SAP präsentiert Kunden und Partner für Business ByDesign
Mit "Business ByDesign" hat SAP eine Kehrtwende in seinem Produktportfolio vollzogen. Laut Hersteller können Kunden ab dem kommenden Jahr mit dem On-Demand-Paket eine komplette Business-Software-Suite für alle Geschäftsanforderungen via Internet mieten und beziehen. Die Software soll sich ohne großen Implementierungsaufwand ausprobieren und einführen lassen, versprechen die Verantwortlichen. Ob der Markt auf das neue SAP-Modell einsteigt, bleibt allerdings offen.
Die SAP-Verantwortlichen tasten sich mit "Business ByDesign" ganz vorsichtig an den Markt heran. Nach wie vor bleiben sie den Termin für den offiziellen Launch schuldig. Hans-Peter Klaey, Corporate Officer und President für den Bereich Small and Medium Enterprises (SME) von SAP, geht davon aus, dass das Volumengeschäft mit "Business ByDesign" im ersten Quartal des kommenden Jahres starten wird. Nichtsdestotrotz könnten Firmen die Software bereits heute evaluieren und einsetzen, betont der SAP-Manager und verweist auf einzelne Unternehmen, die bereits mit der Mietlösung arbeiten.
Doch im breiten Praxiseinsatz muss sich "Business ByDesign" erst noch beweisen. Bis dahin gilt es für SAP, noch die letzten Einzelheiten festzuklopfen. Das Volumenmodell sei schließlich auch für SAP ein völlig neues Geschäftsfeld, räumt Klaey ein. Da müsse der Konzern genau beobachten und testen, wie man an den Markt herangehen soll. Daher bleiben nach wie vor einige Unbekannte in SAPs On-Demand-Gleichung offen.
Die Kunden
SAP adressiert mit "Business ByDesign" Firmen mit 100 bis 500 Mitarbeitern. Allein in Deutschland gehören dem Softwarehersteller zufolge rund 16 000 Unternehmen in diese Kategorie. Zwar setzten bereits etliche davon SAP-Lösungen ein, dennoch bleibe für SAP ein Neukunden-Potenzial von über 15 000 Firmen, schätzt Klaey. Insgesamt taxiert er das weltweite Volumen in diesem für den Konzern neuen Marktsegment auf rund 1,2 Millionen Unternehmen und rund 15 Milliarden Dollar.
Viele dieser Firmen seien derzeit in Sachen Software unterversorgt, sagt SAP-Vorstand Peter Zencke. "Man muss sich teilweise wundern, wie sie es schaffen, ihr Geschäft zu meistern." Nach Einschätzung des SAP-Managers seien die Applikationen oft veraltet, aufgrund vieler Insellösungen blühe der Wildwuchs und die populärste Business-Anwendung sei Excel.
Allerdings muss es SAP erst einmal gelingen, diese Klientel zum Umstieg zu bewegen. Offenbar funktionieren die geschmähten Lösungen durchaus, sonst wären diese Unternehmen längst von der Bildfläche verschwunden beziehungsweise hätten sich nach einer adäquaten Softwarelösung umgesehen. Dazu kommt, dass die anvisierte Klientel, wie SAP selbst zugibt, bislang einen weiten Boden um die Walldorfer Software gemacht hat. Zu komplex und zu teuer, lauteten die gängigen Vorurteile.
Die ersten Anwender äußern sich indes positiv über SAPs On-Demand-Angebot. Frank Hermann, verantwortlich für den Bereich Corporate Development bei Wima, erhofft sich von "Business ByDesign" mehr Transparenz und eine bessere Integration. Bislang musste der Spezialist für elektronische Bauelemente an den verschiedenen Standorten mit nicht integrierten Insellösungen zurechtkommen. "Excel wollen und müssen wir abschaffen", lautet das erklärte Ziel. Zudem erwartet Hermann von der SAP-Lösung Kosteneinsparungen. Die internationale Konkurrenz zwinge das Unternehmen, stärker auf Effizienz und Kostenkontrolle zu achten.
Technische Grundlage: Neuentwicklung nach den SOA-Prinzipien der SAP; Basis bildet Netweaver 7.1 und das Enterprise Service Repository (ESR);
Verfügbarkeit: Pilotkunden arbeiten bereits mit BBD, Volumengeschäft soll ab dem ersten Quartal 2008 starten;
Preis: 133 Euro pro Nutzer und Monat, für Anwender, di nur Teile des Systems nutzen, soll eine gestaffelte Preisliste gelten;
Mindestnutzerzahl: 25;
Kunden: Firmen mit 100 bis 500 Mitarbeitern.
Auf mehr Transparenz hofft auch Adrien Seidel, Mit-Geschäftsführer der Bautzen Internet Technologies (Bit). Dem Dienstleister im SAP-Umfeld geht es dabei in erster Linie um eine effizientere Steuerung der eigenen Beratungsleistungen und damit ein besseres Kosten-Controlling.
Die Kunden probieren "Business ByDesign" allerdings erst einmal aus. Bit und Wima haben nicht ihre kompletten Systeme auf SAPs On-Demand-System umgestellt, sondern nutzen bislang erst einzelne Funktionen. Wima macht seine ersten Gehversuche im Bereich Human Ressources und Bit versucht sich mit den Finanzmodulen. Doch plant Seidel bereits den Ausbau des Systems. In nächster Zukunft sollen Projekt-Management und Customer-Relationship-Management (CRM) dazukommen.
















