Hauptproblem sind die zusätzlichen Kosten
Als wichtigstes Problem im Zusammenhang mit der Verordnung nennen 81,5 Prozent der befragten Händler die zusätzlichen Kosten. Diese treten deshalb auf, weil sich die Händler faktisch einem dem Dualen System zugehörigen Dienstleister anschließen müssen. Kostenpunkt: mindestens 150 Euro pro Jahr, selbst für kleine Händler, und gestaffelt je nach verwendeter Verpackungsart und -menge. Interessant ist, dass das bekannteste duale System, Der Grüne Punkt, bei den Händlern nicht das beliebteste ist: Das System der Landbell AG aus Mainz ist für fast 30 Prozent der befragten Händler der Favorit. Nach dem Grünen Punkt auf Platz zwei (21,8 Prozent) folgt das System des Kölner Unternehmens Zentek (17,2 Prozent). Weitere Systeme wie Interseroh, Eko-Punkt oder BellandDual spielen eine untergeordnete Rolle.
Vorschläge zur Lösung der drängendsten Probleme "Kosten" und "Bürokratieaufwand" haben auch viele Händler parat: Diese reichen von "Kleine Händler von der Regelung ausnehmen", über "Nur noch lizenzierte Verpackungen in Umlauf bringen", bis zu "Die Hersteller der Verpackungen zur Finanzierung heranziehen". Eine Händlerin des Marktplatzes dawanda hat sogar schon eine Online-Petition im Deutschen Bundestag ins Leben gerufen, die auf eine Ausnahmeregelung für kleine Händler drängt.
Lösung Biokunststoffe?
Nach aktuellem Stand gibt es bislang keine Verpackungshersteller, deren Verpackungen direkt ab Kauf schon lizenziert sind - wann ein solches Angebot kommt, steht in den Sternen. "Wir Händler wollen umweltfreundliche Verpackungen, wenn sie finanzierbar sind", ergänzt Thomas Wandrei von IhrSpielzeug.de - über 86 Prozent äußerten sich bei der Umfrage dementsprechend. Ein Ausweg aus dem Schlamassel könnte das Angebot der sogenannten "Biobiene-Verpackungen" der Firma "Full Service Packaging" aus Hilden sein. Diese bestehen aus Biokunststoffen und fallen damit nicht unter die Lizenzierungspflicht.
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Der Autor Martin Ulrich Seufert ist Mitarbeiter der Agentur Frische Fische.
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