Firmeneigenes Seniorenstift als Zukunftskonzept
Einmalig in Deutschland dürfte das eigene Seniorenstift sein, über das die Bausparkasse Schwäbisch Hall seit 1999 verfügt - in erster Linie für ehemalige Mitarbeiter, aber auch für Angehörige aktuell Beschäftigter. Angegliedert an den Wohnkomplex mit 52 Wohnungen ist eine Pflegestation. "Dort können Mitarbeiter im Notfall Angehörige in Kurzzeitpflege geben", erklärt Ley. Außerdem berät das Pflegepersonal Schwäbisch Hall-Mitarbeiter, wenn sie in ihrer Familie einen Pflegefall haben. Die Bausparkasse hat zudem mit dem Betreiber des Pflegediensts vereinbart: Angehörige der Schwäbisch Hall-Mitarbeiter kommen auch in den anderen Seniorenheimen des Dienstleisters in der Region bei Bedarf schnell unter.
In solchen Kooperationen zwischen Unternehmen und Pflegeeinrichtungen sieht berufundfamilie Service-Geschäftsführer Becker einen zukunftsweisenden Weg. Bei der Kinderbetreuung sind solche Kontrakte bereits gang und gäbe. Hier ist es gängige Praxis, dass Unternehmen Kinderbetreuungseinrichtungen bezuschussen und diese im Gegenzug für die Kinder von deren Mitarbeitern eine gewisse Zahl von Betreuungsplätzen reservieren - auch für unvorhergesehene Notfälle. Entsprechende Kooperationen sind auch mit Betreibern von Pflegeeinrichtungen möglich, betont Becker.
Für Monika Hübner stand es nie zur Debatte, ihren Vater in ein Pflegeheim zu geben. "Schließlich ist er mein Vater", sagt sie. Anders wäre dies gewesen, "wenn wir berufsbedingt zwei-, dreihundert Kilometer entfernt von ihm gewohnt hätten und in unserem Haus kein Platz für ihn gewesen wäre". Dann hätte auch sie ihren Vater eventuell in einem Pflegeheim unterbringen müssen.
Der Autor Andreas Wollny ist Wirtschaftsredakteur und arbeitet im Büro für Bildung und Kommunikation.
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