Ähnlich äußerte sich Gordon Davies, Vertriebsdirektor bei Microsofts Gold-Partner Compusys. "Davon habe ich noch nie gehört, und ich bin fassungslos. Klar ist, dass dieses Geschäft dem indirekten Kanal und auch Microsoft Geschäft nimmt."

Doch Davies räumte zugleich ein, dass er nun auch über den Einstieg in den Gebrauchthandel nachdenke: "Der Beginn eines neuen Geschäftsmodells könnte eingeläutet sein. Vielleicht muss man ein Online-Portal einrichten, auf dem gebrauchte Lizenzen angeboten und versteigert werden könnten." Ein anderer Wiederverkäufer mahnte Microsoft, "dieses Geschäft genau zu kontrollieren".

Auf diese Vorwürfe antwortet Horley gelassen. Erstens würden von den jährlich rund 14 bis 15.000 insolventen Firmen lediglich rund zehn Prozent verkäufliche Lizenzabkommen mit Microsoft haben, und zweitens könne Disclic nur Applikations-Software verkaufen. Microsofts Lizenzkonditionen würden den Verkauf von Betriebssystem-Software ausschließen.

Auch in Deutschland gibt es einen Markt für gebrauchte Softwarelizenzen. So bieten Firmen wie Susensoftware und Usedsoft Secondhand-Lizenzen - auch Betriebssysteme - unter anderem von Microsoft und SAP, Navison oder Oracle an. Dabei übernehmen diese Firmen auch Wartung und Lizenzmanagement. Doch während das Geschäft mit Microsoft-Lizenzen einigermaßen funktioniert, wie unsere Schwesterpublikation "Computerwoche" im vorigen Jahr berichtete, verlangt beispielsweise SAP von Käufern gebrauchter Lizenzen den Nachweis lückenloser Wartungszahlungen. Andernfalls verweigert SAP die Wartung der Lizenzen. (wl).

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