Leo Computer
Führte Bilanzmanipulation zum Insolvenzantrag?
Für Torsten Duffner sind schwere Zeiten angebrochen: Nach 16 Jahren als Geschäftsführer und Miteigentümer der Leo Gesellschaft für Computer und Kommunikation mbH steht er nun im Verdacht, die Bilanzen manipuliert zu haben und so der Hauptgrund für den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu sein.
Dieser Antrag war wie bereits berichtet, am 7. August beim Amtsgericht Offenburg gestellt worden. Der vorläufige Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Stefano Buck von Schultze & Braun erklärte nun in einer offiziellen Pressemitteilung, das neben Berichten über "angebliche Zahlungsschwierigkeiten" und dem "gescheiterten Großauftrag eines Discount-Kunden" der "eingeräumte Anfangsverdacht der Bilanzmanipulation durch den vormaligen Geschäftsführer ausschlaggebend für den Insolvenzantrag war".
Torsten Duffner sei deshalb schon am gleichen Tag von all seinen Ämtern freigestellt worden. Zum neuen Geschäftsführer wurde Rico Siefermann berufen, der seit neun Monaten bei Leo als Vertriebsleiter fungiert. "Es gilt jetzt, nach vorne zu blicken und unseren Kunden auch weiterhin eine reibungslose Abwicklung der bestehenden Aufträge zu garantieren und unseren 75 Mitarbeitern eine sichere Zukunft zu bieten" so Siefermann heute.
Rechtsanwalt Buck gibt sich diesbezüglich optimistisch: "So, wie es derzeit aussieht, gibt es für Leo noch Hoffnung. Die Geschäfte mit einem Auftragsvolumen von zirka 1,5 Millionen Euro sollen in Abstimmung mit den beteiligten Banken und Lieferanten ohne Einschränkungen zunächst bis Ende Oktober weiter laufen. Die Belegschaft wurde hierüber in einer Betriebsversammlung informiert. Auch soll diese Zeit genutzt werden, um aktiv auf Investorensuche zu gehen." (go)
















