Schöne Hülle ohne Substanz

CP product expert: Andre Engelmann, IWT-Engelmann GbR
Hersteller und Name des Testgeräts: Vosstronic VTG-KC31NS+ (zur Produktseite)
Testzeitraum: 08.09.2009 bis 21.09.2009
UVP: 59,90 Euro inkl. MwSt.
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Niedrigster Online-Preis: 38,61 Euro inkl. MwSt.
Distributoren: Vosstronics Technology GmbH

Schöne Hülle ohne Substanz

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Erster Eindruck / Haptik
Das Vosstronic VTG-KC31NS+ ist ein NAS-Leergehäuse für SATA-Festplatten. Verpackt in einem schlichten Karton im Handtaschenformat trägt man es bequem nach Hause / ins Büro. Produktbeschreibung und technische Daten sind auf der Verpackung angegeben, leider nur in Englisch. Gefällig, wertig und robust wirkt das komplett aus Aluminium gefertigte Festplattengehäuse. Massive seitliche Kühlrippen und ein kleiner Lüfter versprechen eine optimale Betriebstemperatur. Der Ein-/Ausschalter sowie die Kontroll-LEDs sind auf der Vorderseite zu finden. Auf der Rückseite gibt es die Anschlüsse für Netzwerk und USB-2.0 und einen Slot für ein Kensington-Schloß. (Note: 2 , Gewichtung 10%)

Einbau
Dank beiliegendem Mini-Inbus-Schlüssel ist der Gehäusedeckel über vier Schrauben schnell geöffnet. Die Anschlusskabel für SATA und Strom sind ausreichend lang. Diese muss man jedoch verdrehen, um die Stecker an die Festplatte zu bekommen. Fummelig gestaltet sich die Befestigung der Festplatte. Die Seitenteile des Gehäuses sind zu entfernen; um die Schrauben an der Unterseite zu lösen, pult man die Gummifüßchen aus den Schraubköpfen. Erst dann wird die Festplatte mit vier Schrauben befestigt.

Das Setup des NAS-Servers ist in der Bedienungsanleitung nur knapp und in Englisch beschrieben. Screenshots kann man nur mit einer Lupe erkennen. Standardmäßig ist der DHCP-Server des Gehäuses eingeschaltet, vergibt aber keine Adressen. Stattdessen wartet man, bis der PC eine APIPA-Adresse ausgehandelt hat. Die Konfiguration des Systems ist weitestgehend selbsterklärend. Verwirrend ist die Einstellung „Language“ mit den Optionen Englisch, Central Europe, Kyrillisch usw., da hier lediglich eine Umstellung der Zeichendarstellung erfolgt. Laut Anleitung lassen sich nur Festplatten bis 750 GB einbauen. Tadellos funktioniert auch eine 1TB-Platte. (Note: 3, Gewichtung 30%)

Verkaufsargumente und Marge
Dem Kunden kann ein NAS-System für unter 100 Euro angeboten werden. Ob dieses Gerät die Erwartungen des Kunden erfüllt, ist fraglich. Die Netzwerkanbindung mit 100 MBit/s ist nicht mehr zeitgemäß. Wir haben Transferraten von max. 5,5 MB/s beim linearen Lesen und max. 4,1 MB/s bei Schreiben gemessen. Im USB-Betrieb liegen die Werte erwartungsgemäß deutlich höher mit 15 MB/s bzw. 19 MB/s bei Lesen/Schreiben.

Unverständlicherweise verwendet das Gerät im Netzwerkbetrieb FAT32 als Dateisystem, das heißt Dateien größer als vier GB sind tabu. Lediglich über USB kann die Festplatte beliebig formatiert werden. Mehrere Partitionen unterstützt das Gehäuse nicht. Wird der Datenträger über das Konfigurationsmenü formatiert, so gehen sämtliche darauf befindlichen Partitionen verloren. Zum Aufrufen des Konfigurationsmenüs sind Benutzername und Passwort jeweils „admin“. Es gibt keine Möglichkeit, das Passwort zu ändern! Die Konfiguration lässt sich nicht sichern, um sie zum Beispiel nach einem Firmware-Update wiederherzustellen. Eine Benutzerverwaltung mit Zugriffsrechten auf die Daten existiert nicht. Lediglich ein Passwortschutz für einzelne Verzeichnisse ist möglich

Im Gerät ist ein UPnP-Server integriert, den wir nicht zum Laufen brachten. Laut Beschreibung soll dieser mit einer XBox funktionieren. Normale Windows-PCs sehen das Gerät nicht. Die günstigsten Online-Preise liegen bis zu 33% unter Standard-HEK! Hier gibt es nichts zu verdienen. (Note: 5, Gewichtung 30%)

Vorteile für den Kunden
Es ist schwierig, eine Zielgruppe für das VTG-KC31Ns+ zu finden. Gewerbliche Kunden werden die Möglichkeit, Zugriffsrecht zu setzen, vermissen. Die Transferraten im Netzwerkbetrieb sind sehr schwach und beim Zugriff durch mehrere Mitarbeiter geht die Leistung noch mal in den Keller. Das nicht änderbare Admin-Kennwort stellt eine große Sicherheitslücke dar. Bei Privatkunden stehen wohl eher die Speicherung großer Dateien, wie zum Beispiel DVD-Images, Videos usw. im Vordergrund. Hier schwächelt das Dateisystem FAT32 mit der Beschränkung auf Dateien kleiner vier GB. Abgesehen vom niedrigen Preis und dem schönen Gehäuse gibt es keine Argumente, die für das NAS-System sprechen. (Note: 5, Gewichtung 20%)

Packungs-Zubehör
Im Karton befinden sich neben dem Netzteil, ein kurzes USB-Kabel, 1 Cat. 5e-Netzwerkkabel mit 1,8 m Länge, 1 Mini-Inbus-Schlüssel und 4 Schrauben zur Befestigung der Festplatte. Wir haben eine deutschsprachige Bedienungsanleitung und eine Backup-Software vermisst. (Note: 4, Gewichtung 10%)

Fazit mit Empfehlung
Das Design des Gehäuses ist dem Hersteller gut gelungen. Wünschenswert wären einige Funktionen mehr im Gerät. Als USB-Platte ist das Gehäuse toll, als Netzwerkplatte eine absolute Enttäuschung.

Neben der niedrigen Transferrate sind es vor allem sicherheitstechnische Mängel, die das NAS-System für den Unternehmenseinsatz unbrauchbar machen. Die Beschränkung auf das FAT32-Dateisystem steht weit hinter den Anforderungen heutiger Computer-Nutzer. Fazit: Keine Empfehlung!

Wertung

Durchschnittsnote (Schulnotensystem): 4,0, entspricht 2 ChannelPoints

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