Nokia E7

CP product expert: Daniel Uhlir, danuh@gmx.deHard & Softshop Hamminkeln

Hersteller und Name des Testgeräts: Nokia E7

Testzeitraum: 08.03.2011 – 21.03.2011

UVP: 629 Euro (inklusive MwSt., ohne Vertrag)

Straßenpreis: ab 440 Euro (inklusive MwSt., ohne Vertrag)

Bezugsquellen und HEK: www.channelpartner.de/produkt-scout

Distributoren: Brightpoint, Brightstar Europe/Tech DataBrodos/my-eXtra, Chris Keim ComKomsa, Mobilcom-DebitelMobileWorld Distribution / The Phone House,

Nokia E7 – Ein 7-Tage-Begleiter)

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Erster Eindruck

Wenn man das Smartphone aus seiner schicken blauen Box holt, fällt einem sofort das Gewicht von 176 Gramm auf. Außerdem ist das Nokia E7 mit den Abmessungen von 123,7 x 62,4 Millimetern zwar höher und breiter als zum Beispiel der Mitbewerber HTC Touch Pro 2 mit seinen 116 x 59,2 Millimetern, aber mit nur 13,6 Millimetern fast einen halben Zentimeter dünner.

Sobald das an den Kanten abgerundete Smartphone in der Hand liegt, fragt man sich: Wow, das ist doch Metall?! Tatsächlich. Das Nokia E7 besteht aus Aluminium und fühlt sich gut an. Es wirkt nicht nur stabil – es ist es auch. Nichts wackelt oder klappert. Ein Highlight ist das aufschiebbare Display. Dieses ist nach dem Öffnen leicht angewinkelt und gibt die darunterliegende Tastatur frei. Somit kann der Anwender seine Informationen leichter lesen und schreiben.

Bei dem Gerät sitzt alles schön stramm. Auch in geöffnetem Zustand wackelt nichts, und die Tastatur hat einen angenehmen Druckpunkt. Insgesamt wirkt das Gerät elegant und sehr wertig!  Außer dem Standardzubehör wie Ladegerät, Ohrhörer und USB Kabel liegen der Packung keine weiteren Extras bei. Allerdings kann man sinnvolles Originalzubehör wie zum Beispiel eine Autohalterung erwerben.

(Note: 1,0; Gewichtung: 10 Prozent)

Arbeiten mit dem Smartphone

Das Gerät hat einen vier Zoll großen AMOLED-Touchscreen mit einer Auflösung von 640×360 Pixeln. Dem 680-MHz-Hauptprozessor steht ein 256-MB-Arbeitsspeicher zur Seite. Diese Speichergröße ist heute angesichts der üblichen Gigahertz-Dualcore-CPUs kein Reißer. Aber es reicht völlig aus! Denn das Betriebssystem Symbian 3 begnügt sich mit einem relativ kleinen Arbeitsspeicher. Es ist wirklich schade, dass Symbian so wenig beachtet wird, denn bei dem Gerät waren so gut wie keine Ruckler oder Hänger zu verzeichnen. Auch Abstürze gab es nicht. Sollten zu viele Prozesse gleichzeitig laufen, kann man über den integrierten Taskmanager die nicht benötigten Programme schließen. Übrigens verfügt das Gerät über einen 16 Gigabyte großen internen Speicher.

Der OVI Store, das Applikations-Verkaufsportal von Nokia, ist gut gefüllt. Es finden sich dort eine Menge kostenlose und kostenpflichtige Programme. Dazu zählen unter anderem Skype oder die wirklich gute Navigationssoftware Ovi Maps, mit der man auch noch gratis auf Nokia-Mobilfunkgeräten navigieren kann. Die Navi-Software funktioniert ohne bestehende Internetverbindung und bietet auch noch detaillierte Karten für die ganze Welt.

Der verbaute GPS Empfänger hatte ein stabiles Signal und war nach etwa einer Minute einsatzbereit. Außerdem werden Emails und SMS in übersichtlicher Weise dargestellt. Wie es sich für ein Businessgerät gehört, sind Office-Software und PDF-Betrachter vorinstalliert. Für den Fall, dass man sein Gerät verliert, lassen sich die Inhalte per Fernzugriff löschen. Das ist ein Feature, das für den einen oder anderen interessant sein dürfte.

Der verbaute Lautsprecher geht für ein Smartphone in Ordnung. Egal ob Musik, die Freisprecheinrichtung oder das Navigationsprogramm läuft, alles ist gut verständlich und vor allem laut genug.

Eine echte Arbeitserleichterung ist die QWERTZ-Tastatur. Die vierzeilig angeordneten Tasten sind angenehm hervorgehoben, so dass man recht komfortabel auch längere Passagen tippen kann. Gerade beim Internetsurfen ist solch eine Tastatur eine feine Sache, da man keinen Platz für die Bildschirmtastatur verschwenden muss. Allerdings könnte die Displayauflösung von 640×360 Bildpunkten höher sein. Klassenüblich sind 800×480 Pixel, und der Mitbewerber Apple iPhone 4 ist hier mit 960×640 Pixeln das Maß aller Dinge. Bei dem Vier-Zoll- Display wäre eine höhere Auflösung ein idealer Kompromiss zwischen Platz und Erkennbarkeit gewesen.

Der integrierte Browser kam mir etwas lahm und umständlich vor. Allerdings gibt es Alternativen wie zum Beispiel den Opera Browser. Bilder und Videos sind dank des großen Displays und dank AMOLED-Technik schön anzuschauen. Mit an Bord ist eine Acht-Megapixel-Kamera, die bei Tageslicht für ein Smartphone sehr gute Fotos macht. Auch der Videomodus bringt tagsüber ansehnliche Ergebnisse und ermöglicht sogar HD-Sequenzen.

Zum Thema Akkulaufzeit kann ich nur sagen: Das ist wie mit dem Spritverbrauch – der eine kommt an die Herstellerangaben heran, der andere  nicht. Ich konnte mit dem Nokia E7 fast eine Woche ohne Wiederaufladen des Akkus arbeiten. Zum Vergleich: Mein Smartphone HTC HD7 muss bei ähnlicher Nutzung schon nach rund zwei Tagen ans Ladegerät. Schön ist auch, dass das Nokia E7 als Wechseldatenträger oder mit der Nokia-Software angesprochen werden kann. So kann man sehr einfach Daten austauschen.

(Note: 1,3; Gewichtung: 60 Prozent)

Vorteile für Händler und Marge

Der Hersteller bewirbt sein Geräte-Flaggschiff, das in der Communicator-Tradition steht, umfassend. Für den Fachhändler lohnt es sich, zum Nokia E7 eine Daten-Flatrate und Zubehör wie zum Beispiel die Original-Autohalterung zu verkaufen.

Die Marge am Gerät selber ist nicht gerade üppig, falls man den Strassenpreis als Kalkulationsbasis nimmt. Da Smartphones aber immer häufiger in Unternehmen oder sogar in Firmennetzwerken eingesetzt werden, könnte man hier ansetzen. Die Einbindung ins Firmennetz etwa per VPN oder generell die umfangreiche Einrichtung eines Smartphones (mit Antivirus-Lösungen und Applikationen und anderem) sollte man sich gut bezahlen lassen.

(Note: 2,0; Gewichtung: 30 Prozent)

Fazit mit Empfehlung

Das Nokia E7 ist endlich wieder ein richtig gutes Produkt des finnischen Herstellers. Das Smartphone sieht gut aus, funktioniert problemlos und bietet sowohl Business- als auch Consumer-Anwendern viele Features. Ich hatte während des Tests viel Spass mit dem Gerät und hätte es am liebsten behalten…

Wertung

Durchschnittsnote (Schulnotensystem): 1,5 entspricht 4 ChannelPoints

Die ausführliche Bewertung der einzelnen Testkriterien finden Sie in der folgenden PDF-Datei: CP Bewertungstabelle Nokia E7.

Eine Antwort zu “Nokia E7”

  1. Nun ja, richtig genutzt hat der Kritiker das E7 wahrscheinlich nicht. Insbesondere die Software für die Kalenderfunktionen und der eMail Client sind verbesserungsbedürftig. Die Hotline von Nokia hat mir zugesagt, dass unsere Wünsche weitergegeben werden.
    Kurz ein paar Stichworte:
    Bei einer Terminverlegung hat man keine Überblick über den Kalender: Man muss also zunächst den Terminkalender nach einem freien Termin durchforsten, um danach den Termineintrag zu öffnen und zu bearbeiten. Wie schön war doch das SonyEricsson P990i! Termineintrag öffnen, freien Termin suchen und bestätigen. Und bei der Wochenansicht sieht man zwar, dass ein Termin belegt ist, muss aber die Tagesansicht öffnen um Details zu sehen. Auch hier war das P990i besser.
    Der eMail Client selbst erlaubt nicht, neue Verzeichnisse zu erstellen, um sich damit zu organisieren. Und die Usability des Webbrowsers ist tatsächlich etwas verworren.
    Es gibt also noch Einiges für Nokia zu tun.
    Die Hardware selbst ist bislang einwandfrei und gegenüber den Wettbewerbern absolut wettbewerbsfähig.

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