HTC Evo 3D

CP product expert: Oliver Steffan, O.S.ComputerService

Testzeitraum: 06.10.2011 – 18.10.2011

Hersteller des Testgerätes: HTC

Modellbezeichnung des Testgerätes: Evo 3D

Zielgruppe laut Hersteller: Business-Anwender

UVP: 550 Euro (inklusive Mehrwertsteuer, ohne Vertrag)

HEK: www.channelpartner.de/produkt-scout

aktueller Straßenpreis: 420 Euro (inklusive Mehrwertsteuer, ohne Vertrag)

Distributoren: Brightpoint; Eno, Herweck, Jacob Elektronik, Komsa, Maxcom, NT plus/Also Actebis, Wave

HTC Evo 3D: Mehr für Technikfreaks

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein.

Erster Eindruck

Das Smartphone HTC Evo 3D wird in einer schlichten weißen Pappbox ausgeliefert und damit ohne Styropor- oder Plastikverpackung.

Beim Auspacken des Gerätes fällt sofort auf, dass es aussieht wie ein zu dick geratenes Schwestermodell des HTC Sensation. Erst auf der Rückseite offenbart sich die Doppeloptik der 3D-Kamera. Das HTC Evo 3D ist dicker und schwerer als das Modell Sensation. Trotzdem liegt es mit einer Größe von 126,1 x 65 x 11,3 Millimetern und einem Gewicht von 170 Gramm gut in der Hand. Das Gehäuse besteht aus Plastik. Der 4,3 Zoll große Touchscreen wird durch eine so genannte Gorilla-Glasscheibe bedient. Das gleichnamige Glas des US-Spezialherstellers Corning ist seit drei Jahren auf dem Markt und soll besonders widerstandsfähig sein. Insgesamt macht das Gerät einen hochwertigen Eindruck; die Verarbeitung ist fehlerfrei.

(Note: 1,1; Gewichtung: 10 Prozent)

Arbeiten mit dem Smartphone

Das HTC Evo 3D läuft mit dem Betriebssystem Android 2.3.4 und der HTC-eigenen Oberfläche HTC Sense 3.0. Das Touchscreen-Display lässt sich flott bedienen. Die Darstellung ist kontrastreich und hell.

Android-typisch werden nach dem ersten Einschalten eMail-Client(s), soziale Netzwerke und WLAN automatisch abgefragt. Allesamt sind sie schnell eingerichtet. Die Internetgeschwindigkeit mit dem integrierten Browser ist schnell. Internet-Videos werden auch in HD ruckelfrei abgespielt, wobei das Tempo des Seitenaufbaus natürlich immer abhängig von der Verbindungsgeschwindigkeit ist. Das Gerät ermöglicht es, alternative Browser zu installieren.

Da es sich bei dem getesteten Gerät  um ein Android-Smartphone handelt, sind somit alle Android-typischen Programme inklusive der Download-Software Market verwendbar und sollen hier nicht weiter erwähnt werden.

Der größte Unterschied zu herkömmlichen Android-Smartphones dürfte da wohl eher die 3D-Funktionalität sein. Auf der Rückseite des Gerätes sind die beiden Kameras verbaut. Die Kameraobjektive ragen ungefähr einen Millimeter aus dem Gehäuse heraus. Die Kamera nimmt 3D-Fotos mit einer Auflösung von zwei Megapixeln auf. Der 3D-Effekt der Fotos ist ohne Brille auf dem Screen sehr gut zu sehen. Natürlich ist der Effekt vom Abstand und Blickwinkel des Betrachters abhängig. 3D-Videos können hier allerdings nicht so gut überzeugen. Über einen optional erhältlichen HDMI-Adapter können 3D-Fotos und 3D-Videos auf einem 3D-fähigen Fernseher betrachtet werden. 3D-Videos mit der maximalen Auflösung von 720 Pixeln wirken auf dem TV-Gerät allerdings teilweise sehr unscharf und ruckeln zeitweise.

An dieser Stelle drängt sich natürlich wieder mal die Frage auf: Wer braucht das? Egal, es ist in jedem Fall ein lustiges Gimmick, und man kann im Kollegenkreis oder auf Meetings mächtig damit angeben und Aufmerksamkeit erregen . . . ;-)

Es ist über einen integrierten Umschalter möglich, von der 3D-Funktion zu zweidimensionalen Bildern zu wechseln.

Über die in Android enthaltene Möglichkeit der Synchronisation von Kontakten, Terminen, Dokumenten und anderen über einen Google-Account bietet HTC noch eine Eigenentwicklung zur Offline-Synchronisation: Das Programm HTC Sync kann von der HTC-Webseite heruntergeladen und auf dem PC installiert werden. Es synchronisiert Musik, Fotos, Kalender (von Outlook), Kontakte (von Outlook), Lesezeichen, Dokumente und anderes. Leider lassen sich aus Outlook keine Aufgaben oder Notizen synchronisieren. Das ist zwar verschmerzbar, aber eigentlich merkwürdig, dass diese beiden Optionen fehlen. Nun denn, immerhin besser als gar nichts. Viele Benutzer wünschen sich nach wie vor eine Offline-Synchronisation mit Outlook.

Um HTC Sync nutzen zu können, wird das mitgelieferte USB-Kabel – das auch gleichzeitig zur Verbindung zum Ladegerät genutzt wird – verwendet.

(Note: 1,8; Gewichtung: 60 Prozent)

Das Handels-Plus-Minus

Die eingesetzte 3D-Optik ist zumindest bei Fotos durchaus sehenswert. In der Praxis trat jedoch immer wieder das Problem auf, dass man die 3D-Fotos eben nur auf dem Bildschirm des Evo 3D betrachten konnte. In keinem Büro meiner Kunden ließ sich ein kompatibler 3D-Monitor oder 3D-TV auftreiben. Somit ist es für den Händler nicht so einfach, die 3D-Funktion aktiv für eine Business-Umgebung zu vermarkten.

(Note: 2,1; Gewichtung: 30 Prozent)

Fazit

Das derzeit wohl beste Business-Smartphone heißt HTC Sensation. Und für Angeber, äh, Technikfreaks, gibt es dann noch das HTC Evo 3D. Die 3D-Technik, bei der der Betrachter keine 3D-Brille braucht, steckt noch in den Kinderschuhen und braucht sicher noch zwei, drei Jahre bis sie ausgereift ist. Dann werden wir wohl die 3D-Foto- und Video-Funktion in Smartphones als völlig normale und dann auch gut funktionierende Anwendung erleben. Aber für eines der ersten Smartphones mit dieser Funktion auf dem Markt ist das schon recht gut gelöst.

Die Benotung der einzelnen Testkriterien können Sie der PDF CP Product Experts Bewertungstabelle HTC Evo 3D entnehmen.


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