19.02.2010 | 15:09 Uhr

Ab Mai 2010

HP und Cisco gehen getrennte Wege

Cisco-Chef John Chamber
Cisco-Chef John Chamber

Ab dem 1. Mai gehen Cisco und Hewlett-Packard (HP) getrennte Wege. HP verliert seinen Status als Systemintegrator von Cisco - den es fast 20 Jahre hatte. Die Antwort HPs: Künftig werde es in SAN-Umgebungen Fibre-Channel-Switches der 5800V- and 5802V-Serien von QLogic verbauen.

HP-Chef Marc Hurd
HP-Chef Marc Hurd

Doch das ist nur das Gekräusel an der Oberfläche. Mit dem Verlust der Vertragsbeziehungen "Certified Service-Partner" und "Cisco Certified Channel Partner" verliert HP auch sein Privileg, intimere Einblicke in die Roadmaps von Cisco zu bekommen und dadurch früher als andere Hersteller zu wissen, in welche Richtung Cisco seine Produkte entwickeln wird. Zugleich wird HP künftig nicht mehr von Ciscos channelspezifischen Initiativen inklusive Rabatte profitieren können.

Umgekehrt verliert Cisco mit HP einen Wiederverkäufer, dessen bloße Größe, aber auch weitreichender Servicearm EDS für regelmäßige Millionenumsätze sorgte.

Keith Goodwin, Channel-Verantwortlicher bei Cisco, sagte in seinem Blog, Cisco werde künftig mit HP konkurrieren. Es sei für Kunden und Partner die bessere Lösung, nachdem mittlerweile beide Unternehmen sowohl direkt als auch indirekt miteinander im Kampf stünden.

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Goodwin kündigte jedoch an, dass beide Unternehmen um Regelungen bemüht seien, die den Support von HP-Kunden mit Cisco-Equipment und umgekehrt garantierten. Zugleich werde man über künftige gemeinsame Wege verhandeln. Konkreteres wollte er dazu nicht sagen. HP kommentierte den Fall nicht.

Zum Beispiel arbeiten bei HPs Serverkunden Cisco-Switche; in Ciscos VoIP-Lösungen tun HPs Proliant-Server ihre Dienste. Bei der HP-Tochter EDS ist es gang und gäbe, Komponenten beider Firmen anzubieten und zu warten. Hinzukommt, dass HP eine VoIP-Koalition mit Microsoft pflegt, was dazu führt, dass HP-Partner gegen Cisco-Partner in diesem Segment konkurrieren - und oft genug die Partner von den Herstellern angehalten werden, in Projekten sich zu entscheiden, auf wessen Seite sie stehen, obwohl sie zugleich Cisco- und HP-Partner sind.

Insofern werden beide Unternehmen überlegen müssen, wie sie künftig ihren Channel-Partnern - ISVs, Integratoren, VARs und Systemhäusern - begegnen werden, die weiter Komponenten beider Firmen verkaufen (wollen). Es sei denn, Cisco und HP wollten, wie es ein amerikanischer Integrator lapidar ausdrückte, "Krieg". (wl)

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