13.07.2012 | 16:04 Uhr

Samsung Galaxy S III

Ein Smartphone der Superlative (Praxistest)

Nicht perfekt, aber auf dem besten Weg dahin: das Samsung-Smartphone
Nicht perfekt, aber auf dem besten Weg dahin: das Samsung-Smartphone
Nicht perfekt, aber auf dem besten Weg dahin: das Samsung-Smartphone "Galaxy S III"
Foto: Samsung

Ziemlich viel Aufhebens um ein einfaches Smartphone, mögen sich manche Marktbeobachter gedacht haben, als Handy-Riese Samsung dem neuen Flaggschiff-Modell "Galaxy S III" Anfang Mai eine eigene Veranstaltung widmete (--> siehe unser Vorabtest) – anstatt den Quadcore-Boliden wie seinen Vorgänger Galaxy S II einfach auf dem Mobile World Congress vorzustellen. Damit nicht genug, betrieben die Koreaner im Vorfeld eine Geheimniskrämerei, wie man sie bislang fast nur aus dem Hause Apple im fernen Cupertino kannte. Wir haben in einem Praxistest geprüft, ob das Gerät die Erwartungen erfüllen kann.

Nach dem vorangegangenen Hype übt sich Samsung bei dem eigentlichen Smartphone in Bescheidenheit. Das Galaxy S III kommt in einer kleinen weißen Box, in der es gerade noch Platz zu finden scheint. Entsprechend dürftig fällt auch der Beipack aus, hier findet man die übliche Ausstattung wie USB-Kabel, Steckdosenadapter, Kopfhörer und eine Kurzbeschreibung. Zubehör wie eine Speicherkarte oder ein MHL- beziehungsweise HDMI-Adapter (mehr dazu später) fehlt dagegen.

Klares Understatement

Beim Gerät selbst geht das Understatement noch etwas weiter, sofern dies angesichts der riesigen Ausmaße überhaupt möglich ist. So besteht die Rückseite nicht etwa aus billigem Plastik, wie es der erste Verdacht, sondern Polycarbonat, einem besonders leichten, robusten und auch teuerem Material.

Davon abgesehen wirkt das Gerät hochwertig und edel, die Verarbeitung ist ohne Makel, nichts knarrt oder knackt, die Spaltmaße sind minimal. Was das Design angeht, ist die Linienführung äußerst gelungen, die mittig laufende geschwungene Aluleiste erweckt den – täuschenden – Eindruck, das Display sei wie beim Galaxy Nexus konkav. Auch sonst erinnert das Galaxy S III an das neuste Google-Handy, während es sich gegenüber dem Vorgänger Galaxy S II vor allem durch rundere Formen unterscheidet. Gleichzeitig weist das neue Topmodell eine von 4,2 auf 4,8 Zoll (12,2 Zentimeter) angewachsene Bildschirmdiagonale auf. Bei den Gehäuseabmessungen stieg die Länge von 12,5 auf 13,7 Zentimeter, in der Breite legte das Galaxy S III von 6,6 auf 7,1 Zentimeter zu. Das Gewicht blieb dagegen mit 133 Gramm noch im Rahmen - dem Plastik, äh Polycarbonat sei Dank.

Mit nicht einmal neun Millimeter Dicke liegt das Gerät gut in der Hand und lässt sich – entsprechend lange Finger vorausgesetzt – auch gut bedienen. Dennoch dürften sich bei den Abmessungen die Geister scheiden. Zwar belegen so erfolgreiche Geräte wie das Galaxy Note mit 5,3-Zoll-Display den Trend zu immer größeren Smartphones und auch beim Betrachten von Bildern, Videos oder Websites hat ein üppiger Bildschirm sicherlich Vorteile. Andererseits gibt es noch immer viele Nutzer, die ein Smartphone primär als mobiles Telefon für die Jacken- oder Hosentasche sehen und bei aufwändigeren Tätigkeiten auf ein Tablet oder Notebook zurückgreifen. Möglicherweise wird aber auch hier Apple wieder für ein Umdenken sorgen, wenn es sein erstes iPhone mit 4-Zoll-Display (oder größer) auf den Markt bringt.

Hat man erst einmal seine Hemmungen gegenüber dem XXL-Smartphone – sofern vorhanden – abgelegt, kann man das Galaxy S III fast wie ein kleineres Tablet nutzen. Surfen im Web, Videos ansehen, ja selbst die Texteingabe per Daumen ist möglich. Hilfreich dabei ist neben der schieren Größe das superscharfe SuperAmoled-Display mit Full-HD-Auflösung (1.280 x 720 Pixel). Das Gerät verwendet dabei anders als seine Quadcore-Rivalen HTC One X und LG 4X HD nicht die RGB-, sondern die weniger scharfe PenTile-Matrix-Technologie mit weniger Subpixeln. Dank einer Pixeldichte von 306 Bildpunkten per Inch (ppi) – das "Retina"-Display des iPhone 4S kommt auf 326 ppi – stört dies aber nicht weiter: Einzelne Pixel sieht man nur, wenn man sein Auge unnatürlich nah an den Bildschirm hinbewegt.

Mehr über die Hard- und Software-Ausstattung auf den nächsten Seiten.

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