Die befragten Unternehmen rechnen damit, dass im Schnitt 30 Prozent der internen Stellen durch Offshoring abgebaut werden, im für die Arbeitnehmer ungünstigen Fall kann sich diese Quote sogar auf 40 Prozent erhöhen. Weitere 15 Prozent der Arbeitsplätze fallen Effizienzgewinnen zum Opfer.
Die befragten Unternehmen rechnen damit, dass im Schnitt 30 Prozent der internen Stellen durch Offshoring abgebaut werden, im für die Arbeitnehmer ungünstigen Fall kann sich diese Quote sogar auf 40 Prozent erhöhen. Weitere 15 Prozent der Arbeitsplätze fallen Effizienzgewinnen zum Opfer.

"Die Unternehmen reden nicht mehr über Jobs im User Helpdesk, im Rechenzentrum oder in der Anwendungsentwicklung und –wartung. Sie suchen Experten für das Demand- und Supply-Management, das IT-Controlling und die IT-Strategie", beschreibt Röder das veränderte Anforderungsprofil an IT-Experten. Aufgabe der IT-Abteilung wird es, die Anforderungen zu formulieren, Partner zu steuern und die IT-Strategie zu formulieren und zu kontrollieren. Dabei sind vornehmlich Mitarbeiter mit Prozess- und Branchenwissen gefragt, die die Geschäftsziele und IT miteinander verknüpfen können.

Zurzeit entsprechen laut A.T.Kearney etwa 10.000 IT-Mitarbeiter diesen Anforderungen und arbeiten bereits im IT-Partner-Management. Bis zum Jahr 2011 soll sich ihre Zahl auf 35.000 erhöhen, sofern die Konzerne geeignetes Personal finden. Lediglich 3000 Absolventen mit einer passenden Ausbildung – etwa Wirtschafts-, Bio- und Telematik-Informatiker – kommen Jahr für Jahr von den Hochschulen, das sind zu wenige. Laut A.T.Kearney-Erhebung können in vier Jahren etwa 6000 offene Stellen nicht besetzt werden.

Von den neuen Mitarbeitern versprechen sich die Unternehmen einen Wachstumsschub durch IT-Projekte, die etwa die Kundenbindung verbessern und die Grundlage für neue Produkte bilden. Hier gibt es derzeit erhebliche Defizite. In allen Branchen klaffen zwischen den Anforderungen der Fachbereiche und dem durchschnittlichen Qualitätsniveau der internen IT-Abteilungen große Lücken. Bei eine optimalen Gestaltung und Unterstützung des Kerngeschäfts durch IT könnten die Unternehmen nach eigener Einschätzung 40 Milliarden Euro pro Jahr mehr einnehmen und 70.000 neue Stellen – darunter auch IT-Jobs - schaffen.

Die Entwicklung wirkt sich auch auf das Angebotsportfolio der IT-Dienstleister aus. Anbieter ohne Niederlassungen in Niedriglohnländern sind künftig nicht mehr wettbewerbsfähig. Sämtliche Dienstleister müssen den Spagat zwischen lokaler Präsenz und Betreuung sowie günstigen Preisen und Near- beziehungsweise Offshore-Kapazitäten beherrschen. Allenfalls Nischenanbieter mit Spezial-Know-how können sich dieser Anforderung entziehen.

Vor diesem Hintergrund ist auch der vom Bitkom beschriebene Fachkräftemangel in der IT-Branche zu betrachten. Auch die Anbieter suchen vornehmlich IT- und Prozessberater sowie Softwareentwickler mit Branchen-Know-how. Sie müssen Anforderungen aus den Unternehmen verstehen, bündeln und formalisieren, so dass in entfernten Niederlassungen programmiert und umgesetzt werden kann (siehe auch CW-Blog). Computerwoche;jha/ wl)

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