31.08.2009 | 09:04 Uhr

Gartner ist optimistisch

Intel rechnet mit höheren Umsätzen

Gute Nachrichten im Technologiesektor. Nachdem bereits der US-Computerhersteller Dell von Anzeichen einer Branchenerholung sprach und mit den Zweitquartalszahlen die Erwartungen der Analysten übertraf, erfreute auch der Chiphersteller Intel den Markt mit einer Erhöhung seiner Umsatzschätzung. An der Börse profitierten sowohl Intel- als auch Dell-Aktien von den Nachrichten.

Intel, deren Halbleiter in einer Vielzahl von Computern weltweit zum Einsatz kommen, sieht dank einer stärker als erwarteten Nachfrage nach ihren Produkten nun einen Umsatz im dritten Quartal von rund neun Milliarden Dollar – mit einer Abweichung von 200 Millionen Dollar nach oben oder unten. Bisher hatte die Intel Corp, Santa Clara, einen Umsatz von 8,5 Milliarden Dollarplus/minus 400 Mio USD in Aussicht gestellt.

Die Bruttomarge dürfte in der oberen Hälfte der bisher genannten Prognosespanne liegen, hieß es am Freitag weiter. Diese Spanne lautet auf 53% +/- zwei Prozentpunkte. Intel will die Zahlen für das dritte Quartal am 13. Oktober 2009 vorlegen.

Beobachter sehen in den jüngsten Nachrichten Anzeichen dafür, dass sich der Markt nach vielen Quartalen mit herben Nachfragerückgängen nun stabilisieren könnte. Das zweite Halbjahr ist traditionell die Periode mit höheren Technologie-Investitionen. So werden oft nach den Sommerschulferien neue Produkte gekauft, zudem beginnt das Weihnachtsgeschäft. 2008 Jahr war die Rechnung allerdings nicht aufgegangen, Unternehmen hielten sich mit Investitionen zurück, und auch die Endverbraucher gaben im Zuge der Wirtschaftskrise weniger aus.

Besonders getroffen von scharfen Rezession waren die Halbleiterhersteller. Nach den zuletzt besser als erwartet ausgefallenen Unternehmensergebnissen wächst nun die Hoffnung auf eine Stabilisierung am Chipmarkt und auch am gesamten Technologiemarkt.

Die Umsatzentwicklung bei Intel hing den Angaben zufolge zuletzt stärker von den Ausgaben der Verbraucher als jenen der Unternehmen ab. Und die entwickelten sich in der Rezession besser aus als die Investitionen der Firmen. Als Lichtblick für Intel erwies sich speziell die steigende Nachfrage nach kleinen einfachen Laptops, den Netbooks. Der Konzern wollte sich über die am Freitag genannten Prognoseänderungen hinaus nicht äußern.

Hoffnung auf ein Ende der Rezession hatte schon das auf Technologie spezialisierte Marktforschungsinstitut Gartner gemacht. Das Institut erwartet, dass der weltweite Umsatz mit Chips im Jahr 2009 nur um 17 Porzent schrumpfen wird. Diese Prognose geht damit von einem geringeren Rückgang aus als bislang befürchtet.

Optimistischer gestimmt werden die Marktforscher unter anderem von Unterstützungsprogrammen in China und vom wachsenden Kaufinteresse der Kunden, die niedrige Preise bei Rechnern und LCD-Fernsehern nutzen.

Gartner rechnet für 2009 mit einem Chip-Umsatz von 212 Milliarden, ein Rückgang um 17,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im zweiten Quartal 2009 hatten die Marktforscher noch einen Einbruch um 22,4 Prozent prognostiziert. (Dow Jones/rw)

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