Biostar TZ77XE4

CP product experts: Guido Munkert, Creative Design and IT

Hersteller und Name des Testgeräts: Biostar TZ77XE4 

Testzeitraum: 19.04.2012 – 15.10.2012

UVP: 164 Euro (inklusive Mehrwertsteuer)

HEK und Bezugsquellen: www.channelpartner.de/produkt-scout

Exklusivdistributor: Api, Avanti IT, pilot Computerhandel, Kosatec, NetsquareSimacWave Computersysteme

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Biostar TZ77XE4: Ein durchdachtes, solides und vielfältiges Mainboard

Erster Eindruck/Haptik

Das Motherboard Biostar TZ77XE4 ist ein ATX-Motherboard für aktuelle Intel-Prozessoren mit dem Sockel 1155. Ein angenehm gestalteter Karton mit allen wichtigen technischen Daten beinhaltet das Mainboard, welches in einem schönen, schlichten Grau-Schwarz gehalten ist. Die wichtigsten technischen Merkmale sind in Form von Grafiken informativ auf der Verpackung dargestellt.

Bei dem Motherboard sind massive, lackierte Alu-Kühlkörper mit Heat-Pipe für die Kühlung des Chipsatzes montiert. Das Board bietet jede Menge Anschlussmöglichkeiten, wie zum Beispiel zwei PCIe-x16-Slots mit Crossfire- und SLI-Unterstützung, ein PCIe-x16-Slot (4x), ein PCIe-x1-2.0-Slot, zwei PCI-Steckplätze, vier DDR3-Speicherbänke bis DDR3-2600 sowie Anschlüsse für HDMI, VGA und DVI. Außerdem sind Anschlüsse für e-Sata, USB 3.0 und USB 2.0 sowie ein 8-Kanal-THX-Soundchip von Realtek für den Blu-ray-Genuss integriert. Was aber definitiv für eine ultimative Anschlussvielfalt fehlt, ist eine Firewire-Schnittstelle.

Das Motherboard bietet über die mitgelieferte DVD die Möglichkeit, das Windows-basierte Tool-Set T-Overclocker zu installieren, so dass über die gebootete Software das System übertaktet werden kann. Außerdem werden die Energieeffizienz über die Funktion Biostar Green Power Utility sowie die Fernsteuerung über die BIO-Remote2-Technologie unterstützt. 

Dem Motherboard liegt als technisches Zubehör bei: Eine I/O-Blende, vier qualitativ hochwertige SATA-Kabel sowie die Brücken für  SLI (Scalable Link Interface) und Crossfire, um mehrere Grafikkarten für einen Leistungsschub zusammenzuschalten. Das ist leider ein bisschen wenig Zubehör, dafür aber gut und sicher verpackt.

(Note: 1, Gewichtung 10 Prozent)

Einbau

Der Einbau des Mainboards geht, wie bei den Produkten dieses Herstellers gewohnt, leicht von der Hand: Die Anschlüsse sind sehr gut platziert, so dass ein Rumfummeln nicht nötig ist. Einzig die SATA-Anschlüsse – acht an der Zahl, zwei davon für SATA3-Festplatten mit einer satten Übertragungsleistung von sechs Gigabyte pro Sekunde – sind um 90 Grad in Richtung der Gehäusevorderseite gedreht und können in engen Gehäusen zu Anschlussproblemen führen. Zudem kann der interne USB 3.0- Anschluss bei großen Grafikkarten schlecht gesteckt werden. Alle sonstigen Anschlüsse für Funktionen wie Power, Reset und Speaker finden sich sehr leicht und sind beschriftet. Auch die Anleitung ist übersichtlich gestaltet; hier sind alle wichtigen Informationen enthalten. Das Board ließ sich auch ohne Kenntnis der Anleitung problemlos einbauen und in Betrieb nehmen.

Das Board wurde in einem längeren Zeitraum getestet und lief hierbei einwandfrei mit unterschiedlichen Speicherbausteinen, Laufwerken und Festplatten verschiedener Hersteller. Außerdem passten Kühler von Intel-boxed-Prozessoren genauso wie große Kühlkörper namhafter Hersteller wie Thermaltake, Gelid und Scythe. Alles in allem  ließen sich sämtliche eingebaute Komponenten gut, schnell und bequem einbauen, sie funktionierten problemlos.  

(Note: 1, Gewichtung 30 Prozent)

Vorteile für Assemblierer/Händler

Das Mainboard, ein Intel-Prozessor  mit integrierter Grafik (zum Beispiel Intel-Core-i7-3770k oder i5-3570k), DDR3-RAM, Festplatte und DVD-Brenner – fertig ist ein flotter Multimedia-PC. Auf eine eigenständige Grafikkarte kann man dann aufgrund der integrierten Grafikfunktion in der CPU verzichten. Für alle Multimedia-Funktionen sind die internen Funktionen mittlerweile ausreichend. Nur bei PC-Spielen sollte lieber zu einer eigenständigen Grafikkarte gewechselt werden: Die integrierte CPU-Grafikfunktion reicht für ältere Spiele, aber nicht für neue Titel. Dank der drei PCIe-x16-Slots kann die Grafik-Funktion für anspruchsvollere Kunden aufgerüstet werden. Für Gamer und Filmenthusiasten lassen sich auch zwei oder drei Grafikarten via Nvidia SLI- oder AMD-Crossfire Verbund zusammenschalten.

Auch die Übertaktungs-Funktionen sind recht vielfältig und lassen sich über das BIOS-System einstellen. Hier muss noch erwähnt werden, dass Biostar in diesem Punkt seine Hausaufgaben gemacht hat und die Firmware gegenüber den Vorgängern wirklich übersichtlicher geworden ist – auch wenn einige Funktionen immer noch ein wenig versteckt sind.

Der Verkauf des Boards allein ist für den Händler nicht Gewinn bringend. Die günstigsten Online-Preise liegen bei 140 Euro und damit vier bis sechs Euro unter dem günstigsten HEK. Eine Nachverhandlung mit den Distributoren bringt zumindest manchmal einen Preis, mit dem die Fachhändler mit den Online-Verkäufern mithalten können. Mit diesem Mainboard kann der Händler zuverlässige, stabil laufende PC-Systeme bauen und braucht keine Angst vor Ausfällen zu haben.

(Note: 2, Gewichtung 30 Prozent)

Vorteile für den Kunden/Anwender

Private Endanwender können sich über ein Mainboard mit vielen Anschlüssen und einem wirklich sehr guten Chipsatz freuen. In Verbindung mit einer flotten Intel-CPU ist schnell ein gutes Multimedia-System gebaut. Die Kunden werden sich über die Möglichkeiten via HDMI, die vielfältigen Übertaktungs-Features und die Aufrüstungsmöglichkeiten der PCI-Slots freuen.

Auch für Geschäftskunden ist dieses Board in einem System attraktiv. Die passive Chipsatz-Kühlung, die Onboard-Grafikkarte – (nur mit der passenden CPU) mit VGA-, DVI- und HDMI-Anschluss, diverse RAID-Modi und der bis zu 32 Gigabyte ausbaufähige Arbeitsspeicher sind starke Argumente. Überzeugend sind auch die Ausrüstung mit der zukunftsweisenden USB-3.0-Schnittstelle und die vielen schnellen SATA-Anschlüsse. Durch die beiden PCI-Slots lassen sich noch diverse Controller etwa für Firewire-Controller, ISDN-Karte und Modem nachrüsten, so das hier keine Engpässe entstehen können.

Ebenso werden bei diesem Mainboard jene Kunden fündig, die Wert auf eine gute interne Soundausstattung legen. Der THX-zertifizierte Chip von Realtek leistet wirklich sehr gute Dienste und lieferte einen tolle Klangkulisse auf unserem Mehrkanal-Soundsystem.

Insgesamt ist dieses Mainboard nicht gerade das günstigste am Markt, es überzeugt aber durch seine Qualität und seine sehr gute Verarbeitung.

(Note: 1, Gewichtung 20 Prozent)

Packungszubehör

Wie schon so oft, erwartet man für ein Motherboard dieser Preisklasse mehr Packungszubehör, aber Biostar ist diesbezüglich bekannt für seine zurückhaltende Zubehörpolitik. Geliefert werden vier hochwertige SATA-Kabel, jeweils eine SLI- und Crossfire-Brücke, dazu noch die obligatorische I/O-Blende für ATX-Gehäuse sowie die Treiber-DVD mitsamt Handbuch.

Auf der DVD sind alle Treiber und Utilities in einem übersichtlichen Menü wählbar. Die Ordnerstruktur der DVD im Dateimanager ist auch sehr gut gelungen, so dass sich alle Treiber-Programme schnell und unkompliziert finden lassen.

Sehr gut gefallen hat uns die Möglichkeit für die Erstellung der Bootdisketten für die AHCI/Raid-Treiber. Die Disketten haben hervorragend bei der Testinstallation von XP und der Reparaturinstallation funktioniert. Unter den Microsoft-Betriebssystemen Vista und Windows 7 funktionierten die Boardtreiber bis zur anschließenden Treiberinstallation problemlos.

Das mehrsprachige Handbuch ist ausreichend: Währende sämtliche Grundfunktionen für Mainboard, Übertaktungssoftware, BIOS, Raid und so weiter in der Grundsprache Englisch erklärt sind, stehen die technischen Informationen über Steckplätze und Chipsatz auf zwei Seiten in Deutsch. Dieses Vorgehen gilt auch für weitere Sprachen.

(Note: 3, Gewichtung 10 Prozent)

Fazit mit Empfehlung

Das Biostar  TZ77EX4 ist ein gutes Mainboard. Die Hardware-Ausstattung kann sich sehen lassen und macht Sinn sowohl für private als auch für gewerbliche Kunden. Mit dieser Platine gelingt der Bau eines leistungsstarken, kompakten und stabil laufenden PCs. Bei uns läuft das Mainboard in verschiedenen CPU-Varianten im Langzeittest und lässt bisher keine Wünsche offen. Sämtliche Temperaturen sind angenehm niedrig. Durch die Heatpipe-Kühlung und geräuschreduzierte Lüfter auf dem Board ist das System angenehm leise. Verpackt in ein schönes Multimedia-Gehäuse ist es das richtige Board für einen Wohnzimmer-PC. Die Hardware und technische Entwicklung dieses Produkts sind wirklich sehr gut – und die schmalen Beigaben an Zubehör sind schnell verziehen. Somit sollten alle, die PCs assemblieren, mal einen Blick auf dieses Motherboard werfen. Allerdings ist wie sonst auch bei diesem Produkt eines absolut wünschenswert: Ein besseres Verhältnis zwischen Einkaufspreis und einem wirtschaftlich sinnvollen Verkaufspreis. 

Wertung

Durchschnittsnote (Schulnotensystem): 1,5 entspricht 4 ChannelPoints

 

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