Was Hersteller und Distributoren empfehlen
Neue Aufgaben für Security-Reseller
Die Bedrohungen seitens der Cyber-Criminellen nehmen immer bedrohlichere Ausmaße an. Gegen sogenannte Zero-Day-Attacken sind signaturbasierte Security-Lösungen machtlos. Da helfen nur "proaktive" Security-Konzepte, wie sie einige Softwarehersteller bereits anbieten.
"Gezielte Angriffe auf Ressourcen und Daten der Unternehmensnetze werden zu einem immer größeren Risiko", bestätigt auch Martin Ninnemann, Director Channel Sales bei Trend Micro Zentraleuropa. Seiner Meinung nach kann sich vor diesen neuen Gefahren nur derjenige wirksam schützen, der die ankommenden Datenpakete in Echtzeit analysiert. Es gilt, die Risiken maßvoll zu bewerten und abzuwehren. "Die IT-Sicherheits-Branche muss daher den Schutz der Daten und Ressourcen in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen stellen und das Bewusstsein für diese Risiken bei den IT-Verantwortlichen forcieren", argumentierte der Trend-Micro-Manager.
Kurzlebige Schadprogramme
"Klassischer Schadcode wird immer kurzlebiger und ist oft nur Tage oder Stunden aktiv", führt Helmut Reketat, Vertriebsleiter bei G Data, stellvertretend für seine Kollegen aus der IT-Security-Branche aus. Rein auf statischen Virensignaturen basierende Security-Lösungen reichen daher schon längst nicht mehr aus, um Rechner und Netzwerke vor allen Online-Bedrohungen zu schützen. Laut Reketat müssen die klassischen Softwarepakete um "proaktive" Security-Systeme ergänzt werden. Darunter versteht der G-Data-Manager verhaltensbasierte Schädlingserkennung und -bekämpfung. Nur auf diese Weise lassen sich die oben erwähnten Zero-Day-Attacken abwehren. Denn bis die AV-Hersteller die entsprechende Virensignatur entwickelt haben, hat die Malware ihr zerstörerisches Werk oft schon längst verrichtet.
Ebenfalls für den Einsatz dieser proaktiven Security-Werkzeuge plädiert Norbert Runser, Director Channel Central and Eastern Europe bei McAfee: "Proaktive Sicherheit bietet Kunden und Fachhändlern viele Vorteile. Die Security-Lösungen der nächsten Generation sind an die heutige Bedrohungslage wesentlich besser angepasst und genau darauf ausgelegt, mögliche Vorfälle und Schäden in einem wesentlich früheren Stadium zu erkennen und zu verhindern", so die Erfahrungen des Zentral- und Osteuropa-Channel-Chefs bei McAfee. So sollten Reseller stets in der Lage sein, ihre Kunden kompetent zu beraten und ihnen die Lösungen zu empfehlen, die sie am besten vor den aktuellen Bedrohungen schützen.
Dem stimmt Sascha Beyer, COO bei Avira, 100-prozentig zu: "Die Malware-Industrie entwickelt immer effektivere Werkzeuge mit durchschlagender Wirkung, um Anwender oder Unternehmen zu schädigen oder sich zu bereichern. Ein reaktiver Schutz vor Bedrohungen greift unter Umständen zu spät, sodass bereits Schaden entstanden sein könnte, bevor die Malware entdeckt wird. Proaktive Sicherheitstechnologien agieren wie ein Frühwarnsystem und verhindern im Idealfall, dass ein Schädling überhaupt aktiv wird."