QNAP TS-669 Pro

CP product expert: Stefan Eichler, Compulink Multimedia

Hersteller und Name des Testgeräts: QNAP Systems TS-669 Pro

Testzeitraum: 23.04.2012 -18.05.2012

UVP: 980,56 Euro (inklusive Mehrwertsteuer)

HEK und Bezugsquellen: www.channelpartner.de/produkt-scout

Distributoren: ALSO Actebis, Bluechip, CTT, Extra Computer, HMC, Ingram Micro, Littlebit Technology, Wave Computer

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein.

QNAP TS-669 Pro: Kann fast alles – außer Deutsch

Erster Eindruck / Haptik

Das NAS-System TS-669 Pro des taiwanesischen Herstellers QNAP dient zur Ablage von Dateien, für Datensicherungen oder als iSCSI-Gerät (Internet Small Computer System Interface) für virtuelle Hosts. Es kann zusätzlich noch mit reichlich weiterer Software zum Beispiel zur Verwendung als Email-Server, DNS-Server und Medienserver ausgerüstet werden. Der Hersteller bewirbt das System als “6-Bay-Hochleistungs-NAS-Server für KMU” (Kleinere und mittlere Unternehmen).

In der Verpackung findet man neben dem Gerät eine CD-ROM zur Einrichtung, ein Netzwerk-Kabel, eine Anleitung zur schnellen Installation, einige Schrauben zur Montage der Festplatten, einen Schlüssel zum Versperren der Platten sowie ein Netzkabel.

Das direkt von QNAP zur Verfügung gestellte Gerät war bereits mit mehreren Festplatten bestückt. Insgesamt können in dieses Gerät sechs Festplatten mit bis zu je drei Terabyte an Festplattenkapazität eingebaut werden. Dies ergibt eine Bruttokapazität von nahezu 18 TB. Davon sind je nach Einrichtung beziehungsweise Aufteilung in die Laufwerke Raid1, Raid 2 und so weiter unterschiedliche Kapazitäten nutzbar.

Das Gerät ist mit einem ein Gigabyte starken Arbeitsspeicher ausgerüstet, dessen Kapazität auf bis zu drei GB über SO-DIMM – Module aufgerüstet werden kann.

Als Festplatten können unterschiedliche Typen genutzt werden. Unter diesem Weblink findet man eine aktuelle Liste der kompatiblen Festplatten.

(Note 1; Gewichtung: 10 Prozent)

Arbeiten mit dem Gerät

Die Festplatten sind in Hot-Swap-Halterungen untergebracht und können bei Bedarf im laufenden Betrieb getauscht werden. Die Statusanzeigen an der Front zeigen die Netzwerkverbindung der zwei Netzwerkanschlüsse, der USB-Anschlüsse und der Stromversorgung sowie die Tätigkeit der Platten von eins bis sechs an.

Als besonders gut integriert finden wir die am Gerät befindlichen sieben USB-Anschlüsse. Dazu zählen zwei USB-Verbindungen der Version 3.0, ein USB-2.0-Anschluss an der Rückseite und vier USB-2.0-Anschlüsse an der Vorderseite. Über die installierte  Software kann eine Sicherung der Daten auf externe USB-Festplatten konfiguriert und über einen Taster beziehungsweise per Zeitsteuerung ausgelöst werden. Das funktioniert also mittels USB-One-Touch-Backup-Button.

Zwei weitere eSATA-Ports auf der Rückseite runden das Gesamtbild des Gerätes ab. Der zusätzliche HDMI-Port auf der Rückseite soll in einer späteren Software-Version das direkte Abspielen von Medieninhalten per HDMI auf einem angeschlossenen Fernseher oder Mediaplayer ermöglichen. Diese Funktion stand bei unserem Testgerät leider noch nicht zur Verfügung.

Beim ersten Einschalten erhält das Gerät eine IP-Adresse über einen nach Möglichkeit vorhandenen DHCP-Server (Dynamic Host Configuration Protocol), über die man dann die Konfigurationsoberfläche erreicht. Dort werden zuerst die Festplatten zum Beispiel über den Raid-Verbund eingerichtet und die Formatierung der Festplatten durchgeführt. Als Dateisystem stehen intern EXT3 und EXT4 zur Verfügung. Auf extern angeschlossenen Platten unterstützt das System die Formate EXT3, EXT4, NTFS, FAT32 und HFS+ .

Die sehr umfangreiche, webbasierte Konfigurationsoberfläche erlaubt es, fast alle Details der Konfiguration direkt über diese einzustellen. Beginnen wir mit den Grundeinstellungen: Diese laufen über Servernamen, Administrations-Port und die Administration nur über SSL; für Zeitserver-Synchronisation und Sommerzeit-Umstellung kann hier auch die gewünschte Sprache gewählt werden. Um es vorweg zu nehmen: Bei der Anleitung steht Deutsch steht leider nicht zur Verfügung.

Die Netzwerkeinstellungen zeigen die Einstellungen der beiden Netzwerkkarten, und ob ein Link vorhanden ist an. Auch Port Trunking, das Zusammenschalten von Netzwerkports, kann hier gewählt werden. Über einen virtuellen Organisations-Reiter namens WIFI kann ein WLAN-USB-Stick angesprochen werden. Dies wurde von uns aber nicht getestet. Ein DynDNS-Client und der Datenpaket-Internetstandard IPV6  sind auch an Bord.

Ein interessanter Punkt findet sich unter dem Stichwort „Network Recycle Bin“. Dort kann eingestellt werden, dass alle gelöschten Dateien in einen Ordner namens „Network recycle Bin“ verschoben werden. Somit kann später auch auf gelöschte Dateien zugegriffen werden, was unter anderem in Firmennetzen von Vorteil ist.

Das Disk-Management dient zum Verwalten der eingebauten Festplatten inklusive einem Bad Block Scan, Smart-Informationen über die Platten, Raid-Management und Festplattenverschlüsselung.

Über den iSCSI-Assistenten, hier dem iSCSI Wizard, kann die Konfiguration zur Verwendung als Plattenspeicher zum Beispiel für virtuelle Server einfach und komfortabel eingerichtet werden. Eine umfangreiche Rechtesteuerung mit Benutzerverwaltung, Gruppen und Share-Folders ist ordentlich integriert. Wer möchte, kann zusätzlich eine Anbindung an Verzeichnisdienste wie Active Directory oder LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) konfigurieren. Insbesondere die Active-Directory-Anbindung machte bei unseren Tests und auch bei den Vorgängergeräten öfters Probleme, so dass erst nach einem Neustart des QNAP-Gerätes wieder ein Zugriff über die Active Directory Rechtestruktur auf die Festplatten möglich war.

Netzwerktechnisch kann auf das System per Microsoft Networking, Apple Network, NFS, FTP, Telnet / SSH, SNMP zugegriffen werden. Einen Webserver kann das QNAP auch zur Verfügung stellen.

Das QNAP-Gerät ist nicht nur ein Hochleistungsfileserver, sondern kann zusätzlich auch als Applikationsserver genutzt werden.  So erlaubt der Webfile-Manager den Zugriff und das Speichern von Dateien über einen Browser, einen MySQL-Server und über den QPKG Center kann auf eine umfangreiche Liste von installierbaren Anwendungen zugegriffen werden. Eine kleine Auflistung (unvollständig) wäre zum Beispiel Asterisk, Gallery, Joomla, Mono, Plex Media Server, PS3 Media Server, QiTunesAir, SqueezeBox Server, Squid, WordPress und und und.

Ein aktivierbarer Syslog-, Radius-, Backup-, TFTP, VPN und LDAP-Server sind auch mit dabei.

Die Backup-Funktionen von QNAP erlauben eine Sicherung der Daten auf externe USB-Festplatten, auf ein anderes im gleichen Netz befindliches QNAP-Gerät undüber eine Cloud-Backup-Funktion zu einem externen Cloud-Dienstleister  wie etwa Amazon S3 (Amazon Simple Storage Service), Elephantdrive und Symform.

(Note 1; Gewichtung: 50 Prozent)

Verkaufsargumente und Marge

Mit dem Produkt steht dem Verkäufer ein Gerät mit einem sehr breiten Anwendungsspektrum zur Verfügung. Vom reinen Festplattenspeicher und NAS-System bis hin zum vollständigen kleinen Server mit Zusatzapplikationen ist man in der Lage, mit einem einzigen Gerät viele Funktionen beim Kunden abdecken zu können. Die zu erzielende Marge setzt sich hierbei natürlich  einerseits aus dem Gerätepreis, andererseits aus den dafür noch notwendigen Festplatten sowie aus der Beratungs- und Installationsleistung zusammen. Aus unserer Erfahrung lässt sich sagen, dass bei solchen Geräten der Preis überhaupt kein Thema ist, wenn sich dieser im Rahmen des Kundenbudgets befindet. 

(Note 2; Gewichtung: 20 Prozent)

Vorteile für den Kunden

Das NAS-System des Herstellers ist ein Produkt, dass viele Funktionen aufweist und mit dem entsprechenden Wartungsservice auch für einen möglichen Ausfall gerüstet ist. Zudem erlaubt die ordentliche Software-Implementation eine schnelle Konfiguration und Anpassung, was wiederum geringe Anschaffungs- und Betriebskosten bedeutet.

(Note 2; Gewichtung: 20 Prozent)

Gesamtfazit

Das QNAP TS-669 Pro ist ein weiteres NAS-System des Herstellers, welches durch saubere Verarbeitung und hohe Qualität insbesondere auch der installierten Software und Module besticht. Verschiedene Distributoren bieten zusätzlich auch Service am nächsten Arbeitstag für die Geräte an, was einen Einsatz im Unternehmensumfeld erleichtert. Je nach Einsatzzweck kann ein solches System einen normalen Windows-Server im Netzwerk vollständig ersetzen. Die notwendige Software wie zum Beispiel  SQL-Datenbank, Intranet-Server, DHCP und DNS sowie ein Mailserver wird mitgeliefert beziehungsweise kann per Konfigurationsmenü einfach nachinstalliert werden.

Wertung

Durchschnittsnote (Schulnotensystem): 1,4 entspricht 5 ChannelPoints

 

Hinterlasse einen Kommentar