30.01.2009 | 07:50 Uhr

Software-as-a-Services (SaaS)

Oracle verspricht flexibles Miet-CRM

Mit der Version 16 der Oracle-Applikation "CRM on Demand" können Anwender eigene Objekte in die Mietsoftware einzufügen. Neu sind Funktionen für das Partner-Management. Es besteht die Möglichkeit, die CRM-Umgebung auch auf dedizierten Systemen im Oracle-Rechenzentrum zu hosten.

Mit der Möglichkeit, die CRM-Lösung um kundenspezifische Objekte zu erweitern, will Oracle beweisen, dass Mietsoftware durchaus an die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden kann. Im Gegensatz zu beim Anwender installierter Software ("On-Premise CRM") lassen sich Software-as-a-Service-Umgebungen meist nicht so gut erweitern beziehungsweise modifizieren. Laut Oracle können Anwender der On-Demand-Lösung beispielsweise Datenimportfunktionen für Drittsoftware oder Kostenberechnungen für Angebote realisieren. Hierzu nutzt der Systemverwalter Verwaltungswerkzeuge der CRM-Software. Auch für selbst erstellte Objekte lassen sich die ins CRM-System integrierten Reportfunktionen verwenden.

Partner Relationship Management

Ein optionaler Baustein für das Partner-Management ("Partner Relationship Management) richtet sich an Unternehmen, die ihre Produkte indirekt vertreiben. Sie sollen mit dem Modul Partnerprogramme steuern, partnerspezifische Preismodelle verwalten und Verkaufschancen (Leads) weiterleiten können. Diese Funktionen gab es von Oracle bislang nur im On-Premise-Produkt "Siebel CRM".

Optional erhältlich ist darüber hinaus eine Anbindung an die ebenfalls von Oracle vertriebene ERP-Software J.D. Edwards. Über eine vordefinierte Prozessintegration soll es beispielsweise möglich sein, aus der CRM-Umgebung heraus einen Auftrag in der ERP-Lösung anzulegen. Für diese Kopplung greift Oracle auf die Technik "Application Integration Architecture" zurück. Über Integrationspakete sollen Firmen auch in der Lage sein, andere Software, beispielsweise ERP-Systeme vom Oracle-Rivalen SAP, mit der On-Demand-Applikation zu verbinden.

Bereits vorher verfügbar waren Integrationskomponenten für Siebel CRM und die E-Business Suite. Obwohl auch die On-Demand-Applikation auf Siebel-Technik basiert, ist ein Koppelelement zu Siebel CRM erforderlich, da beide Systeme unterschiedlich aufgebaut sind (siehe auch "Oracle CRM - Web 2.0 und SAP-Anbindung").

Dedizierter Server für CRM-Mieter

Der neue Betriebsmodus "Single Tenant" soll die Applikation besser von anderen CRM-Mietern abschotten. Hierbei erhält der Kunde einen dedizierten Server sowie eine von anderen Mietkunden isolierte Softwareumgebung. Dadurch haben Firmen mehr Kontrolle über die On-Demand-Applikation und können den Zeitpunkt von Release-Wechseln selbst bestimmen. Ferner haben sie so die Möglichkeit, Maßnahmen für Notfälle (Disaster-Recovery) wie etwa Datenverluste zu ergreifen. Oracle reagiert eigenen Angaben zufolge damit auf gesetzliche Auflagen in manchen Branchen, die Methoden für eine Datenwiederherstellung nachweisen müssen.

Oracle steht mit der On-Demand-Lösung unter anderem mit Salesforce.com im Wettbewerb, die den Markt für SaaS-CRM dominiert. Mittlerweile zeigen dem Datenbankhersteller zufolge auch Bestandskunden der Siebel-Software Interesse an On-Demand-CRM. Beispielsweise wollen Siebel-Nutzer Niederlassungen so mit Vertriebsfunktionen ausstatten, ohne dort eine CRM-Software ausrollen zu müssen. Ferner würden sich Kunden, die einen schnellen Einstieg in die Software-gestützte Vertriebssteuerung wünschen, für On-Demand-Produkte interessieren. Bei Call-Center-Applikationen mit Prozesssteuerung hingegen bleibe die On-Premise-Lösung von Siebel erste Wahl. (Computerwoche; fn) (wl)

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