Händlerbund-Studie

70 Prozent der Online-Händler sind Betrugsopfer

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Erschreckende Ergebnisse einer aktuellen Studie des Händlerbundes: Über zwei Drittel der Online-Händler wurden schon einmal Opfer eines Betrugsversuchs. Es scheint aber, dass die Reseller die Cyber-Kriminalität als notwendiges Übel betrachten: 60 Prozent der Shop-Inhaber haben noch nicht über Methoden der Betrugserkennung nachgedacht.
Nur 14 Prozent der Online-Händler nutzen Methoden, um Online-Betrüger zu erkennen.
Nur 14 Prozent der Online-Händler nutzen Methoden, um Online-Betrüger zu erkennen.
Foto: Händlerbund e.V.

Erschreckende Ergebnisse einer aktuellen Studie des Händlerbundes: Über zwei Drittel der Online-Händler wurden schon einmal Opfer eines Betrugsversuchs. Es scheint aber, dass die Reseller die Cyber-Kriminalität als notwendiges Übel betrachten: 60 Prozent der Shop-Inhaber haben noch nicht über Methoden der Betrugserkennung nachgedacht.

Laut dem IT-Sicherheitsspezialisten Symantec ist 2010 durch Internetkriminalität ein Schaden von 16,4 Milliarden Euro entstanden. Rechnet man den Zeitaufwand dazu, den die Opfer durch die Betrügereien haben, kommt man schnell auf 25 Milliarden Euro. Und die Quote ist den letzten beiden Jahren noch gestiegen.

Knapp 600 Online-Händler nahmen an der Studie des Händlerbundes teil. Nur 14 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bereits Methoden nutzen, um Betrüger zu erkennen. Eine Möglichkeit wäre eine Datenbank. 95 Prozent wären bereit, anonyme Daten eines Betrügers aus Ihrem Shop in einer zentralen Datenbank zur Betrugsvermeidung anderen Online-Händlern zur Verfügung zu stellen. Etwa die Hälfte der Reseller würden für eine solche Datenbank bezahlen, ein Drittel wäre nicht bereit dafür Geld auszugeben.

Tippfehler sind verdächtig

Die meisten Händler verlassen sich auf ihre Erfahrung um verdächtige Bestellungen zu identifizieren. Bei Online-Gaunern ist es beispielsweise beliebt, vermeintliche Tippfehler in den Namen einzubauen, um so einen Treffer bei der Bonitätsabfrage zu vermeiden. Weitere Hinweise auf Betrugsversuche sind demnach die Bestellung von besonders hochpreisigen Waren, eine fehlende Kaufhistorie oder die fehlende Bereitschaft zur Angabe von persönlichen Daten wie Rufnummer oder Geburtstagsdatum.

Wäre es den Händlern möglich, schon beim Bestellvorgang erkennen zu können, dass es sich um einen verdächtigen Kunden handelt, würden 85 Prozent der Befragten ihr Angebot entsprechend anpassen. Denkbar wären dabei Einschränkungen bei Zahlungsmethoden oder Lieferbedingungen.

Eine Zusammenfassung der Studie kann beim Händlerbund kostenlos als PDF herunter geladen werden. (awe)