12.03.2010 | 10:08 Uhr

IRISnotes 1.0

Software zur Handschrifterkennung (Kurztest)

Schwierige Handhabung:
Schwierige Handhabung: "IRISnotes 1.0" inkl. Scanner und digitalem Stift

Eigentlich klingt das Funktionsprinzip von "IRISnotes 1.0" (UVP: 129 Euro) von Iris Group ganz einfach: Man klemmt den Feuerzeug-großen Scanner an einen Block oder ein Blatt Papier, schreibt in seiner gewohnten Handschrift mit dem Spezialstift ("digital pen") und lädt die Ergebnisse per USB-Verbindung in die mitgelieferte Software "Easy Note Taker". Dort klickt man auf „In Text umwandeln“. Daraufhin öffnet sich die Anwendung „My Script Notes Light“ und stellt das Geschriebene in weiterverarbeitbaren Druckbuchstaben dar.

In der Praxis eines Tests unserer Kollegen von der PC-Welt gestaltet sich das weniger komfortabel. Selbst bei halbwegs schön und ordentlich geschriebenen Texten war das Ergebnis nicht befriedigend. Bei normal nachlässiger Schrift, so wie man in einem Meeting oder an der Uni mitschreiben würde, sogar weitgehend unbrauchbar. Daran änderte auch die Art der Handschrift nichts – es wurden vier unterschiedlichen Schriften ausprobiert.

Nicht überzeugend: die Erkennungsquote der Handschriften
Nicht überzeugend: die Erkennungsquote der Handschriften

Der Versuch, die Erkennungssoftware an die eigene Handschrift zu gewöhnen, scheiterte ganz – die Trainingsfunktion ist in der mitgelieferten Lite-Version nicht enthalten. Die knappe mitgelieferte Anleitung half hier ebenso wenig weiter wie die PDF-Anleitung – die ermahnt Anwender lediglich dazu, ordentlicher und gleichmäßiger zu schreiben.

Auch von der Handhabung waren die Tester nicht angetan: Zwar ist es in der Theorie ganz einfach, den Scanner an die Papierunterlage zu heften, in der täglichen Praxis führten aber schon minimale Bewegungen der Unterlage zu einem schrägen Schriftbild und zu verzogenen Scan-Ergebnissen. Der Umgang mit dem batteriebetriebenen Stift gestaltete sich dagegen recht komfortabel und unterschied sich nur geringfügig vom Schreiben mit einem herkömmlichen Kugelschreiber. Die Software selbst wirkt in Funktionsumfang und Bedienerführung ebenfalls recht angestaubt. Lediglich die bescheidenen Systemanforderungen und das zügige Einlesen der gescannten Schrift vermieden ein schlechteres Ergebnis.

Fazit: Die Schrifterkennungsfunktionen – und damit der eigentliche Sinn dieser Software – sind unzureichend. Lediglich zum Scannen und Weiterversenden von handschriftlichen Notizen und Skizzen als Grafik kann die Software taugen – vorausgesetzt, Sie passen auf, dass der Scanner nicht verrutscht. (PC-Welt/tö)

Bewertung

Leistung (50 %)

3,5

Bedienung (35 %)

2,5

Dokumentation (5 %)

2,0

Installation/De-Installation (5 %)

1,5

Systemanforderungen (5 %)

1,5

Gesamtnote

2,9

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