IT-Messegipfel
Messemacher diskutieren Perspektiven von CeBIT & Co.
Virtuelle Messen, Social Networks, IT aus der Cloud - werden sich klassische IT-Messen wie die CeBIT in diesem Umfeld halten können? Wir haben die wichtigsten Messemacher an einen Tisch geholt.
CW: Sie drei repräsentieren verschiedene Messekonzepte. Die EuroCIS steht für einen Retail-Fokus, die CeBIT ist die letzte verbliebene Großveranstaltung für die ITK-Branche weltweit und die Stuttgarter IT & Business, die das Erbe der Münchner Systems angetreten ist, sieht sich als kleine, anwenderbezogene Veranstaltung. Herr Raue, warum braucht es noch eine Großveranstaltung wie die CeBIT?
Raue: Unsere vorrangige Aufgabe ist es, für eine 164-Milliarden-Euro-Industrie eine internationale wirtschaftspolitische Plattform darzustellen. Das ist wichtig, damit die Querschnittsbranche IT als solche deutlicher wird. In Branchen- und Fachmessen, wie Sie sie ansprechen, wird sie immer im Hintergrund bleiben. Allerdings steigt für die ITK Industrie derzeit, auch angetrieben von der Innovationskraft der IT, die Anzahl solcher Fachmessen - ob es nun Medizin-, Immobilien- oder Landwirtschaftsmessen sind. Auch die CeBIT vertikalisiert sich immer stärker.
Die großen Anwenderunternehmen sind permanent im Fokus der Hersteller. Aber der Mittelstand, das produzierende Gewerbe, der Treiber der Industrie, der braucht uns nach wie vor, um neue Anbieter und Lösungen zu sehen. Zweite Antriebsfeder neben dem Mittelstand ist das Dienstleistungsgewerbe - Banken, Versicherungen, Reiseveranstalter. Die dritte Zielgruppe ist der Öffentliche Dienst. Und schließlich ist es der Handel, der besonders durch den Planet Reseller auf der CeBIT angesprochen wird.
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Ernst Raue ist langjähriger Chef der CeBIT und seit zehn Jahren Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG in Hannover.
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Michael Degen ist Unternehmensbereichsleiter der Messe Düsseldorf GmbH und dort unter anderem für die EuroCIS verantwortlich, eine kleine, aber feine Messe zum Thema IT im Handel.
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Ulrich Kromer von Baerle ist Geschäftsführer der Landesmesse Stuttgart GmbH und hat dort zuletzt die IT & Business aus der Taufe gehoben, den inoffiziellen Nachfolger der Münchner Systems.
CW: Die IT & Business in Stuttgart ist eine weitgehend an Geschäftsprozessen und Business-Software orientierte Messe. Herr Kromer, wollen Sie den Fehler vermeiden, den die Systems gemacht hat, sich auf zu vielen Baustellen zu bewegen?
Kromer: Wir wollen unser eigenes Konzept umsetzen, nicht die Fehler anderer vermeiden. Wir bilden softwaregestützte Geschäftsprozesse im Business-Umfeld ab. CRM, ERP, Sicherheit - all das, was im Geschäftsumfeld zusammenläuft. Auch Infrastruktur-Anbieter sind angesprochen. Wir haben Firmen wie Telekom oder Vodafone eine klare Absage für Ihr B-to-C- und Endgerätegeschäft erteilt.
Der Blick auf die überarbeitete Nomenklatur zeigt, dass für diese Anbieter die IT & Business sehr wohl eine interessante Plattform ist. So können diese in den Bereichen: Integration von Kommunikationsmedien, Mobile Anwendungen und Dienste, Standortkopplung und globale Vernetzung und Web-basierte Lösungen passgenau ihr Zielgruppen erreichen.
CW: Haben Sie mit der IT & Business um den Bestand der ehemaligen Systems-Aussteller herum ein Konzept gebastelt?
Kromer: Wir haben nach der Absage der klassischen Systems verschiedene Anfragen seitens der Aussteller bekommen, ob wir nicht etwas Neues entwickeln wollen. Gemeinsam mit den anwesenden Partnern im Markt haben wir dann das Messekonzept entworfen und anschließend auch umgesetzt.
















