Fazit
Intel agiert mit den neuen Xeon-5500-Prozessoren mit Nehalem-Archtitektur bei 2-Sockel-Servern jetzt in einer eigenen Liga. Die komplett neue Plattform bietet im Vergleich zum Vorgänger mit Xeon-5400-CPUs und AMDs Opteron-System teilweise die doppelte Performance und Energieeffizienz.
Bereits bei Single-Thread-Anwendungen – die in Servern selten sind – setzt sich das neue Topmodell Xeon X5570 durch sein Architektur-Feintuning deutlich vom Xeon X5470 und AMDs Shanghai-CPU Opteron 2384 ab. Zusätzlich profitiert der Nehalem-Xeon hier von seiner Turbo-Technologie. Statt mit der Grundtaktfrequenz von 2,93 GHz werden Single-Threads mit 3,33 GHz abgearbeitet.
Sein beeindruckendes volles Potenzial zeigt der Xeon X5570 jedoch bei Multi-Thread-Anwendungen und Multi-Task-Szenarien mit hohem Speicherbedarf – typischen Server-Workloads. Der Vorteil des in der CPU integrierten Triple-Channel-Speicher-Controllers und der QuickPath-Schnittstellen hievt die Performance oft um den Faktor zwei in die Höhe. Der Nachteil der bisherigen „klassichen“ FSB-/Chipsatz-Architektur der Xeon-5400-Plattform wird besonders deutlich. Doch selbst AMDs Direct Connect Architektur – die bereits seit Jahren auf integrierte Speicher-Controller und schnelle HyperTransport-Interconnects setzt – bleibt gegenüber den Nehlamen-Xeons chancenlos.
In speicherintensiven Szenarien muss sich selbst Intels 4-Sockel-System mit Hexa-Core-Xeons geschlagen geben. Diese 6-Core-Xeons kommunizieren jedoch alle „klassisch“ über den Chipsatz – auch mit dem Arbeitsspeicher. Selbst die immensen 25 MByte Cache pro Xeon X7460 kompensieren nicht den Nachteil der langsamen Speicherzugriffe über den Chipsatz. Der direkte Vergleich des 2-Sockel-Nehalem-Servers mit Intels 4-Sockel-System lässt sich jedoch nicht nur auf die Performance reduzieren. Beim 4-Sockel-System mit Xeon-7400-Prozessoren liegt der Fokus auch auf Hochverfügbarkeit durch zusätzliche RAS-Features und höherem möglichen Speicherausbau.
Besonders bitter für die Konkurrenz ist, dass die neue Xeon-Nehalem-Plattform neben der ausgezeichneten Performance auch noch mit der besseren Energieeffizienz aufwartet. So bietet unser getesteter 2-Sockel-Server mit Xeon-X5570-CPUs eine 57 Prozent höhere Performance pro Watt als das bereits sehr effiziente bauähnliche System mit AMDs Opteron-2384-Prozessoren. Das neue Nehalem-System erreicht gegenüber der bisherigen Xeon-Plattform mit Xeon-X5470-CPUs sogar die doppelte Performance pro Watt.
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Intel merzte mit seiner Xeon-5500-Plattform alle Schwachpunkte des Vorgängers komplett aus. Auch die lange als fortschrittliche Technologie deklarierten FB-DIMM-Speicher gehören der Vergangenheit an. AMD muss hoffen, mit den Mitte 2009 erwarteten 6-Core-Opterons „Istanbul“ wieder halbwegs konkurrieren zu können. Sonst bleibt nur noch der schmerzliche Schritt, durch Preissenkungen wieder an Attraktivität zu gewinnen. (cvi)
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