Datacask Jupiter 1014a Netbook
CP product expert: Jürgen Wölfl, PC-Wölfl
Preise und Distribution
299 EUR UVP inkl. Ust. für Linux Version
329 EUR UVP inkl. Ust. für Windows Version
Distributoren: Actebis Peacock, Alldis, Herweck, api
Herstellerlink: http://datacask.de/pageID_5983429.html
Verpackung und Lieferumfang
Das datacask jupiter 1014a Netbook wird in einer kompakten grün-gelben Verpackung mit aufgedruckten Informationen und Spezifikationen ausgeliefert. Zum Lieferumfang gehört der Akku, Netzteil, Handbuch und eine Treiber-CD für Windows (auch bei der Linux Version). Eine Schutzhülle, so wie sie z.B. bei vielen anderen Netbooks mitgeliefert wird, ist beim datacask nicht vorhanden. Das jupiter 1014a gibt es in zwei unterschiedlichen Versionen. Die erste für 299 UVP ist mit einem angepassten Knoppix (Business Linux) Betriebssystem ausgestattet, das im Easy Mode startet und Compiz Fusion als Window-Manager (Desktop-Effekte) einsetzt. Die zweite Version für 329 EUR UVP ist mit Windows XP Home ausgestattet. Recovery-CDs gibt es bei der Linux Version angeblich nicht, für die Windows XP Version steht auch eine Anleitung Online, wie man das Betriebssystem via USB-Stick neu aufsetzen kann.
Erster Eindruck und Verarbeitung
Der erste Eindruck ist nicht so berauschend wie bei anderen Netbooks a lá Asus Eee PC, Samsung NC 10 oder Acer Aspire One. Man weiß nicht genau, ist es nun ein Consumer Produkt (wegen des günstigen Preises und der Klavierlack-Oberseite) oder ein Businessgerät (Innenseite im Business-Look und der Begriff Business Linux). Definitiv fehlt dem datacask jupiter dieser moderne Lifestyle den so viel andere Netbooks haben. An der Verarbeitung kann man aber nichts bemängeln, denn diese ist genauso hochwertig wie die der anderen Netbooks.
Software-Installation und Inbetriebnahme
Software muss beim jupiter Netbook nicht installiert werden, da das System mit vorinstalliertem Linux oder Windows daherkommt. Für Händler kann es interessant sein, beim Windows Modell Software wie Virenscanner, Firewall, Office-Suite usw. zusätzlich anzubieten. Bei Linux wird es jedoch schwierig, da man sich hier mit dem Paketmanager und den entsprechenden Paketabhängigkeiten gut auskennen muss. Knoppix ist da nicht so einfach wie ein Suse oder Ubuntu Linux. Wer sich aber die Zeit nimmt, kann für den eigenen Kunden externe Debian Pakete einbinden. Für den normalen Office-Einsatz ist dies aber nicht nötig, da das System eine Menge Software in den vier Reitern Internet, Arbeiten, Lernen und Spielen enthält. Unter Internet gibt es den Webbrowser Firefox und den Mail-Client Thunderbird, auch wenn diese unter Knoppix anders heißen. Pidgin ist eine interessante OpenSource Alternative für Instant Messaging und unterstützt die verschiedensten Netzwerke wie ICQ, MSN, Yahoo, Google, Jabber, Aim, Novell Groupwise usw., ist zudem ein schlankes Messaging-Programm und frei von Werbeeinblendungen. Mit Softphone ist ein SIP-Client vorhanden, über die ekiga.net Webseite kann man sich seine eigene SIP Nummer generieren lassen. Unter Arbeiten ist die komplette Suite von OpenOffice.org enthalten mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Zeichnungstool, Datenbankverwaltung, Grafikprogramme wie Gimp und ein schlanker PDF-Reader. Unter Lernen gibt es eine Fülle an Lernprogramme, die wohl eher für Kleinkinder gedacht sind und weniger mit dem Business Einsatz zu tun haben. Unter Spiele ist eine große Anzahl an kleineren Games für Unterwegs zu finden - den guten Audioplayer Amarok und die Webcam-Software. Unter Konfiguration findet sich die Steuerung für die Desktop Effekte von Compiz Fusion, LAN und WLAN Konfiguration sowie die Debian Paketverwaltung, die man aber nur mit Linux-Kenntnissen bedienen sollte um das System nicht zu zerschießen.
Zu Compiz sollten noch die interessantesten Features wie die mehrfachen virtuellen Desktops, die Cube Rotation oder die Exposé Funktion erwähnt werden, die alle offenen Fenster auf einmal anzeigt. Diese Gags können die Arbeit erleichtern, wobei der Kunde entsprechende Tastenkombinationen erlernen muss und dies dann wohl eher nur Freaks einsetzen werden.
Arbeiten mit dem Netbook
Das datacask jupiter 1014a Netbook überzeugt mit einem sehr hellen 10″ Display, das auch im Freien noch verwendet werden kann. Die Tastatur ist aber für ein 10″ Netbook etwas klein geraten, das 8,9″ Modell Acer Aspire One hat z.B. leicht größere Tasten. Arbeiten kann man damit schon, wenngleich Netbooks wie Asus Eee PC 1000H, MSI Wind, LG X110 oder Samsung NC10 ergonomischer sind.
Für den täglichen Office-Gebrauch reicht auch die günstigere Version mit Linux, sofern man sich auf die Aufgabenbereiche Internetsurfen, Emails-Bearbeiten und Textverarbeitung bzw. Tabellenkalkulation beschränkt. Dedizierte Windows Programme lassen sich nämlich auf Knoppix Linux nicht betreiben.
Für den professionellen Einsatz ist die Version mit Windows XP zu empfehlen, auf der sich Zusatzsoftware leichter installieren lässt. Die Open Source Programme, die bei der Linux Version mitgeliefert werden, gibt es in der Regel auch für Windows (Firefox, Thunderbird, Pidgin, OpenOffice, Gimp usw.). Zudem hat man unter Windows XP die Freiheit, Treiber für Peripheriegeräte wie Drucker, Scanner oder Kamera nach zu installieren, unter Linux nämlich werden nur Standardtreiber verwendet die meist nicht alle Funktionen unterstützen.
Die Leistung ist wegen der eingesetzten Intel Atom N270 Single-Core CPU mit 1,6 GHz entsprechend gering, reicht aber für Office- und Internetaufgaben völlig aus. Mit einem normalen Notebookprozessor darf der Atom ohnehin nicht verglichen werden, dafür spart er sehr viel Strom. Der Akku hält ca. 3 Stunden was dem Durchschnitt entspricht, auch wenn es Netbooks gibt die 6 und mehr Stunden schaffen. 80 GB Festplatte und 1 GB Arbeitsspeicher reichen für den täglichen Bedarf ebenfalls aus, aufrüsten kann man diese aber nicht.
Ein Highlight des datacask jupiter 1014a ist sicherlich der ExpressCard Slot, den es sonst in nur zwei weiteren Netbooks, dem FSC Amilo Mini und HP Mini-Note, gibt. Allen anderen Netbooks fehlt diese Erweiterungsmöglichkeit, die vor allem im B2B Segment durch UMTS-Module oder DVB-T Tuner benötigt wird.
Positiv ist auch, dass das datacask jupiter lüfterlos und somit geräuschlos ist. Auch dies ist ein Alleinstellungsmerkmal unter Netbooks, nur das Dell Mini mit 8,9″ Display kommt ebenfalls ohne Lüfter aus. Vergleichsweise hört man bei den restlichen Netbooks die Lüfter deutlich.
Support und Garantie
Zwecks Support wickelt Fukato, der Hersteller dieses Netbooks, diesen über eine externe Service-Firma ab. Die Serviceline kostet 0,14 EUR/min aus dem dt. Festnetz. Unter dem Bereich Garantie von der datacask Webseite können entsprechende RMA Formulare heruntergeladen und ausgefüllt werden.
Die Garantie beträgt 24 Monate, Pick-Up Service wird zwar explizit nicht erwähnt, soll aber angeblich enthalten sein
Fazit
Das von Fukato vertriebene datacask jupiter 1014a Netbook überzeugt durch sein mattes Display mit hoher Helligkeit, das auch im Freien verwendet werden kann. Weitere Pluspunkte sind der ExpressCard Slot für B2B Kunden und der lautlose Betrieb durch das Fehlen von Lüftern. Händler sollten diese Eigenschaften hervorheben und somit den Kauf dieses Produktes schmackhaft machen. Auch der Preis ist sehr interessant und liegt deutlich unter den Preisvorstellungen anderer Hersteller. Somit gehört das datacask jupiter zu den günstigsten 10″ Netbooks auf dem Markt.
Das verwendete Knoppix Linux überzeugt jedoch nicht ganz, hier hätte Fukato eher eine bekannte Distribution wie openSUSE oder Ubuntu verwenden können, da Knoppix sehr stark an “das Original” Debian erinnert, auch wenn hier eine Easy-Mode-Oberfläche eingesetzt wird. Die Desktop Effekte mit Compiz Fusion sind zwar schick, werden aber wohl weniger von den Kunden verwendet werden.
329 EUR UVP für die Windows Version ist ebenfalls interessant, wobei Händler noch mehr sparen können, wenn Sie die Linux Version kaufen und auf dieser stattdessen Windows XP installieren, dabei aber eine Lizenz verwenden, die der Kunde möglicherweise ohnehin schon von einem alten PC besitzt. Damit wäre das datacask jupiter 1014a preislich unschlagbar.
Die Marge zwischen HEK und VK ist aber für ein komplettes Notebook recht wenig, wobei dies wohl generell im Netbook Segment der Fall sein dürfte. Wer sich hier etablieren möchte, muss längerfristig über Services weitere Einnahmen generieren, da man sonst sehr schnell von den Big-E-Tailern verschluckt wird.
Ein weiteres Problem ist nicht unerheblich: die Marke datacask ist kaum bekannt, und wenn man bedenkt wie Medion mit der Aldi Aktion, Asus mit den vielen Eee PCs, Acer mit deren Marktstärke und Samsung einem Top-Netbook den Markt überrumpelt haben, weiß man sofort, dass der Vertrieb von einem Brand B Produkt schwieriger ist. Die Massen kaufen nach wie vor lieber Produkte von bekannten Herstellern, und das leider viel zu oft zu Preisen, die unter dem Fachhändler HEK liegen.
Die ausführliche Notenberechnung finden Sie in der angehängten PDF-Datei.
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