Testbericht: HTC S740

CP product expert: Jörg Krueger, DELTA plus Datensysteme GmbH, www.dplusd.net

Hersteller und Name des Testgeräts: HTC S740 (zur Produktseite; Technische Daten)

Testzeitraum: 22.12-13.01.2009

UVP: 410 Euro (inkl. MwSt., ohne Vertrag)

HEK: Angabe nur in der CP-Printausgabe oder im ePaper

Distributoren: BrightPoint, Komsa, ENO, NT Plus

Bewertungstabelle HTC S740

Wer schön sein will muss leiden

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Mit dem S740 bietet HTC ein eher auf äußere Werte optimiertes Smartphone an, denn trotz zweiter Tastatur kann das Gerät nur optisch beeindrucken. So ist das S740 zwar ein absoluter „Hingucker” aber sein Bedienkonzept mit normaler Handytastatur und seitlich heraus schiebbarer QWERTZ Tastatur (sideslider) überzeugt nicht nachhaltig.

Erster Eindruck

Wenn es – neben Apple – einen Hersteller gibt, der sich schon bei der Verpackung richtig ins Zeug legt, dann muss hier bestimmt HTC genannt werden. Ein kleiner quadratischer, mattschwarzer Karton enthält den Schönling S740 nebst ausreichend vorhandener Dokumentation, Headset und den für Smartphones üblichen Software-Beigaben wie Microsoft ActiveSync. Schwarz und chromatisch glänzend erinnert das S740 sehr an das ebenfalls sehr elegante HTC Touch Diamond. Ein aus der Draufsicht sehr schlankes Design und mit der gesamten Oberfläche bündige Tasten wollen uns sagen: „Seht mal, ich bin was zum Zeigen!”. Es liegt prima in der Hand und die Schiebmechanik für die Tastatur wirkt sehr vertrauenserweckend und klingt satt. Die nach dem Aufschieben sichtbare Tastatur ist – wenn auch recht schwach – beleuchtet und setzt das HighTech-Design konsequent fort.

Die auf der Vorderseite erreichbaren Tasten sind ein wenig kippelig und die am meisten verwendeten Telefontasten für Rufannahme und Anruf Beenden erstaunlicherweise am kleinsten und kaum zu treffen.

Mittig auf der Geräteoberseite findet der Daumen eine Art Joystick mit dem recht angenehm navigiert werden kann und der bei eintreffenden Nachrichten geheimnisvoll und intervallartig aufleuchtet.

Der erste Eindruck ist also alles in allem sehr ansprechend und prädestiniert das S740 für die Damenhandtasche oder den designverliebten Verbraucher.

Nach dem Einschalten überrascht das S740 mit einer von HTC angepassten und optisch sehr ansprechenden Oberfläche des allgemein bekannten Windows Mobile 6.1 in der Professional Variante. Irgendwie erinnert die dabei angebotene Bedienung sehr an die von Apple mit dem iPhone eingeführte Schwupp-und-Weg-Daumen-Technik. Allerdings – und das überrascht ebenfalls – einen Touchscreen sucht man hier vergeblich. Nur über die Tastatur(en) hat man also Zugriff auf die schön gestalteten Menüs. Erfreulich dagegen die hohe Grafikqualität und das trotz spiegelnder Oberfläche – auch bei Tageslicht – sehr gut zu lesende Display.

Fast schon Standard ist eine eingebaute 3,2-Megapixel-Kamera, obwohl sich HTC diese ruhig hätte schenken können. Nur bei optimalen Lichtverhältnissen, einer sehr ruhigen Hand und nur durchschnittlichen Fotoansprüchen lassen sich nämlich damit Fotos aufnehmen. Für professionelle Dokumentation oder die üblichen Schnappschüsse eignet sich die Kamera dagegen eher nicht.

Als vorgezogene Ostersuche kann man den versteckten Schacht für SIM-Karte und optionale Mini-SD-Karte verstehen – auf Anhieb findet man diese nämlich nicht. Erst nach Aufschieben der Tastatur, Umdrehen des Geräts und Aufhebeln einer kleinen Gehäuseklappe zeigen sich die dafür vorgesehenen Aufnahmeschächte. Da man diese Tätigkeit aber eher seltener durchführen wird, kann man mit dieser Lösung auch recht gut leben.

(Note: 1,7, Gewichtung: 10 Prozent)

Arbeiten mit dem Smartphone

Schwerpunkt dieses Tests muss natürlich das Tastaturkonzept sein, denn dies soll ja die herausragende Eigenschaft des S740 sein. Die Standardtastatur kann, wie schon berichtet, nicht ganz überzeugen, zu oft verfehlt man die wichtigsten Tasten. Häufig ist es während der Testphase nicht gelungen, ein eingehendes Gespräch anzunehmen bevor der Anrufer enttäuscht wieder auflegte, weil die winzige Annahmetaste nun wirklich nicht für durchschnittliche Männerhände ausgelegt ist. Hat HTC während der Entwicklung vielleicht nur Damen zum Testen beauftragt?

Hat man es dann aber doch mal geschafft das Gespräch anzunehmen, erfreut dieses HTC durch ordentliche, akustische Gesprächsqualität und sehr guten Empfang. Der Besitzer des S740 sollte aber immer ein sauberes Tuch in der Tasche haben um nach dem Gespräch die Oberfläche vom Ohrabdruck zu befreien – wäre doch schade um das tolle Design.

Die seitlich ausschiebbare Tastatur soll den Besitzer in die Lage versetzen, unterwegs auch längere Nachrichten flott schreiben zu können. Tatsächlich erkennt man die vom Büro gewohnte QWERTZ-Tastatur Anordnung und sogar ein kleiner Cursorblock (Pfeiltasten) findet sich auf der rechten Seite der Tastatur. Nach dem Aufschieben wird die Menüansicht automatisch um 90 Grad gedreht und erlaubt eine etwas breitere Bildschirmdarstellung auf dem 2,4-Zoll-Display. Mit ein wenig Übung gelingt es – natürlich nicht mit dem Zehnfinger-System – Texte einzugeben, aber von flott kann keine Rede sein. Das Hauptproblem dabei ist die fehlende Möglichkeit, das voll aufgeschobene S740 nach unten abzustützen. So wackelt und kippelt das ganze Gerät während der Texteingabe auf dem Tisch. Also probiert man es in beide Hände zu nehmen und statt mit den Zeigefingern mit beiden Daumen zu schreiben. Schon besser. Doch leider kann es passieren, dass man beim Verfassen der wichtigen Eilnachricht jäh unterbrochen wird, weil das S740 sich plötzlich ausschaltet – Gerät aus, Text weg. Schnell ist aber die Ursache für dieses Phänomen gefunden: der Hauptschalter befindet sich auf der Geräteoberseite, und in der gedrehten Haltung eben links, genau da wo die Hand das Gerät hält. Hier ist also Übung geboten und mit dieser Erkenntnis kann man damit auch entsprechend umgehen.

Die technische Ausstattung ist marktüblich, alle derzeitigen WAN-Übertragungsstandards werden unterstützt, als Quad-Band-Handy empfiehlt sich das S740 für Weltenbummler. Die Akkulaufzeit ist mit etwa zwei Tagen bei normaler Verwendung nicht gerade berauschend aber entspricht in etwa dem was heute mit den Lithium-Ionen-Akkus erreichbar ist.

(Note: 2,7, Gewichtung: 60 Prozent)

Vorteile für Händler und Marge

Das HTC S740 ist ein typisches Business-Smartphone und zielt daher auf den professionellen Anwender, der dabei aber Wert auf Design legt. Ein multimediales Unterhaltungshandy will es gar nicht sein. Für Händler mit Business-Kunden ist es dennoch eine Bereicherung und macht es wegen einer zurzeit noch recht ansehnlichen Marge zu einem Produkt das sich gerne verkaufen lässt und nicht an jeder Ecke zu finden sein wird.

HTC bietet als Zubehör eine ebenso schöne und preiswerte Dockingstation und ein Autoladegerät an.

(Note: 2,6; Gewichtung: 30 Prozent)

Fazit

Das HTC S740 ist ein insgesamt gelungenes Business Handy/Smartphone mit deutlichen Schwächen in der Bedienung dafür aber umso eleganter. Besonders gefällt das schlanke Design und die erstklassige Verarbeitung, weniger die äußeren Tasten. Eine bessere Kamera, größere Tasten vorne und eine optimierte Tischauflage hätten das S740 zu einem perfekten Begleiter gemacht. Liebhaber von Touchscreens werden aber mit diesem Produkt nicht glücklich.

Durchschnittsnote: 2,6

ChannelPoints: 3 channelpoints_liste-0-5.jpg logo_htc-s740.jpg

2 Antworten zu “Testbericht: HTC S740”

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    unseres Unternehmen möchte einige HTCS740 einsetzten.
    Bitte informieren Sie uns dringend, welche Möglichkeit besteht die
    Geräte im Fahrzeug mit der Nokia 610 oder 616 Freisprechanlege zu koppeln. Wichtig ist auch die Adressen/Kontakte übertragung.

    danke für schnelle Rückmeldung

    Mit freundliche Grüßen
    Lydia Weimann

  2. [...] suche ein neues Smartphone, will aber nicht nochmal so'n Reinfall erleben wie beim letzten. (Dieser Testbericht streift zumindest 30% der Nachteile des S740. Leider zu spät für mich.) Die meisten [...]

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