Dies sieht auch Adrian von Hammerstein, Chef von Kabel Deutschland so, der neben einer gemeinsamen Position aller für mehr Einsatz seitens der Politik plädiert. "Wir könnten die Einmischung der Politik gebrauchen, denn wir haben viel in die Aufrüstung der Kabelnetze investiert und brauchen Planungssicherheit", sagte er.

"Die Politik kann lediglich medienrechtliche Möglichkeiten offen halten, die tragbaren Geschäftsmodelle aber müssen von Seiten der Industrie kommen", relativierte Beck die Position der Geräteindustrie. Solange sich die Vertreter der Industrie und der Netzbetreiber nicht auf einen Konsens für IPTV einigen könnten, seien der Politik die Hände gebunden.

Dr. Iris Henseler-Unger, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur unterstreicht die wichtige Rolle von Medienpolitik und -regulierung. Die Bundesnetzagentur setze sich für mehr Wettbewerb in der Rundfunkbranche ein. "Die Entwicklung von IPTV ist deshalb gut, weil sie auch wieder mehr Wettbewerb bringt. Und IPTV fördert die Kreativität der Veranstalter", ist Henseler-Unger überzeugt.

Dr. Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg hob ebenfalls den Wettbewerbsgedanken hervor, obwohl es IPTV neben Kabel und Satellit schwer haben werde. Hege unterstreicht in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit des terrestrischen digitalen Übertragungsweges DVB-T. Digitales Antennenfernsehen ist der einzige digitale Rundfunk-Übertragungsweg, bei dem Rundfunk frei empfangbar ist.

In einem waren sich alle Panelteilnehmer jedoch einig: IPTV gehört die Zukunft. "Ich sehe in IPTV kein Bedrohungsszenario, sondern vielmehr eine Chance", betonte Markus Schächter, Intendant des ZDF. "Dank IPTV erhält das klassische Fernsehen die Möglichkeit, künftig multifunktional und damit überlebensfähig zu sein." Einen ersten Schritt hin zum Fernsehen der Zukunft habe das ZDF bereits mit der "Mediathek" unternommen, die auf der IFA 2007 vorgestellt wurde.

Professor Ulrich Reimers, Direktor des Instituts für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig, moderierte das öffentliche Podium, an dem über 150 IFA-Besucher, Fachbesucher, Aussteller und Journalisten teilnahmen. (go)

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