Samsung Chromebook 500C21
CP product expert: Oliver Steffan, O.S.ComputerService
Testzeitraum: 25.08.2011 – 04.09.2011
Hersteller des Testgerätes: Samsung
Modellbezeichnung des Testgerätes: Chromebook 500C21
Zielgruppe laut Hersteller: Business-Anwender und Privatkunden
UVP: 399 Euro (Wifi) / 449 Euro (3G), alles inklusive Mehrwertsteuer
HEK: www.channelpartner.de/produkt-scout
aktueller Straßenpreis: 399/449 Euro (inklusive Mehrwertsteuer)
Distributoren: Actebis/Also, Delo, Ingram Micro, Pilot Computerhandel, Tech Data
Samsung Chromebook 500C21: Ein Hardware-Browser – wem nützt das?
Erster Eindruck
Das Samsung Chromebook wird in einer schlichten grauen Pappschachtel ausgeliefert, wobei sich zum Schutz innen Styropor und dann wieder Pappe befinden.
Das Gerät misst 30 x 22 x 2 Zentimeter und sieht aus wie ein schmales Netbook beziehungsweise wie ein typisches Subnotebook. Das Gehäuse ist außen am Bildschirmdeckel weiß und sonst alles andere in Schwarz gehalten. Der Bildschirm ist 12,1 Zoll groß und hat eine Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln. Dieser ist entspiegelt und liefert ein gestochen scharfes und helles Bild von 300 Candela pro Quadratmeter. Die QWERTZ-Tastatur verfügt über keine F-Tasten; dafür sind spezielle Tasten für das Surfen in der oberen Reihe integriert, und natürlich gibt es keine „Windows“-Taste. Die Tastenabstände sind erweitert und haben einen angenehmen Druckpunkt. Einen numerischen Tastenblock gibt es nicht.
Das getestete Chromebook kann über WiFi und 3G mit dem Internet verbunden werden. Im Inneren arbeitet ein Intel Atom Prozessor N570 mit zwei Gigabyte großen DDR3-SODIMM-Speichermodulen. Als Festspeicher kommt ein 16 GB großer Flash-Speicher (SSD) zum Einsatz. Zwei Stereo-Lautsprecher mit 1,5 Watt Stärke, ein integriertes Mikrofon sowie eine Webcam mit der maximalen Auflösung von 1,3 Megapixeln (SVGA) sorgen für die Multimedia- und Kommunikationsumgebung. Das Touchpad mit zwei Tasten ist ein Multi Touch Pad mit Gestenfunktion. Zwei USB-2.0- Schnittstellen, Kopfhöreranschluss, Mikrofonanschluss und ein Multi-Memory-Kartenslot runden das Bild ab. Um einen externen Monitor anzuschließen, ist ein optionaler VGA-Adapter notwendig. Als Betriebssystem ist Google Chrome OS installiert. Insgesamt macht die Hardware einen wertigen Eindruck.
Arbeiten mit dem Netbook
Nach dem ersten Einschalten des Chromebooks wird man aufgefordert, die Sprache und die Art der Netzwerkverbindung (WiFi oder 3G) zu wählen. Danach erfolgt die Anmeldung mit einer Googlemail-eMail-Adresse. Mehrere Konten können parallel angelegt werden. Das Anlegen eines Googlemail-Kontos ist für den Betrieb des Chromebook zwingend notwendig. So ist das Gesamtkonzept des Chromebooks auf Arbeiten in der Cloud ausgelegt. Ohne aktive Internetverbindung geht gar nichts. Die Oberfläche ist also der Chrome-Browser, so wie man ihn vom PC gewöhnt ist.
Der Start des Systems dauert nur wenige Sekunden. Nach Eingabe des Kennworts ist der Benutzer online. Um mit dem Chromebook zu arbeiten, werden die Google-eigenen Applikationen favorisiert wie zum Beispiel „Texte & Tabellen“ für Office-Arbeiten, „Picasa“ für die Bildverwaltung und Bildbearbeitung, „Googlemail“, „Kalender“ und alle anderen Google-Produkte. Lokale Anwendungen gibt es nicht.
In der Natur der Sache liegt es, das man sich beim Chromebook nicht mit der Installation von Hardwaretreibern oder der Deinstallation von sinnloser Testsoftware auseinandersetzen muss. Alles ist halt eben auf Google eingestellt. Nicht mehr und nicht weniger. Und genau das ist der Knackpunkt. Reines Surfen im Web geht ohne Probleme flott von der Hand. Aber schon das einfache Ausdrucken gestaltet sich schwierig – es geht nämlich nicht. Zum Drucken muss immer der Umweg über „Google Print“ genommen werden, das heißt: erst Drucken in die Cloud und dann den Druck via „Google Print“ über einen Computer veranlassen und über den angeschlossenen Drucker ausdrucken.
USB-Sticks lassen sich über die entsprechenden Schnittstellen anschließen. Nach dem Anschluss wird der Inhalt zunächst gescannt. Je nach Größe und Datenbestand kann das schon mal mehrere Minuten dauern. Über den rudimentären Dateimanager kann auf den Stick zugegriffen werden. Office-Dokumente können geöffnet und Bilder betrachtet werden. Manipulationen an den Daten sind nicht möglich. Kopieren, Verschieben, Löschen, Ändern – Fehlanzeige. Daten müssen also gezwungenermaßen auch in die Cloud, etwa über den Webdienst Dropbox.
Die Bedienung mit dem Multi-Touch-Pad funktioniert gut, auch wenn beim getesteten Modell der Mauszeiger hin und wieder einfror und sich erst nach ein paar Sekunden wieder zur Zusammenarbeit überreden ließ.
Die Darstellung von HD-Videos 1080p ist auch trotz schnellem VDSL50- Internetanschluss nur mit Rucklern zu sehen. Hier werden wohl der verbaute Prozessor und der Grafikchip an ihre Grenzen stoßen.
Die Akkulaufzeit betrug beim Testsystem rund neun Stunden. Das ist ordentlich und auch nicht weiter verwunderlich. Im Google Chromebook ist ja nichts drin, was viel Strom verbraucht.
Das Handels-Plus-Minus
Vergangene Woche war ich auf Kundenbesuch im östlichen Brandenburg mit Zwischenstopp in einem netten Landgasthaus und wollte mit den Kollegen mal mit dem Chromebook rumspielen. Fehlanzeige: Kein Handyempfang bei Vodafone und t-mobile bedeutete auch keine Chromebook-Nutzung.
Als Systemtechniker bin ich viel in den Serverräumen meiner Kunden unterwegs. Diese Räume sind oft im Keller der Gebäude und somit meist außerhalb des Handyempfangs. Und es gibt viele Kunden die aus sicherheitsrelevanten Gründen keine Erlaubnis für die Einrichtung eines WLAN-Netzes geben. Besonders Steuerberatungsgesellschaften, Anwaltskanzleien und medizinische Einrichtungen seien hier genannt. Gerade bei den beiden Erstgenannten wird sogar oft durch bauliche Maßnahmen verhindert, dass Mobiltelefone im Inneren der Gebäude benutzt werden können.
Nicht nur deshalb ist es schwierig, einem größeren Kundenkreis das Netbook-Modell zu verkaufen. Denn auch für den Preis eines Chromebooks ist schon ein anderes, ordentlich ausgestattetes Netbook oder ein – wenn auch einfaches – Notebook zu bekommen. Allein die Offline-Funktionalität eines herkömmlichen Net- oder Notebooks ist als ein großer und entscheidender Vorteil gegenüber dem Chromebook zu sehen.
Fazit
Cui Bono? Wem nützt das? - Ein Hardware-Browser, mehr ist das Chromebook nicht. Und das für knapp 400 Euro. Aber auch für angebrachte 120 bis 150 Euro stellt sich obige Frage. Die ständige Verfügbarkeit eines Internetanschlusses wird gern von den Medien propagiert. Aber es gibt sie faktisch (noch) nicht! Wo kein Handyempfang, da auch kein 3G.
Grundsätzlich ist die Idee eines Online-Netbooks keine schlechte. Nur ist das Gesamtkonzept heute einfach noch zu unpraktisch. Es ist am Endnutzer vorbei entwickelt worden. Und eigentlich braucht niemand ein Chromebook. Einzig der Einsatz des Chromebooks in einer homogenen Umgebung wie in einer größeren Firma macht eventuell Sinn für Anwendungen im Büro und im Außendienst . . . wenn da nicht wieder der Preis wäre.
Universell einsatzbar ist heute nur ein Netbook oder Notebook mit welchem Betriebssystem auch immer – Hauptsache es versieht seinen Dienst weiterhin offline. Das verkauft sich an den Privatkunden genauso gut wie an den Business-Anwender. Abgesehen davon gibt´s dann auch genügend Zubehör und Erweiterungen für solche Systeme.
Tut mir leid Google, nochmal zurück ins Labor und weiterforschen! Aber was soll dabei rauskommen? Netbooks und Tablets gibt’s ja nun schon …
Die Benotung der einzelnen Testkriterien können Sie der PDF CP Product Experts Bewertungstabelle Samsung Chromebook 500C21 entnehmen.





