MSI Wind Top AP1612

CP product expert: Nikolaus Wagner, MSW Wirtschaftsdienst GmbH

Hersteller und Name des Testgeräts: MSI Wind Top AP1612

Testzeitraum: 06.11.2012 – 03.12.2012

UVP: mit Betriebsystem 569 Euro, ohne Betriebssystem 429 Euro (alles inklusive Mehrwertsteuer)

HEK und Bezugsquellen: www.channelpartner.de/produkt-scout

Distributoren:  Also, api Computerhandel, b.com, COS Distribution, Devil, Ingram Micro, pilot Computerhandel, notebook.de

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MSI Wind Top AP1612: Kompakter “Bindestrich-PC” für den Business-Einsatz

Erster Eindruck/Haptik

Seit mehr als 30 Jahren ist das taiwanesische Unternehmen Micro-Star International (MSI) ein Name in der Computerbranche. MSI mischt im Bereich der “Bindestrich”-PCs, der All-in-One-Geräte, mit und bietet hier jeweils eine Entertainment- und eine Professional-Serie an. Diese sind in Bildschirmgrößen von 16 bis 27 Zoll erhältlich. Unser Testgerät Wind Top AP1612 findet sich im Professional Bereich mit einem kompakten 15,6 Zoll großen Touchscreen-Bildschirm und dem Microsoft Windows 7 Professional 64-bit Betriebssystem.

Das Gerät ist gut und sicher in der Verpackung untergebracht. Als sinnvolles Zubehör werden ein Display-Wiper-Tuch und ein sehr praktischer Stift mitgeliefert, um den Touchscreen finger- und damit fettfrei zu halten. Weiterhin sind ein Informationsblatt über die Produktgarantie und eine  Kurzanleitung mit Treiber-CD beigelegt. Der heute fast übliche Quick-Start-Guide ermöglicht durch die gut bebilderten Erklärungen, dass das Gerät schnell aufgebaut und alle Kabel richtig verbunden werden können.

Nach dem Auspacken von PC-Korpus, Monitor und Zubehör kann man die PC- und Monitor-Einheit mit zwei verstellbaren rutschfesten Gummifüßen auf dem Schreibtisch platzieren und die optimale Schrägstellung justieren. Dann heißt es Netzteil, Tastatur und Maus anzuschließen und das Gerät einzuschalten.

(Note 2; Gewichtung 10 Prozent)

Arbeiten mit dem Gerät

Nach kurzer Wartezeit meldet sich das Betriebssystem Microsoft Windows 7 von der 320 Gigabyte großen SATA-300 Festplatte. Der Hersteller setzt hier auf eine SATA-Platte und nicht auf die im Notebook-Bereich übliche schnelle SSD-Festplatte (Solid State Drive). Damit bietet es außer dem Betriebssystem auch noch genug Platz für Daten eines Kassensystems und Informationsterminals oder kann auch als Datenterminal in einer Produktionsstrasse eingesetzt werden. Die Intel Mobile Celeron CPU verbraucht dank der Thermal Design Power Technik (TDP) nur 35 Watt. Damit gehört der Computer zu den Strom sparenden Geräten. Allerdings ist es nicht geeignet für den harten Industrieeinsatz in einer Umgebung mit Öl, Staub und Spritzwasser, sondern für Praxis- und Industrieanwendungen in einem halbwegs sauberen Arbeitsbereich.

Im Arbeitseinsatz erfolgt die Eingabe mit dem Finger oder dem beiligenden Stift an dem reflexionsarmen und matten Touchscreen über die von MSI entwickelte Single-Touch-Fingersteuerungs-Software für Windows 7. In Verbindung mit einer kommerziellen Software ermöglicht es dem ungelernten Bediener, die Befehle an eine Produktionsmaschine über einen Klick am Display durchzuführen. Softwarelösungen, wie sie in der Industrie und auch an Kassen eingesetzt werden, sind heute übliche Ein-Finger-/Stift-Bediensysteme. Nur das Wesentliche der Applikation ist auch am Display zu sehen und auszuführen. Im Vergleich können die heutigen Smartphones durch Gesten mit bis zu zehn Fingern gleichzeitig Befehle an das Betriebssystem übermitteln. Der matte Bildschirm des All-in-One-PCs verhindert mit der LED-Hintergrundbeleuchtung eine zu starke Spiegelung und verfügt über einen ausreichenden HD- Grafikchip von Intel mit einer Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln. Der etwas schwache Grafikchip zieht den Windows-Leistungsindex bei der Desktop-Leistung für Windows Aero auf den Wert 4,4 herunter. Wobei der Durchschnittswert bei diesem Computer bei 5,7 auf der Skala von 3 bis 7,9 liegt.

Der All-in-One-PC wird von dem 1,8 Gigahertz schnellen stromsparenden Dual-Core-Prozessor Intel Mobile Celeron B830 angetrieben; die Daten steuert der Intel HM65 Express Chipsatz mit HD-Graphics Dynamic Video Memory Technology 5.0 (mit der maximal zugewiesenen RAM-Größe von 1,6 GB), dem zwei Megabyte großen L3-Cache-Speicher und zwei MB Cache pro Prozessor. Der Arbeitsspeicher ist mit einem zwei Gigabyte großen DDR3-SDRAM mit einer Taktfrequenz von 1.333 Megahertz bestückt. Bei der Windows 7 64-bit Version und gesharetem Grafikarten-Memory wäre es ratsam, gleich den Speicher mit einem weiteren 2-GB-Speicherriegel aufzurüsten, da die Grafikkarte ja von dem zwei GB kleinen Arbeitsspeicher 1,6 GB belegen könnte und so nur noch 0,4 GB für den Hauptspeicher übrig bleibt. Das ist für Windows 7 definitiv zu wenig.

Das Gerät ist ausreichend mit diesen Schnittstellen für den Einsatz in einer professionellen Umgebung wie etwa Kassensystemen ausgerüstet: Zwei Serial-Anschlüsse, vier USB 2.0, ein Parallel-Printer-Port, zwei Gigabit-Ethernet-LAN-Anschlüsse, WLAN mit IEEE 802.11 b/g/n, ein VGA-Ausgang sowie jeweils eine Kopfhörer- und Mikrofonbuchse. Weitere Ausstattungsmerkmale sind eine 0,3-Megapixel-Webcam mit integriertem Mikrofon, ein 6-in-1-Kartenleser und ein Smart-Card-Reader für den Schutz vor unbefugten Benutzen, der sich optional durch ein CD/DVD-Laufwerk austauschen lässt.

(Note 2; Gewichtung 50 Prozent)

Vorteile für den Kunden

Der Käufer beziehungsweise Anwender bekommt mit dem getesteten All-in-One-Touch PC einen kompakten, für den professionellen Einsatz konzipierten Computer zu einem vernünftigen Preis. Wahlweise ist der Rechner mit oder ohne Betriebssystem zu bekommen und kann so seinem Bedarf vom Käufer richtig eingesetzt werden. Durch den Touchscreen ist das Gerät universell einsetzbar in einem Ladengeschäft, in einem Büro oder in einer Produktionsumgebung.

(Note 1; Gewichtung 20 Prozent)

Verkaufsargumente und Marge

Da das Gerät eher von B2B-Kunden gekauft wird, sind die Margen hier etwas besser als bei den Verkäufen an SoHo-Anwender (Small Office/Home Office). Dazu kommt noch, dass die großen Elektronik-Märkte an diesen Geräten wegen den geringeren Stückzahlen kaum interessiert sind. Der vernünftige Verkaufspreis unterstützt den Absatz und beinhaltet eine Zwei-Jahres-Garantie mit Pick-up- und Return-Service. Je nach Einsatz des All-in-One-Gerätes  lässt sich zusätzlich Geld verdienen mit speziellen Anwendungsprogrammen oder sogar mit einer für den Kunden programmierten Softwarelösung.

(Note 2; Gewichtung: 20 Prozent)

Gesamtfazit

Für den Fachhändler ist der Hersteller MSI in der heutigen Zeit wirklich ein sehr guter Geschäftspartner, der ihm eine breite und tiefe Vielfalt an Komplett-Geräten und auch Einzelkomponenten wie zum Beispiel Motherboards oder Grafikkarten bietet. Dazu gehört auch ein umfangreiches ausgefeiltes Partnerprogramm mit aktiver Unterstützung und Promotionaktionen.

Das Modell MSW Wind Top AP1612 ist für den kommerziellen Einsatz gedacht. Es ist in zwei Ausführungen – mit oder ohne Betriebssystem – erhältlich. Damit kann der PC mit einem eigenem Betriebssystem wie zum Beispiel Linux und einer entsprechenden Applikation ausgestattet werden. Damit lässt sich die Marge für den Fachhändler noch richtig ausreizen. Der Windows-Leistungsindex liegt über den Durchschnittswerten bei 5,7. Die schlechte Desktop-Aero-Grafikleistung zieht die Testwerte herunter, was aber bei einem kommerziellen Einsatz nicht so tragisch ist. Im Großen und Ganzen ist es ein sehr empfehlenswertes Gerät für den professionellen Einsatz.

Wertung

Durchschnittsnote (Schulnotensystem): 1,8 entspricht 4 ChannelPoints

 

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