In der v4-Ausführung
IP-Adressen zu über 90 Prozent verbraucht
Die Number Resource Organization (NRO), Koordinierungsstelle der fünf regionalen Internet Registries (RIRs), hat bekannt gegeben, dass weniger als zehn Prozent des IPv4-Adressvorrats noch nicht zugewiesen sind. "Die aktuelle Schätzung ist, dass den RIRs der Vorrat 2012 ausgehen wird", sagt NRO-Chairman Axel Pawlik. Daher wird es dringend notwendig, dass Regierungen und Wirtschaft handeln und aktiv die Umsetzung des Nachfolgestandards IPv6 vorantreiben.
IP-Adressen sind die Basis für die Kommunikation zwischen Geräten im Internet. "Die wenigen IPv4-Adressen werden keine ausreichenden Ressourcen darstellen, um unser aller Ambitionen auf einen globalen Internetzugang zu realisieren", betont Pawlik. Dem Nachfolgestandard IPv6 wird somit eine Schlüsselstellung bei der Infrastrukturentwicklung zukommen.
IPv6-Vorbilder
Bei der Umstellung auf IPv6 muss nicht nur die IT-Branche durch Bereitstellung geeigneter Services und Plattformen eine Führungsrolle übernehmen. "Regierungen sollten mit gutem Beispiel vorangehen", meint Pawlik. In dieser Hinsicht nennt er das Bundesministerium des Inneren (BMI) als Vorbild, das mit der Weitervergabe von Adressen aus einem großen IPv6-Block alle Ebenen der deutschen öffentlichen Verwaltung umstellen will.
"Das ist ein ambitioniertes Projekt, bei dem ich dem BMI viel Erfolg wünsche", so der NRO-Chairman. Er sei zwar skeptisch, ob das zentrale Implementierungsmodell ideal zur Nachahmung ist, doch sei es gut, dass überhaupt in Sachen IPv6 gehandelt wird. In der Wirtschaft wiederum seien IPv6-Führer oft eher kleine ISPs, die Technikbegeisterte und Early Adopter bedienen. Auch gäbe es Zuweisungen großer Adressblöcke an große Telekommunikationsunternehmen.
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