Lotus Live aus der Cloud

Auch IBM hat mit seinen Lotus-Produkten eine breite Marktpräsenz und liegt folglich mit den Online-Services "Lotus Live" ebenfalls gut im Geschäft. Im Angebot sind unter anderem Dokumenten-Sharing, Aufgaben-Management, Online-Konferenzen, Webinars, Instant Messaging und E-Mail. Wie Microsoft peilt auch IBM kleine und mittelständische Betriebe an, die ihre gesamte E-Mail-Infrastruktur in die Wolke verlagern wollen. Doch auch Großunternehmen hängen schon an der Angel: IBM unterhält zum E-Mail-Service "iNotes" große Verträge mit dem Mobilfunk-Experten Nokia, Dow Chemical und dem Elektronikkonzern Panasonic, der auf diesem Weg einige tausend Mitarbeiter mit Webmail-Funktionen versorgt und auch Lieferanten und Partner in die Cloud-Infrastruktur einbindet.

Bei Big Blue geht man davon aus, dass immer mehr Unternehmen ihre mobilen Arbeitskräfte von einer hausinternen Mail-Lösung auf eine flexible Plattform migrieren wollen. Die technische Basis der Live-Produkte stammt zu einem Gutteil von der Firma Outblaze aus Hongkong, deren E-Mail-Services IBM im vergangenen Jahr übernommen hatte. Die Kombination der Messaging-Lösung mit der Sicherheit, die durch der Name IBM verspricht, soll kleinere Unternehmen davon überzeugen, in die Wolke zu wechseln.

GoogleApps überwindet Hindernisse

Das Vertrauen, dass Microsoft und IBM bereits genießen, muss sich Google - vor allem angesichts der nicht enden wollenden Big-Brother-Diskussion - erst noch erarbeiten. Dennoch: Die Google Apps haben den Vorteil, dass sie einfach, sicher und preiswert sind. Außerdem arbeiten bereits viele Menschen privat mit dem E-Mail-System Google Mail, der Online-Officesuite Texte & Tabellen oder der Instant-Messaging-Lösung Google Talk. Hinzu kommen Dienste wie Google Sites zum einfachen Erstellen gemeinsamer Textseiten, Tabellen und Foren im Web - Google hatte die Funktionalität im Jahr 2006 durch die Übernahme des Internet-Startup JotSpot erworben - oder Google Video, ein sicherer Video-Channel für Unternehmen.

In der Webciety, Halle 6, will sich Google zeigen.
In der Webciety, Halle 6, will sich Google zeigen.

Viele Unternehmen wollen sich auf solche Angebote von Google nicht einlassen, weil sie Sicherheitsbedenken haben oder dem Hersteller keine professionelle Bereitstellung zutrauen. Allmählich scheint sich aber der Wind zu drehen. Schlagzeilen machte kürzlich das Schweizer Medienhaus Ringier, das für seine rund 8000 Mitarbeiter weltweit in allen Geschäftsbereichen Google Apps einführen will. Der Rollout der "Google Apps Premier Edition" erfolgt Land für Land und soll bis Oktober 2010 komplett abgeschlossen sein. Ringier löst mit dem gehosteten Paket von Google acht verschiedene E-Mail- und Kalendersysteme und Dutzende von Mail-Domains ab, die zurzeit noch konzernweit genutzt werden.

Ringier nutzt auch den Spam-Schutz und die Langzeitarchivierung, die Google seit der Übernahme von Postini für die E-Mail-Komponente offeriert. Die Verwaltung der Nutzer erfolgt über ein konzernweites Active Directory; die Anmeldung bei Google Apps soll als Single-Sign-on gegen dieses Verzeichnis realisiert werden. Weitere Kunden sind beispielsweise die Stadt Los Angeles, die 30 000 Mitarbeiter mit Google Apps arbeiten lassen will und dafür vom Internet-Giganten besondere Sicherheits-Features und eigene Server im Rechenzentrum zugestanden bekommt. (Computerwoche; hv) (wl)

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