Yeong Yang Tech YY-C620 – Mini-ITX Case

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CP product expert: Jürgen Wölfl, PC-Wölfl, www.pc.woelfl.de
Hersteller und Name des Testgeräts: Yeong Yang Tech YY-C620 (zur Produktseite)
Testzeitraum: 22.10.2008 – 05.11.2008
UVP: 102 Euro
HEK: Angabe nur in der CP-Printausgabe oder im e-Paper
Distributor: HRT Informationstechnik

Yeong Yang Tech YY-C620 Mini-ITX Case

Erster Eindruck / Haptik
Das Yeong Yang YY-C620 Gehäuse präsentiert sich in einem schlichten Design, was bei vielen ITX-Cases oft der Fall ist. Das YY-C620 hat eine längliche kompakte Bauform und ist 30 cm breit, 6,5 cm hoch und 28 cm tief. Mit einem Volumen von knapp sechs Litern ist es nur ein drittel so groß wie normale Cases. An der Front ist eine gebürstete und eloxierte Aluminiumplatte angebracht, so dass das YY-C620 an manchen Modellen vom Hersteller Silverstone erinnert. Die Verarbeitung ist ansonsten hochwertig, und man kann sich leicht vorstellen das YY im Wohnzimmer als HTPC einzusetzen.
(Note: 2, Gewichtung 10%)

Einbau
Im Inneren ist das Yeong Yang Gehäuse aufgeräumt, Kabel sind bereits verlegt. Zur Montage eines Mini-ITX Mainboards muss man in der Regel das Fach für das Slim-Line optische Laufwerk zuerst entfernen – wobei man an die Schrauben nicht so einfach gelangt, da die meisten ITX-Mainboards genau hier ihre Stromanschlüsse und Pin-Header haben. Den ATX Stromanschluss muss man dann ziemlich flachdrücken, damit das Slim-Line Fach nicht nach oben gebogen wird. Generell ist zu beachten, dass in den 3cm-Randbereich des Mainboards, das sich unter dem Slim-Line befindet, die maximale Bauhöhe von Komponenten nur drei bis vier Zentimeter betragen darf. Kühler und Co. sollten sich deshalb nicht in diesem Bereich befinden, sonst passt das Mainboard nicht mehr in das Chassis oder man muss auf das optische Laufwerk verzichten. Insgesamt können 2x 3,5″- und eine 2,5″-Festplatte eingebaut werden, die Montagerahmen lassen sich einfach herausnehmen. Durch die Möglichkeit mehrere Festplatten einzubauen, kann dieses Case auch für Einsätze wie NAS oder Home Server verwendet werden. Für die Montage aller Komponenten sollte man mit 15 Minuten rechnen.
(Note: 3, Gewichtung 30%)

Verkaufsargumente und Marge
Derzeit gibt es kaum vernünftige Mini-ITX Cases auf dem Markt, somit ist dieser Bereich noch nicht gesättigt. Das Mini-ITX Segment wird zunehmend in Aufschwung geraten und hat bereits durch den Einstieg von Intel mit deren Essential Boards (Celeron, Atom CPU) für einen gewissen Durchbruch gesorgt. Der Markt von Mini-PCs ist an sich recht zukunftssicher und wird den Standard-Desktop PC mit der Zeit verdrängen.
Der Handelseinkaufpreis liegt recht hoch, aber das ist üblich bei Mini-ITX Cases. Yeong Yang gibt eine UVP von circa 100 Euro an, Händler sollen damit knapp 15 EUR verdienen. Dennoch muss man sagen, dass 100 EUR für ein Gehäuse recht viel ist, weshalb viele Kunden davor abschrecken dürften und dann möglicherweise zu Alternativen wie Silverstone greifen, wo das Gehäuse komplett aus Aluminium ist. Im übrigen gibt es vom Hersteller Jetway ein baugleiches Modell wie das YY, es kostet auch gleich viel aber die Front ist etwas anders gestaltet.
Weiter zu beachten ist, dass in so flachen Cases wie das Yeong Yang nur Mini-ITX Mainboards mit VIA oder Intel Mobile bzw. Atom CPUs passen, die mit einem flachen Kühlkörper auskommen und nicht zu viel Strom verbrauchen, da das Netzteil maximal 80 Watt liefert. Weiter fehlt dem internen DC-DC-Adapter der zusätzliche 4-Pin Stromanschluss, was aber die meisten Mini-ITX Mainboards heutzutage benötigen. Das Intel Atom Mainboard startete zum Beispiel gar nicht, auch andere Mainboards liefen nicht oder stürzten nach kurzer Zeit ab. Nur Mainboards für VIA CPUs haben nur den 20 Pin ATX Anschluss.
(Note: 3, Gewichtung 30%)

Vorteile für den Kunden
Der Endanwender erhält mit dem Yeong Yang ein kompaktes, schlicht aussehendes Gehäuse das sowohl im Büro, als auch im Wohnzimmer gut hineinpasst. Es ließe sich auch in die Hi-Fi Anlage integrieren, ohne dass es als PC auffallen würde. Die eingebauten Gehäuselüfter sind zwar nicht laut, man sollte diese dennoch mit Spannungsadapter etwas herab drosseln, wenn das Mainboard selbst keine Lüftersteuerung integriert hat.
(Note: 3, Gewichtung 20%)

Packungs-Zubehör
Yeong Yang legt dem Paket ein mit 80 Watt recht leistungsstarkes, externes 12V Netzteil bei. Kabel, Schrauben, Gummifüßchen und PCI-Risercard sind ebenfalls enthalten.
(Note: 2, Gewichtung 10%)

Fazit mit Empfehlung
Das Yeong Yang YY-C620 Gehäuse sieht durch die Aluminiumfront nobel aus, ist aber dennoch schlicht vom Design und passt somit auch ins Wohnzimmer neben die Hi-Fi Anlage. Das Gehäuse ist robust gebaut, Yeong Yang liefert das nötigste mit. Allerdings finden wir, dass der Hersteller sich kaum Gedanken über aktuelle Mini-ITX-Mainboards gemacht hat und wohl noch in VIA C3 Zeiten (2004-2005) geblieben ist, denn durch den fehlenden 20 + 4 Pin Netzteilanschluss lassen sich kaum moderne Mini-ITX Mainboards betreiben. Die Behauptung von Yeong Yang, dieses Gehäuse sei mit allen Mini-ITX Mainboards kompatibel, ist schlichtweg falsch. Erstens können nur Mainboards mit geringem Kühlerprofil eingesetzt werden, zweitens nur Mainboards die ausschließlich einen 20 Pin ATX Stromanschluss benötigen. Alle anderen laufen nicht beziehungsweise nur instabil, selbst die billigen Intel D945GCLF mit Atom CPU und D945GCLF2 mit Atom Dual-Core wollten in diesem Gehäuse nicht starten. Das ist für eine Endkundenpreis von 100 EUR inakzeptabel und eine schwache Leistung vom Hersteller, wenn man bedenkt, dass es kompaktere Cases gibt die besser aussehen und eine ausreichende Stromversorgung liefern. Es gibt mittlerweile kompaktere und viel günstigere Gehäuse, um preiswerte Nettops ab 199 EUR Endkundenpreis inklusive MwSt. anzubieten. Mit dem Yeong Yang wäre so etwas nicht möglich.

Wertung:

Durchschnittsnote (Schulnotensystem): 3 , entspricht 3 ChannelPoints

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