HP Networking und die Partner

Insofern könne, so der Manager, HP mit seiner geballten Vertriebsmacht und dem Heer von insgesamt 40.000 Partnern sich ab sofort als der wirkliche Cisco-Konkurrent in Szene setzen. "Wir haben das zweitgrößte Partnernetz der Welt", versicherte Donatelli. Sein europäischer Kollege Will Hamber, verantwortlich für das Channel-Marketing in EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) bestätigte gegenüber ChannelPartner, dass der Channel "in den kommenden sechs bis zwölf Monaten mit Schulungen und Zertifizierungen" beschäftigt werde.

Gerade dieses Channel-Potential aber muss HP hüten. Bekanntlich agieren die 3Com- und Procurve-Partner sowohl mit eigenen Channel-Programmen, als auch viele dieser Netzwerk-Partner darüber hinaus auch Cisco-Partner sind.

Während Donatelli Wert auf die Feststellung darauf legte, HP werde seine Partnern nicht die Alternative "entweder HP oder Cisco" aufdrängen, erklärte Networking-Manager Haas, für Partner sei der Stichtag 1, Juni, den sie im Auge behalten sollen.

Dann werde die Networking-Gruppe die Partner zu neuen Zertifizierungen auffordern und sie definitiv ins Partnernetz "Partner One" holen. Zudem werde HP gemäß seiner "Converged Infrastructure"-Strategie ausloten, inwieweit diese in der Lage wären, gegen Cisco und dessen "Unified Computing System" an solchen Projekten zu arbeiten, die Unternehmen ermöglichen, private Clouds aufzubauen.

Der H3C-Core-Switch ist in China erfolgreich - der Rest der Welt muss noch überzeugt werden.
Der H3C-Core-Switch ist in China erfolgreich - der Rest der Welt muss noch überzeugt werden.

Nicht nur, weil HP, neben IBM und vielleicht Dell, der größte Anbieter von Datencenter-Lösungen ist, sondern weil erst die Kombination aus Hard- und Software IT-Anbietern einen zwar steinigen, doch immerhin profitablen IT-Pfad bietet.

Allerdings muss sich HP bei dieser Strategie genau überlegen, wie es die bereits jetzt von allerhand Partnern kritisierten komplizierten und vielfältigen Regelungen - sei es bei der Migration, Rabatten, Testausrüstungen oder Projektkonditionen - umsetzt. Denn HP gilt bei Partnern nicht als einfach, wie sogar Stephen DiFranco, General Manager of HP's Solution Partners Organisation (SPO), vor kurzem in einem Interview bestätigte.

Es geht also nach Meinung von Partnern sowohl darum, wie HP Networking sich mit seinem Portfolio positioniert, als auch darum, welche Anstrengungen in Sachen Channel es unternimmt, um eine schlagkräftige Truppe im, Kampf um die Netzwerke und Lösungen inklusive Datencenter-Angebote zu formieren.

Man sieht: Damit HP das Spiel im Netzwerkmarkt "neu definieren" kann, wie Hamber sagte, muss es in den kommenden Monaten noch Einiges tun. (wl)

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