29.03.2007 | 14:03 Uhr

Deutsche Konzerne streichen 120.000 IT-Jobs

Per saldo bauen die Firmen 120.000 IT-Stellen ab: Im Betrieb fallen 145.000 Arbeitsplätze weg, im IT-Management kommen 25.000 hinzu.
Per saldo bauen die Firmen 120.000 IT-Stellen ab: Im Betrieb fallen 145.000 Arbeitsplätze weg, im IT-Management kommen 25.000 hinzu.

Die Unternehmensberatung A.T.Kearney kommt nach einer detaillierten Untersuchung der IT-Organisationen deutscher Konzerne zu alarmierenden Ergebnissen: Bis zum Jahr 2011 wird die Zahl der IT-Beschäftigten, die Betriebs-, Wartungs- und Entwicklungsdienste in den 500 größten Konzernen leisten, von 180.000 auf 35.000 schrumpfen. Outsourcing, Offshoring und effizientere Abläufe sorgen für eine umfangreiche Neugestaltung der internen IT-Arbeit. "Jeder zweite IT-Arbeitsplatz bei diesen Anwendern steht zur Disposition", warnt Marcus Eul, Principal bei A.T.Kearney. Die Management-Berater rücken damit von anderen Erhebungen – etwa von Deutsche Bank Research – ab, die besagen Offshoring koste keine Arbeitsplätze (siehe auch Studie: "Offshoring ist kein Job-Killer").

"Die Konzerne erachten IT als bedeutende Wachstumsbremse. Große Teile des IT-Budgets werden für Aufgaben verwenden, die weder Werte noch Wachstum schaffen", nennt Holger Röder, Partner und Vice President bei A.T.Kearney, die Ursachen für den tiefen Strukturwandel in den IT-Abteilungen. Die Unternehmenslenker seien nicht mehr bereit, ihre Ausgaben in veraltete Legacy-Landschaften zu stecken, deren Bezug zu den Unternehmenszielen nicht ersichtlich sei. Als Konsequenz daraus lagern sie die betroffenen Aufgaben an externe Service-Provider aus und sparen dadurch insgesamt rund zehn Milliarden Euro pro Jahr ein.

"Die Unternehmen betreiben heute Outsourcing-Deals deutlich passgenauer als noch vor einigen Jahren", ergänzt Eul. "Sie analysieren die IT sehr präzise, ziehen exakte Schnitte und lagern ganz gezielt aus." Im Zuge des Outsourcings wechseln bis zum Jahr 2011 nach Einschätzung der Management-Berater 30 Prozent der heutigen IT-Mitarbeiter unter das Dach eines lokal ansässigen IT-Dienstleisters. Weitere zehn Prozent werden in den internen IT-Abteilungen mit dem Partner-Management betraut. Nur 20 Prozent der IT-Jobs wollen die Unternehmen in der jetzigen Form erhalten.

Der Großteil der Arbeitsplätze wird durch die Neugestaltung der internen IT komplett abgebaut. Im Schnitt erwarten die befragten Manager, dass 15 Prozent der heutigen IT-Jobs in ihren Unternehmen durch die verbesserte Effizienz überflüssig werden. Noch deutlicher wird der Trend zum Offshoring seine Spuren im IT-Arbeitsmarkt hinterlassen. Im für die Arbeitnehmer günstigsten Fallen sollen hierzulande 20 Prozent, im ungünstigsten Fall 40 Prozent der Aufgaben durch eine Verlagerung in Niedriglohnländer wegfallen. Unterm Strich werden Anwenderunternehmen in den kommenden vier Jahren rund 145.000 IT-Jobs im Support und Betrieb streichen.

Gehe zu Seite:
zurück
  • 1
  • 2

Kommentar ins CP forum schreiben

Kommentar auf Ihrer Facebook-Seite posten