Video-Konferenzen
EU genehmigt Übernahme von Tandberg durch Cisco unter Auflagen
Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme des norwegischen Videokonferenz-Spezialisten Tandberg durch Cisco Systems unter Auflagen genehmigt. Wie die Wettbewerbshüter mitteilten, ist die Genehmigung an den Verkauf des so genannten "TIP"-Protokolls gebunden. Angesichts der angebotenen Abhilfemaßnahmen sei die Kommission zu dem Schluss gelangt, dass der geplante Zusammenschluss den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bzw. in einem wesentlichen Teil desselben nicht erheblich behindern dürfte.
"Ich bin überzeugt, dass nun die Gefahren für den Wettbewerb auf dem Markt für Videokommunikationslösungen mit dem Zusagenpaket von Cisco gebannt sind", so EU-Wettbewerbskommissar und Vizepräsident der Europäischen Kommission Joaquín Almunia.
Cisco hat das Protokoll für seine Videokonferenzlösungen entwickelt, um die Interoperabilität der Produkte des fusionierten Unternehmens mit denen seiner Wettbewerber sicherzustellen. Bei einigen betroffenen Märkten habe die Kommission ernste wettbewerbsrechtliche Probleme im Zusammenhang mit Aspekten der Interoperabilität zwischen den Lösungen des zusammengeschlossenen Unternehmens und denen seiner Wettbewerber festgestellt.
Cisco habe sich aber verpflichtet, die Rechte an seinem patentrechtlich geschützten TIP-Protokoll an eine unabhängige Organisation der Industrie zu verkaufen. Damit soll die Interoperabilität mit den Lösungen von Cisco sichergestellt werden und auch anderen Anbietern die Möglichkeit gegeben werden, sich an der Protokollentwicklung und -aktualisierung zu beteiligen.
Die Untersuchung der Europäischen Kommission sei in enger Zusammenarbeit mit dem US-Justizministerium durchgeführt worden, das am selben Tag wie die Kommission grünes Licht für die Übernahme gab.
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Ursprünglich wollte die Kommission bereits bis Mitte März eine Entscheidung zu dem Deal treffen. Anfang März verlängerte sie jedoch die wettbewerbsrechtliche Prüfung der geplanten 3,4 Mrd USD schweren Übernahme des norwegischen Videokonferenz-Spezialisten durch den US-Netzausrüster. Hintergrund waren die Zugeständnisse, die die Unternehmen zur Ausräumung von Wettbewerbsbedenken gemacht hatten. (Dow Jones/rw)




















