Ein kleines Unternehmen aus Wernigerode, die DieMount GmbH hat es jetzt geschafft einen preiswerten Splitter zu entwickeln, der durchgehendes Licht nur minimal dämpft und trotzdem Sender und Empfänger optisch mit 50 dB von einander abschirmt. Mit diesem Splitter lassen sich nun bidirektionale Übertragungsstrecken mit einem einzigen Lichtwellenleiter aufbauen. Trotz des eingesetzten Splitters garantiert das Unternehmen immer noch eine maximale Reichweite von 30 Metern bei roter LED und 120 Meter bei blauer LED mit 100 Mbit pro Sekunde. Dazu trägt auch eine neu entwickelte und bereits patentierte Kopplung zwischen Lichtleiter und Sende- beziehungsweise Empfangsdiode bei. Während übliche POF-Koppler nur maximal elf Prozent der eingestrahlten Lichtenergie in die Faser bringen, überträgt der Koppler von DieMount beeindruckende 45 Prozent auf den Lichtleiter. Die Kunststoff-Lichtleiter gibt es mit verschiedenfarbigen Umhüllungen, meist grau und auch als "nackte" Faser. Diese besitzt dann einen transparenten Schutzmantel. Zwar leitet die Faser den größten Teil des eingestrahlten Lichts zum Endpunkt, aber aufgrund unvermeidlicher Verluste wird ein geringer Teil des Lichtes auch seitlich abgestrahlt. Arbeitende Lichtübertragungsstrecken schimmern bei der transparenten Faser im Dunkeln rötlich oder bläulich, je nach verwendeter Sendediode.
Die Kosten für ein Kit mit 30 Metern Lichtwellenleiter und zwei Adaptern betragen rund 190 Euro (UVP). (jh)
Einer der Hauptnachteile der Datenübertragung via Kunststofflichtleiter, nämlich die Notwendigkeit, zwei Fasern für den Hin- und Rücktransport einbauen zu müssen, ist mit dem neuen Splitter ausgeräumt. Jetzt lassen sich mit einer einzigen Faser einfach und schnell Transferwege bis zu 120 Meter überbrücken. Und das Schöne daran: Die Kabel können selbst konfektioniert werden, sodass ein Loch von nur fünf Millimetern Durchmesser in der Wand reicht, um das Kabel durchzustecken. Zum Vergleich: Herkömmliche, konfektionierte Cat5-Kabel brauchen 17-Millimeter-Löcher.
Vom PC kommende Daten müssen zuerst einmal in Lichtsignale umgesetzt werden. Dazu dienen Leuchtdioden (LEDs). Diese flackern quasi im Takt der Daten. Das ausgesendete Licht wird über den Lichtwellenleiter zum Empfänger übertragen. Dort befindet sich eine Empfangsdiode, die die Lichtsignale wieder in elektrische Impulse umsetzt, die jetzt vom PC als Daten interpretiert werden können. Moderne LEDs sind schnell genug, um auch große Datenströme bewältigen zu können. Mit zwei Lichtleitern für ankommende und abgehende Datenströme funktioniert das System gut.
Ein Lichtleiter kann das Licht aber in beiden Richtungen gleich gut weitergeben. Das bedeutet: Lichtimpulse lassen sich sowohl in der einen als auch in der anderen Richtung sehr gut übertragen. Lichtimpulse werden also gleichzeitig, aber in entgegengesetzten Richtungen durch den Lichtleiter geschickt. Die Impulse durchdringen sich dabei, aber ohne sich gegenseitig zu beeinflussen. Also könnte man sich Kosten und Verkabelungsaufwand sparen, wenn man nur einen Lichtleiter für beide Datenströme verwendet.
Dabei tritt aber ein Problem auf. Sowohl Sende- als auch Empfangsdiode müssen jetzt an denselben Lichtleiter angekoppelt werden. Diese Aufgabe übernimmt ein so genannter Splitter. Im Prinzip teilt dieses Bauelement einfach den Lichtleiter auf zwei Teilstränge auf. Und jetzt kommt der springende Punkt: An der Stelle, wo sich beide Teilstränge zu einem Lichtleiter vereinen, treten immer Reflexionen auf. Ein Teil der Lichtenergie von der Senderdiode wird auf die Empfangsdiode zurückreflektiert und stört dabei den Datenempfang. Deshalb muss ein Splitter das Licht der eigenen Sendediode von der Empfangsdiode fernhalten - hohe Dämpfung, soll aber gleichzeitig das ankommende Licht von der Gegenstelle möglichst wenig dämpfen. Das ließ sich bislang nur mit recht aufwändigen und damit teuren Splittern für Glasfasern erzielen.
















