Mehrkosten noch zu hoch

3D-Notebooks bislang erfolglos

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Nachdem TV-Geräteproduzenten 3D zum neuen großen Trend erklärt haben, bieten Computerhersteller zunehmend auch 3D-Laptops an. Doch bislang kommen die Geräte bei den Kunden kaum an. "Seit Jahresbeginn wurden weniger als 100.000 3D-fähige Notebooks verkauft, bei einem Markt von über 100 Mio. Geräte. Das ist weniger als ein Promille des Marktvolumens", so John Jacobs, Leiter des Bereichs Notebook-Marktforschung bei DisplaySearch, in einer aktuellen Kurzanalyse. Dafür verantwortlich macht er den Aufpreis, der bei 3D-fähigen Geräten anfällt.
Das "Envy" von HP ist 3D-fähig.
Das "Envy" von HP ist 3D-fähig.
Foto:

Nachdem TV-Geräteproduzenten 3D zum neuen großen Trend erklärt haben, bieten Computerhersteller zunehmend auch 3D-Laptops an. Doch bislang kommen die Geräte bei den Kunden kaum an. "Seit Jahresbeginn wurden weniger als 100.000 3D-fähige Notebooks verkauft, bei einem Markt von über 100 Mio. Geräte. Das ist weniger als ein Promille des Marktvolumens", so John Jacobs, Leiter des Bereichs Notebook-Marktforschung bei DisplaySearch, in einer aktuellen Kurzanalyse. Dafür verantwortlich macht er den Aufpreis, der bei 3D-fähigen Geräten anfällt.

Hinderliche Mehrkosten

Seit 2009 haben viele Hersteller 3D-fähige Notebooks angekündigt und auf den Markt gebracht, darunter Acer, Asus und Lenovo. Zur IFA haben beispielsweise HP, MSI und Sony entsprechende Produkte vorgestellt. Auch bei LG Electronics und Samsung sind Geräte in Entwicklung, so der Analyst. Doch auf dem Markt eingeschlagen haben 3D-Notebooks bislang nicht. Daran wird sich nach DisplaySearch-Schätzung 2011 wenig ändern, berichtet die Computerworld. Demnach werden kommendes Jahr nur etwas mehr als 0,2 Prozent der Neugeräte 3D-fähig sein.

Ein wesentliches Hindernis in Sachen Kundenakzeptanz ist laut Jacobs, dass 3D-Unterstützung einen Aufpreis von 200 bis 300 Dollar bedeutet. Das sei zu viel, solange User nur gelegentlich ein paar 3D-Filme am Laptop ansehen. "Der Grund, ein Notebook zu kaufen, ist nicht der, dass man ein 3D-Gerät benötigt", meint der Analyst. Allerdings ist denkbar, dass sich das durch mehr 3D-Content zum Beispiel bei Spielen ändern wird. Immerhin wirbt Nvidia bereits damit, dass auch ältere Games stereoskopisch erlebbar werden.

Zweite Chance

Während heutige 3D-Notebooks also sichtlich Anlaufschwierigkeiten haben, ist ihre Zukunft offen. "Es ist etwas zu früh im Lebenszyklus dieser Geräte, um abzuschätzen, ob sie Erfolg haben oder scheitern werden", erklärt Jacobs. Verkommen sie zum Flop, wäre das nicht das erste Mal. Sharp und NEC hatten bereits 2004 3D-Laptops auf den Markt gebracht, die dem Ananlysten zufolge äußerst enttäuschende Verkaufszahlen hatten und schnell wieder in der Versenkung verschwunden sind. Beide Hersteller haben damals nicht auf Spezialbrillen gesetzt, sondern Parallaxenschranken-Displays genutzt. Das ist die Technologie, auf die jetzt Nintendo bei der 3DS setzt. (pte/bw)

Zur Startseite