Längst bekanntes Problem

Insgesamt gibt es nach Ansicht der NRO aber zu wenig sichtbare IPv6-Aktivität. "Wir weisen seit Beginn des Jahrtausends darauf hin, dass IPv4-Adressen ausgehen werden. Jetzt sagen wir quasi 'Wacht endlich auf!'", meint Pawlik. Denn es sei zu befürchten, dass zu viele Unternehmen aus Bequemlichkeit weiter nur die vertrauten IPv4-Adressen beziehen. Wenn diese in etwa zwei Jahren erschöpft sind, könnte die dann zwangsweise nötige Umstellung eine gewisse Panik verursachen. Auch RICE NCC, die RIR für Europa, den Nahen Osten und Zentralasien, mahnt mit einer eigenen Website zum handeln.

Bereits im Mai 2008 hatte selbst die OECD zum Umstieg auf den Nachfolger gemahnt. Damals wurde prognostiziert, dass der Internet Assigned Numbers Authority die IPv4-Adressen zur Vergabe an RIRs 2010 ausgehen und die Vorräte der RIRs 2011 erschöpft sein werden. Ganz so schnell geht es aus aktueller Sicht zwar nicht, beide Daten werden um etwa ein Jahr nach oben revidiert. Allerdings könnte sich das bei plötzlichen Großanfragen nach Adressen schnell wieder ändern, warnt Pawlik abschließend. (pte/rw)

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