Von Alkohol bis Exhumierung

Arbeitsunfähigkeit: Die kuriosesten Gründe



Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Krankmeldungen nachzuforschen, kann sich laut Careerbuilder für Chefs lohnen - auch wenn die Begründungen weniger ausgefallen klingen als die in diesem Artikel genannten.
20 Prozent der Simulanten gaben an, sich entspannen zu müssen.
20 Prozent der Simulanten gaben an, sich entspannen zu müssen.
Foto: fizkes - shutterstock.com

Gerade gegen Jahresende häufen sich die Abwesenheiten in Unternehmen, so das Ergebnis einer Umfrage des Online-Stellenmarktes Careerbuilder. Demnach melden sich im Monat Dezember die meisten Angestellten krank - gefolgt von Juli, Januar und Februar. Dass Mitarbeiter zuhause bleiben, bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie auch krank sind.

Insgesamt 40 Prozent der Befragten gaben an, in den letzen 12 Monaten mindestens einmal blau gemacht zu haben. Auch wenn sie nicht akut krank waren, gaben die meisten Arbeitnehmer (30 Prozent) als Grund einen Arztbesuch an, gefolgt von 23 Prozent, die einfach keine Lust hatten an dem Tag zu arbeiten. 20 Prozent gaben an, sich entspannen zu müssen, während 15 Prozent Schlaf nachholen wollten. Auch benötigte Zeit für Besorgungen (14 Prozent), Hausarbeit (8 Prozent) und Pläne mit Freunden und Familie (8 Prozent) wurden genannt.

Jeder dritte Chef hat schon nachgeforscht

Dass fehlende Mitarbeiter auch mal krankmachen, bleibt Arbeitgebern nicht verborgen. Einige sind so skeptisch, dass sie bei Abwesenheit Nachforschungen anstellen. 38 Prozent der Vorgesetzten sind schon einmal einer Krankmeldung nachgegangen und haben vom fehlenden Mitarbeiter eine Arztbescheinigung eingefordert oder direkt bei seinem Angestellten angerufen. Insgesamt 25 Prozent haben Abwesende bereits von Kollegen anrufen lassen, 22 Prozent sind in der Vergangenheit sogar bei fehlenden Mitarbeitern vorbeigefahren.

Ca. jeder vierte Arbeitgeber (26 Prozent) hat schon einmal einem Mitarbeiter gekündigt, weil dieser bei seiner vermeintlichen Krankmeldung gelogen hat. Die von Careerbuilder befragten Personalexperten berichteten außerdem von außergewöhnlichen Begründungen fürs Fernbleiben aus dem Büro, die ihnen im Gedächtnis geblieben sind. Viele von ihnen klingen fast zu außergewöhnlich, als dass sie ausgedacht sein können.

Die kuriosesten Ausreden

  • Eine Mitarbeiterin fehlte, weil sie wegen des Ergebnisses eines Alkoholtests ihr Auto nicht benutzen konnte.

  • Ein anderer Angestellter hatte vergessen, dass er den Zuschlag für den Job bekommen hatte.

  • Eine Mitarbeiterin erschien nicht im Büro, weil ihr Hund einen Nervenzusammenbruch hatte.

  • Ein Angestellter meldete sich krank, weil seine verstorbene Großmutter wegen polizeilicher Ermittlungen exhumiert werden sollte.

  • Ein Mitarbeiter kam nicht zur Arbeit, weil er mit dem Zeh zwischen den Armaturen im Badezimmer steckengeblieben war.

  • Eine Angestellte nannte als Grund für Ihre Abwesenheit, dass sie von einer Ente gebissen worden sei.

  • Der in einer finsteren Zukunft spielende Film "Die Tribute von Panem" nahm eine Mitarbeiterin laut eigener Aussage so sehr mit, dass sie nicht zur Arbeit erschien.

  • Ein Angestellter meldete sich krank, weil er zu viel gelesen hatte.

  • Auch Liebeskummer wurde als Grund für das Fehlen am Arbeitsplatz genannt.

  • Schließlich erschien eine Angestellte nicht zur Arbeit, weil sie ihre Haare beim eigenhändigen Tönen versehentlich orange gefärbt hatten.

  • Im Garten eines Mitarbeiter war ein Bär, an dem er sich nicht vorbei traute.

  • Ein Mitarbeiter konnte nicht zur Arbeit erscheinen, weil er zu dick für seine Uniform gworden sei.

  • Der Hund einer Mitarbeitern soll ihre Autoschlüssel gefressen haben.

  • Ein Mitarbeiter war sich nicht sicher, wie die für diesen Tag angekündigte Sonnenfinsternis ihn beinflussen würde und wollte deswegen sicherheitshalber zuhause bleiben.

  • Ein Mitarbeiter meinte, das Ozon in der Atmosphäre habe die Luft aus seinen Autoreifen gelassen.

  • Ein Mitarbeiter gab an, er müsse zur Beerdigung des Haustiers seiner Schwägerin, da er Patenonkel und Sargträger sein.

  • Eine Mitarbeiterin gab als Begründung traumatischen Stress an, da sich eine Spinne in ihre Wohnung verirrt hatte.

  • Ein Mitarbeiter blieb zumindest bei der Wahrheit und meinte schlicht, er habe besseres zu tun.

Die Online-Stellenbörse Careerbuilder ließ für die Umfrage 2257 Personalexperten und 3697 Angestellte in den USA befragen. Die Auswertung zum Thema Krankmeldung gibt es seit 2004.