Kuriose Urteile
Dilettantische Steuerhinterziehung: Paar wollte partout nicht zahlen...
Wie dem Suppen-Kasper seine Suppe, so wollte einem Münchner Ehepaar - er selbständiger Grafiker, sie Angestellte - die Steuerpflicht offenbar gar nicht schmecken. Für die Jahre 1999 - 2001 gaben die beiden zunächst einmal gar keine Steuererklärungen ab, obwohl man sich seit 1995 eine Steuerberaterin hielt. Daraufhin wurden sie vom Finanzamt geschätzt, so dass sich für das Jahr 2000 eine Einkommenssteuer von rund 21.000 Mark und für das Jahr 2001 rund 37.000 Mark ergab.
Schätzung zu hoch, Einspruch eingelegt
Gegen diese - nach dem Geschmack der Eheleute offenbar zu hohen - Schätzungen erhoben sie Einspruch und reichten im Dezember 2003 für die Jahre 2000 und 2001 Steuererklärungen nach. Daraufhin ergingen geänderte Steuerbescheide - für 2000 ergab sich nur mehr 11.000 Mark, für 2001 rund 20.000 Mark Steuerschuld. Das war den beiden aber immer noch zu viel und so wurde erneut Einspruch eingelegt. Man schrieb mittlerweile das Jahr 2004 und nun drohte Ungemach: Das Finanzamt war auf Ungereimtheiten gestoßen, ließ dem Ehepaar eine Kontrollmitteilung zukommen und bat um detaillierte Auflistung der tatsächlichen Einnahmen. Der Ehemann musste nun die Karten auf den Tisch legen und eingestehen, dass seine Einnahmen teilweise mehr als drei Mal so hoch waren wie angegeben. Die Steuerberaterin erklärte dem Ehepaar daraufhin, sie zukünftig (mit Ausnahme der eingelegten Rechtsbehelfe) nicht mehr vertreten zu wollen.
Hoffnung auf Steueramnestie: Anfang des Jahres 2005 wurden die verschwiegenen Einnahmen nachgemeldet - "strafbefreiend" und zu einem besonders niedrigen Steuersatz, wie unser Ehepaar angesichts der Steueramnestie des Jahres 2003 ("Strafbefreiungserklärungsgesetz") zu hoffen wagte.


















