher ein. Wenn die Freisprecheinrichtung installiert wird, erfolgt die gesamte Stromversorgung über den Anschluß an der Rückseite der Freisprecheinrichtung, wo auch der Anschluß für die TMC Antenne untergebracht ist. Die TMC-Antenne hat uns gut gefallen, sie ist klein und läßt sich einfach an- und unterbringen.

Das F50 ist sinnvollerweise mit Kartenmaterial für Europa ausgestattet, denn gerade im Ausland, wo man unter Umständen noch nicht mal nach dem Weg fragen kann, möchte man sich lotsen lassen. Die Bedienung des Navis ist einfach und selbsterklärend und in einem der Menus findet man sogar eine elektronische Kurzbedienungsanleitung. Bei näherer Untersuchung stellt sich heraus, daß die übersichtliche Bedienung auch darauf zurückzuführen ist, daß einige Funktionen, die man von anderen Geräten kennt , weggelassen wurden. So ist es zum Beispiel nicht vorgesehen Zwischenziele vorzugeben. Die Routenberechnung erfolgt in angemessener Geschwindigkeit. Allerdings gibt es keine Möglichkeit in die Routendarstellung hineinzuzoomen. Daher kann man sich auch keine Detailansicht der Route darstellen lassen, um herauszufinden wie die Streckenführung verläuft. Für die Beeinflussung der Routenwahl stehen lediglich die Möglichkeiten “schnelle Zeit“ oder “kurze Entfernung“ zur Verfügung. Die Darstellungsvarianten sind insgesamt gewöhnungsbedürftig.

Für unsere erste Etappe wählten wir “schnelle Zeit“ und die Routenplanung erfolgte erwartungsgemäß über die Autobahn. Vor Nürnberg macht sich das TMC bemerkbar und lotste uns wegen Stauungen über die A6 und die A3 auf die A9 Richtung Berlin.
Die Autobahnausfahrten werden übrigens vom F50 mit ihren Nummern angesagt. Dies ist etwas ungewöhnlich, da die Nummern in Deutschland nicht auf allen Schildern angezeigt werden. Bei Fahrten im Ausland kann die Ansage der Nummer aber durchaus von Vorteil sein.

Gefangen im Bermuda Dreieck
Unter dem Eindruck der positiven Leistung der TMC geführten Navigation am AB-Kreuz Nürnberg, verließen wir uns auch auf das F50, als es uns wegen eines Staus am Hermsdorfer Kreuz auf die A4 Richtung Dresden umleitete. Wir folgten der Anweisung die Autobahn nach 15Km bei Ausfahrt 58 zu verlassen. Dann sollten wir nach 350m links abbiegen. Wir überquerten die Bundesstraße und warteten vergeblich auf die Kreuzung um der Anweisung zu folgen. Unser Navi zeigte nun keine Hinweise mehr an und plötzlich tönte es zu unserer Überraschung aus dem Navilautsprecher: „Test, Test“ Die dann nach kurzer Pause folgenden Anweisungen führten uns direkt zurück auf die Autobahn, auf der wir gekommen waren. Allerdings fuhren wir nun zurück in Richtung Hermsdorfer Kreuz. Kurz bevor wir es erreichten, wurden wir aufgefordert die Autobahn zu verlassen und fuhren nun durch Hermsdorf, wo wir angewiesen wurden rechts oder links in solide Häuserfronten abzubiegen. Es blieb uns nichts anderes übrig als uns an der Beschilderung zu orientieren und auf der Landstraße, zum Teil parallel zur Autobahn auf der der Verkehr gemütlich rollte, die nächste AB-Auffahrt zu suchen. Die Gegend um das Hermsdorfer Kreuz scheint für einige Navis eine Art Bermuda Dreieck zu sein.

Kurz vor Erreichen des ersten Etappenziels versuchte uns der F50 dann zu einer Abkürzung über Fuß- und Radfahrwege zu verleiten, die auch ein anderes Gerät im Test schon mal vorgeschlagen hatte. Hier hapert’s entweder beim Kartenmaterial oder dessen Auswertung.

Da wir die verbleibende Strecke nach Hamburg über Landstraßen fahren wollten, machte sich die fehlende Möglichkeit, die Route über Zwischenziele zu beeinflussen, unangenehm bemerkbar. Immerhin führte uns der F50 vom Stadtrand direkt zu unserer Zieladresse in der Hamburger Innenstadt.

Das Navi oder wir
Als wir uns auf dem Rückweg im Stau stehend entschlossen, die Autobahn an der nächsten Ausfahrt zu verlassen, konnte sich unser Navi mit dieser Entscheidung überhaupt nicht abfinden. Beharrlich versuchte es uns zum Umkehren zu bewegen bzw. uns auf anderem Wege auf die Stauautobahn zurückzuführen. Erst als wir nach etlichen Kilometern die B4 erreichten fand es sich damit ab und versuchte eine neue Route zu berechnen. Dann zeigte das Display, Fehler: unbekannter Fehler bei der Routenberechnung, und das F50 hängte sich auf. Gut, daß das Gerät über eine Reset-Taste verfügt. Wir brachen den eigentlichen Test ab, gaben dem Gerät zwar noch das Etappenziel vor und verfolgten wie es damit umging, beschlossen aber uns nicht mehr an die Empfehlungen zu halten. Daß diese Entscheidung richtig war, bestätigte sich im weiteren Verlauf unserer Reise. Immer wieder versuchte es uns vom “Bermuda Dreieck fernzuhalten“, während wir es zügig durchquerten, da nur sehr wenig Fahrzeuge in unserer Richtung unterwegs waren.

Da wir von den navigatorischen Fähigkeiten des F50 weniger begeistert waren, haben wir die Freisprechanlage nur sehr oberflächlich getestet. Unser Motorola L6 ließ sich über die Bluetooth Verbindung problemlos einbuchen. Die Wiedergabe im Fahrzeug war extrem laut, lt. Handbuch soll sie von der am Mobiltelefon eingestellten Lautstärke abhängig sein. Das muß ich wohl nicht richtig verstanden haben, denn das würde ja überhaupt keinen Sinn ergeben. Die Gesprächspartner waren von der Sprachqualität wenig angetan; sie bemängelten den sehr hohen Nebengeräuschpegel.

Vielleicht hätten wir uns mit dem F50 wieder versöhnt, wenn es uns wie versprochen bei der Neuberechnung der Route, natürlich vor Antritt der Fahrt, auf festinstallierte Verkehrsüberwachungssysteme aufmerksam gemacht hätte.

blitzfoto-02-small.jpg

Fazit: Obwohl das Gerät mit der Freisprechanlage kombiniert ist, würde ich es für den professionellen Einsatz im Außendienst nicht empfehlen. Dem Hersteller würde ich zu einer gründlichen Überarbeitung raten.

PDF: navman-f50_wulfken

Hinterlasse einen Kommentar