Synology DiskStation DS1010+

CP product expert: Arno Beier, Beico.net

Hersteller und Name des Testgeräts: Synology DiskStation  DS1010+

Testzeitraum: 16.08.2010 – 03.09.2010

UVP: 749,90 Euro

HEK und Bezugsquellen: www.channelpartner.de/produkt-scout

Distributoren: 21byteEET GermanyIntos ElectronicMEMQTwoCom

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Synology DS1010+: Viel Speicher, viel Spaß!

Erster Eindruck / Haptik

Die Synology DiskStation DS1010+ wird in einem stabilen, würfelförmigen Karton mit schwarzem Aufdruck geliefert. Außer ein paar Aufklebern mit der Garantiezeit und dem enthaltenen Produkt ist nur der Herstellername aufgedruckt. So können Kartons für unterschiedliche Geräte der gleichen Größe verwendet werden. Das spart löblicherweise Ressourcen!

Das Gerät ist sauber und ordentlich in Schaumstoff untergebracht und bestens gegen Erschütterungen und Stürze geschützt. Sein schwarzes Gehäuse ist mit einer hochglänzenden Frontblende verziert und sieht recht edel aus. Einfache, aber funktionelle Plastikrahmen dienen als mechanische Sicherung gegen das unabsichtliche Herausnehmen der Festplatteneinschübe. Zum Lieferumfang gehören die Haupteinheit, eine Installations-CD und Willkommensnachricht, Montagekit, ein Wechselstromkabel und zwei zwei Meter lange RJ-45-LAN-Kabel sowie ein eingebautes 1-GB-RAM-Modul, dessen Speicherkapazität optional auf drei Gigabyte aufrüstbar ist.

 

(Note 1; Gewichtung: 10 Prozent)

Arbeiten mit dem Gerät

Das im Januar vorgestellte Produkt soll als hochleistungsfähiger NAS-Server sowohl Mittelstandskunden mit bis zu 25 Clients als auch ambitionierte Privatkunden ansprechen. Es kann über die Systemerweiterung DX510 mit zehn Festplatten und einer Speicherkapazität von maximal 20 TB auch recht großen Speicheranforderungen genügen. Das System soll mit Schreib- und Leseraten von mehr als 100 Megabyte in der Sekunde glänzen und auch bei Zugriffen von mehreren Benutzern gleichzeitig diese Performance behalten. Schauen wir mal, ob das so auch stimmt…

Die Willkommensnachricht in 15 Sprachen weist auf die Schnell-Installationsanleitung der CD hin, die ich zu Rate ziehe, um die Festplatten einzubauen. Im Einsatz sind fünf Festplatten vom Typ WD10EARS mit einer Kapazität von jeweils einem Terabyte. Diese Festplatten sind von Synology für die Verwendung in der DS1010+ als kompatible Festplatten freigegeben. Ich habe diese Festplatten gewählt, weil sie a) recht günstig sind, b) wenig Strom verbrauchen und c) auch unter Last recht kühl bleiben.

Die Installation und Verschraubung der fünf Festplatten in die Einschübe benötigt rund 15 Minuten. Es liegen genügend Schrauben zur Befestigung von 3,5-Zoll – oder auch 2,5-Zoll-Festplatten bei. Die Festplatten werden nun eingeschoben und dann die Hebel nach unten gedrückt – fertig! Schließlich gilt es nur noch, die Strom- und Netzwerkkabel anzuschließen und einzuschalten. Die sehr gut bebilderte Schnellinstallationsanleitung verdient Ihren Namen und lässt keine Zweifel an den nächsten Schritten! Bei der Einrichtung kann man noch zwischen verschiedenen RAID-Modi wählen. Ich habe hier ein RAID-5 mit Hotspare gewählt, um größtmögliche Datensicherheit zu gewährleisten. Die Einrichtung geht recht fix. Das Einrichten und Formatieren des RAID nimmt aber je nach Plattengröße schon einige Stunden in Anspruch!

Das Gerät ist mit zwei Lüftern ausgestattet und läuft ohne allzu störende Lautstärke. Sehr angenehm! Nebenbei verbraucht es unter Volllast nur etwa 65 Watt. Damit ist es jedem PC/Server um Längen voraus, was den Stromverbrauch und auch die Geräuschentwicklung angeht!

Für den Test wähle ich praxisnahe Datenmengen und Größen. Ich werde sowohl ganze PC-Inhalte als auch Filme (DVDs und Blu-ray-Discs) und Bilder auf dem Gerät sichern. Für mich ist vor allen Dingen die Handhabung und Nutzung des Gerätes wichtig. Ob man ein solches Gerät beim Kunden verkaufen kann, hängt stark von den Ansprüchen des Kunden ab. Deshalb sind zwei unterschiedliche Tests vorgesehen: Ein Ordner mit Filmen und Bildern, der 34 Dateien in 13 Unterordnern umfasst. Für die Datenmenge von 10,2 GB werden 4:52 Minuten benötigt. Außerdem teste ich einen Ordner mit 32.349 einzelnen Dateien in 3.636 Unterordnern. Die Datenmenge von 3,28 GB beansprucht 9:30 Minuten.

Beide Tests habe ich mit meinem Notebook (HP TC 4200 mit einer Broadcom NetXtreme Gigabit Netzwerkkarte) durchgeführt. Die Praxiswerte sind bei Workstations und Servern noch deutlich schneller, da dort auch schnellere Festplatten verbaut sind. Nach diesem Vorgang stehen mir 2,67 TB nutzbarer Speicherplatz zur Verfügung, der sich mittels der beiliegenden Software kinderleicht in jedes Netzwerk integrieren lässt. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder als Netzwerk-Laufwerk auf einem beliebigen Windows-Rechner oder auch als iSCSI-Target, wobei in der zweiten Variante zirka zehn Prozent an Geschwindigkeit eingebüßt werden. Es lassen sich also gemeinsame Ordner via SMB/CIFS, NFS. AFP, FTP oder auch HTTP/HTTPS freigeben. Somit steht auch den Verbindungen zu einem MAC-Netzwerk oder dem Zugriff aus dem Internet nichts im Wege!

Die Oberfläche des Gerätes ist angenehm zu bedienen und recht übersichtlich. Auch wenn es hier sehr viele Möglichkeiten gibt, etwas einzustellen: Genau so sollten alle Oberflächen für NAS-Geräte aussehen! In der Synology DiskStation DS1010+ lassen sich Benutzer und Gruppen direkt erstellen und verwalten, wenn man nicht auf das Active Directory zurückgreifen möchte. Somit ist das NAS auch in kleinen Netzwerken und im Heimbereich sehr gut zu benutzen. Selbstverständlich klinkt es sich nahtlos in den Verzeichnisdienst ein. Die interne Benutzerverwaltung ist einfach, übersichtlich und überaus praktikabel. Gleichzeitig ist sie auch sicher genug für Unternehmensumgebungen, da man die Berechtigungen sehr fein verteilen kann.

Das NAS stellt neben dem Speicherplatz auch noch eine ganze Reihe anderer Dienste zur Verfügung. Hier seien sowohl UPnP- und iTunes-Server genannt als auch verschlüsselte FTP-Server, Mail-Server, Webserver, Videoüberwachung und viele weitere. Auf Wunsch kann man das NAS auch um weitere Dienste per Download erweitern wie etwa einen Web-Blog oder ein CMS-System.

Ein weiterer Praxistest, den das Gerät meistern muss, ist die Einbindung in ein MAC-Netzwerk. Hierfür habe ich das Gerät einem Kunden, der ein Tonstudio betreibt, zur Verfügung gestellt. Auch hier lief die Installation und Einrichtung völlig reibungslos. Alle Dienste funktionierten einwandfrei – sowohl der Zugriff auf das NAS als auch die Datensicherung per Time-Machine. Aber was war das denn? Es gab ein Problem mit der Studiosoftware Logic, die nicht so richtig mit dem NAS zusammenarbeiten wollte: Daten ließen sich zwar lesen und schreiben, aber nicht löschen. Zudem wurde ab und an das Netzlaufwerk nicht gefunden. Abhilfe schaffte hier die Nutzung des iSCSI-Protokolls, das das NAS als Laufwerk “im Rechner” anmeldet. Der weitere Test verlief ohne jegliche Störungen, und der Kunde wollte das Gerät fast nicht mehr hergeben!

(Note 1; Gewichtung: 50 Prozent)

Verkaufsargumente und Marge

Verkaufsargumente braucht man für das Gerät nicht lange suchen: Ein einfach einzurichtendes NAS mit viel (erweiterbarem) Speicher und nahezu unerschöpflichen Einsatzmöglichkeiten zu einem fairen Preis. Es ist sicher in der Anwendung und leicht zu handhaben. Sprich: Es macht viel Spaß, mit diesem Gerät zu arbeiten! Die Marge liegt bei zehn bis 15 Prozent. Über die Festplatten ist sogar noch mehr an Marge drin. Da die wenigsten Geschäftskunden selbst ans Werk gehen, lässt sich auch noch ein gutes Stück Dienstleistung verkaufen.

(Note 2; Gewichtung: 20 Prozent)

Vorteile für den Kunden

Der Kunde bekommt ein benutzerfreundliches und vielseitig einsetzbares Gerät, das in gewissen Fällen sogar einen ganzen Server ablösen oder ersetzen kann! Sollte keine Client-Server-Software eingesetzt, sondern nur sicherer Speicherplatz im Netzwerk benötigt werden, ist die Synology DiskStation DS1010+ sogar jedem File-Server weit überlegen. Dabei verbraucht sie weniger Strom und ist leichter zu handhaben.

(Note 2; Gewichtung: 20 Prozent)

Gesamtfazit

Mir hat der Test nicht nur viel Spaß und Freude bereitet, sondern auch noch die Möglichkeit gegeben, mich mit einer neuen Technik auseinanderzusetzen. Ich werde das Gerät in Zukunft gerne bei einigen meiner Kunden einsetzen – und nicht zwingend einen Server. Da die Oberfläche bei allen Geräten von Synology gleich ist, werde ich in Zukunft auch die kleineren DiskStation-Produkte zur Datensicherung bei Kunden einsetzen und den Kunden diese Geräte gerne empfehlen!

Wertung

 

Durchschnittsnote (Schulnotensystem): 1,4 entspricht 5 ChannelPoints

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